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Mit „Rad/1538“ legen BRISINGA heute den nächsten Vorboten ihres gleichnamigen Albums vor

Mit „„Rad/1538“ veröffentlichen Brisinga heute die dritte Single aus ihrem gleichnamigen kommenden Album und zugleich einen zentralen Schlüsseltrack ihres aktuellen Schaffens. Der Song bündelt viele der Themen, für die die Pagan-Folk-Band seit über einem Jahrzehnt steht: die Auseinandersetzung mit Geschichte und Mythos, die Sichtbarmachung verdrängter weiblicher Perspektiven und der Versuch, archaische Erzählungen mit den politischen und sozialen Fragen der Gegenwart zu verschränken. „Rad/1538“ wirkt dabei weniger wie ein isoliertes Stück als wie ein Verdichtungspunkt, an dem sich musikalische, inhaltliche und ästhetische Linien des Albums kreuzen.

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Das offizielle Musikvideo zu dem Song kannst du dir hier ansehen:

Ausgangspunkt des Songs ist die Geschichte von Abelke Bleken, einer Frau, die im 16. Jahrhundert der Hexerei beschuldigt und hingerichtet wurde. Brisinga greifen diesen historischen Stoff nicht als bloße Rekonstruktion auf, sondern nutzen ihn als Stellvertreter für strukturelle Gewalt, die weit über den konkreten Fall hinausweist. Bleken steht im Song für Generationen von Frauen, deren Wissen, Autonomie und Existenz durch patriarchale Machtverhältnisse und ökonomische Interessen unterdrückt wurden. „Rad“ formuliert diese Perspektive ohne Anklagegestus, aber mit einer Klarheit, die die historischen Parallelen zur Gegenwart nicht verdeckt.

Das titelgebende Rad fungiert dabei als zentrales Symbol. Es steht für Wiederkehr, Rhythmus und zyklische Ordnung – für den Lauf der Jahreszeiten ebenso wie für körperliche Prozesse und gesellschaftliche Muster. In Brisingas Lesart wird das Rad jedoch nicht romantisiert. Es verweist auch auf das Stillstehen, auf den Moment, in dem natürliche Zyklen gestört werden. Wenn das Rad anhält, verliert die Welt ihr Gleichgewicht: ökologische Systeme kippen, soziale Ordnungen verhärten, Ausbeutung und Ungleichheit werden normalisiert. Der Song verbindet diese Ebenen und zeigt, wie patriarchale Herrschaft und kapitalistische Logik nicht nur soziale Beziehungen prägen, sondern auch den Umgang mit Umwelt und Ressourcen beeinflussen.

Musikalisch übersetzt Brisinga diese Gedanken in eine dichte, atmosphärische Komposition. Archaische Klänge, traditionelle Gesangstechniken und seltene Instrumente aus Nord- und Mitteleuropa treffen auf reduzierte, moderne Strukturen, die an Minimal Music und zeitgenössischen Pop erinnern. Harfe, Drehleier, Cello, Nyckelharpa und Flöten bilden kein folkloristisches Dekor, sondern ein bewusst eingesetztes Klangvokabular, das Vergangenheit und Gegenwart ineinander verschiebt. „Rad/1538“ entfaltet seine Wirkung weniger über große Steigerungen als über Wiederholung, Spannung und eine kontrollierte Emotionalität, die lange nachhallt.

Die Single gibt zugleich einen präzisen Ausblick auf das Album „Rad“, das im März 2026 erscheinen wird und seit Oktober 2025 bei Dryland Records angesiedelt ist. Inhaltlich kreist das Album um Zyklen, um den Rhythmus von Natur und Körper und um weibliche Erfahrungsräume, die historisch marginalisiert wurden. Brisinga erzählen von starken Frauenfiguren, von Misstrauen gegenüber weiblicher Macht und von der Kraft kollektiver Solidarität. Dabei verstehen sie Weiblichkeit nicht als starre Kategorie, sondern als offenes, sinnliches und selbstbestimmtes Konzept. Zugleich positioniert sich die Band klar gegen Ungleichheit und Unterdrückung und bezieht Haltung für Vielfalt und die LGBTQIA+-Community, die seit jeher ein zentraler Bezugspunkt ihres Selbstverständnisses ist.

Tracklist:
01. Idsi
02. Potions
03. Systir
04. Weave and Twine
05. Artemisiac
06. Fires Oath
07. Red Deers Trail
08. Feverfew
09. Witches On Caffeine
10. Crown
11. Hulda
12. Rad 1538
13. Dystance

Das Album vorbestellen: Brisinga – RAD – Dryland Records Shop

Brisinga wurden 2014 von den Musikerinnen Fabi und Fanny gegründet. Mit dem Debütalbum „Visar Nornir“ (2017) legten sie früh den Grundstein für ihre Arbeit mit nordischen Mythen, Mehrsprachigkeit und kultureller Tiefe. Lieder auf Dänisch, Finnisch und Isländisch standen von Beginn an gleichberechtigt neben englischen Texten. Der respektvolle Umgang mit den zugrunde liegenden kulturellen Materialien führte die Band an ungewöhnliche Spielorte wie Kirchen, heilige Stätten und archäologische Freilichtmuseen. Festivalauftritte, unter anderem beim niederländischen Castlefest, sowie internationale Konzerte festigten ihren Ruf innerhalb der europäischen Pagan- und Folk-Szene. Mit dem Album „Mondcvlt“ (2023) öffnete sich Brisinga stärker experimentellen Klangräumen und bereitete damit den Weg für die konzeptionelle Zuspitzung von „Rad“.

Als Single steht „Rad“ exemplarisch für diese Entwicklung. Der Song verbindet historische Erinnerung mit gegenwärtiger Dringlichkeit und zeigt Brisinga als Band, die Mythologie nicht als Flucht aus der Realität begreift, sondern als Werkzeug, um diese zu hinterfragen. Das kommende Album verspricht, diesen Ansatz weiterzuführen und zu vertiefen. „Rad“ dreht sich – und mit ihm eine Erzählung, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bewusst ineinander verschränkt.

Weblinks BRISINGA:

Webseite: www.brisinga.de/
Facebook: @Brisingamusic
Instagram: @brisingamusic
YouTube: @brisingamusic4295

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