Als die Neue Deutsche Todeskunst in den späten 1980ern geboren wurde, waren Bruno Kramm und Stefan Ackermann ihre entschlossenen Geburtshelfer. Nach einer fast zwei Jahrzehnte langen Funkstille, geprägt von Ackermanns schwerer Erkrankung und Kramms politischem Engagement, meldeten sich Das Ich am 31. Oktober 2025 mit dem Album „Fanal“ zurück. Dieses Werk ist mehr als ein Comeback: Es ist ein flammendes Fanal – eine musikalische Autopsie unserer Gegenwart, in der gebrochene Ideale und digitale Trümmer zu einer symphonischen Anklage verschmelzen.
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Der letzte Paukenschlag des Albums
Nach den Vorabsingles „Lazarus“ und „Brutus“ markiert „Dantes Hölle“ den würdigen Abschluss des Albums. Der Song erscheint am 22.12.2025 exklusiv auf Bandcamp und ist gleichzeitig die letzte Singleauskopplung von „Fanal“. Für den Remix holte sich die Band Unterstützung bei Rotersand. Das deutsche Futurepop-Duo, gegründet 2002 von Gun und Rascal mit dem DJ Krischan Jan‑Eric Wesenberg, bezeichnet seine Musik selbst als Industrial Pop und setzte mit Hits wie „Exterminate Annihilate Destroy“ in den 2000ern Duftmarken in den DAC-Charts. Ihre elektronischen Finessen verleihen dem ohnehin treibenden Track eine neue Wucht.
Digital anhören & kaufen: https://das-ich.bandcamp.com/album/dantes-h-lle
Die musikalische Vorlage schwebt zwischen harten EBM-Beats und neoklassischer Dramatik. Akkordeonartige Synths und orchestrale Ausbrüche treffen auf Ackermanns markanten Gesang – eine giftige Melange aus Zorn und Verzweiflung. Das Ich bleiben ihrem Stil treu und verstärken im Remix zugleich die Tanzflächentauglichkeit.
Ein Blick in den Abgrund
Inhaltlich greift „Dantes Hölle“ die Apokalypse-Visionen von „Fanal“ auf und spannt den Bogen zur „Göttlichen Komödie“. „Unsere Gegenwart ist ein Inferno, in dem Menschlichkeit krepiert und jede Hoffnung erstickt“, erklären Das Ich selbst. Sie zeichnen ein Bild von den sozialen Medien als digitalen Kolosseums, in denen „moderne Verführer ihre giftigen Lügen verkünden“. Technologie wird nicht mehr als Erlösung gefeiert, sondern als Henker entlarvt. Jeder Klick führt tiefer in die selbst geschaffene Verdammnis. Diese Zeilen sind keine übertriebene Lyrik, sondern eine wütende Diagnose des gegenwärtigen Zustands.
Das Album „Fanal“ verdichtet diese Themen zu einer durchdachten Dramaturgie: Von „Menschenfeind“ über „Lazarus“ und „Vanitas“ bis zu „Prometheus“ und „Genesis“ spannt Das Ich einen Bogen, der gesellschaftliche Verfall, Verrat und Hybris beleuchtet. Friedrich Nietzsche, Gottfried Benn und der deutsche Expressionismus stehen Pate für die Texte. „Dantes Hölle“ fungiert dabei als zentrales Kapitel: Es übersetzt die abstrakten philosophischen Gedanken in greifbare Bilder – der ständige Medienterror als dämonisches Ungeheuer und die verlogene Digitalwelt als selbst geschaffener Schlund.
Rotersand und das Fegefeuer auf dem Dancefloor
Der exklusive Remix von Rotersand hebt den Song in eine andere Sphäre. Das Duo kombiniert seine treibenden Futurepop-Beats mit den theatralischen Strukturen von Das Ich und schöpft damit eine unheilige Verbindung: Der Text bleibt unverändert, aber der Rhythmus beschleunigt den Puls. Wo die Albumversion von „Dantes Hölle“ noch Raum für Pathos lässt, setzt der Remix auf unmittelbare Energie. Fans der Schwarzen Szene werden darin eine tanzbare Höllenvision erkennen.
Termine Das Ich
- 27.12.2025 Neue Stadthalle Langen, Langen (Electronic Dance Art Festival)
- 17.01.2026 Musikens Hus, Gothenburg (Schweden)
- 26.02.2026 Der Schwarze Keiler, Stuttgart
- 28.02.2026 Rockfabrik, Augsburg
- 22. – 25.05.2026 Wave Gotik Treffen, Leipzig (TBA)
- 26.06.2026 Niederburg Kranichfeld, Kranichfeld
- 25.07.2026 Tanzbrunnen, Köln
- 09.10.2026 Rockfabrik, Übach‑Palenberg
Diese Termine zeigen, dass Das Ich die Rückkehr nicht allein auf die Platte beschränken, sondern auch die Bühnen zurückerobern. Gerade der Auftritt beim Electronic Dance Art Festival in Langen kurz nach der Singleveröffentlichung verspricht, den neuen Remix im Live-Kontext zu testen.
„Dantes Hölle“ ist der konsequente Schlusspunkt eines wuchtigen Albums und zugleich ein neues Kapitel. Das Ich halten uns den Spiegel vor und besingen ein Inferno, das wir selbst geschaffen haben. Rotersand steuert die elektronische Schärfe bei, die den Song zum Dancefloor‑Dampfkessel macht. Wer den philosophischen Tiefgang von Das Ich schätzt und zugleich nach einem tanzbaren Schlag in die Magengrube sucht, sollte diese Single nicht verpassen.
Weblinks DAS ICH
Webseite: dasich.de
Facebook: @Das.Ich.Band
Bandcamp: Bandcamp
