KATRIN ROSENZOPF – unErhoerte Lieder

KATRIN ROSENZOPF - unErhoerte Lieder
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7 Gesamtnote

Gesamtnote

7

Musik zum Zuhören. Wobei: Nicht nur die Musik, sondern vor allem auch die Texte, denn Katrin Rosenzopf reflektiert in ihren Chansonkabarettsongs viel über das Leben. Sie fragt, wo der Zug des Lebens hinfährt, was einen einengt, hinterfragt Lebens- und Beziehungssituationen und und und. Menschliches und Allzumenschliches, wenn man so will. Das geschieht vor allem am Klavier, gerne mal unterstützt von Saxophon und Klarinette, während sie nicht nur eigene Texte vertont, sondern auch Erich Kästner und Konstantin Wecker, auf dessen Label Sturm & Klang das Album veröffentlicht wurde. Eine Info, die einem vielleicht auch bei der Einordnung der Musik weiterhelfen kann.

So wie an dieser Stelle bereits der Zug des Lebens thematisiert wurde, tut es auch das Album direkt eröffnend. Das Eisenbahngleichnis als Opener zeigt mit einem zunächst hektisch und später harmonischer gespielten Klavier die Beobachtung auf, dass trotz aller Unterschiede doch alle im selben Zug sitzen. Bereits hier zeigt sich, dass es gut ist, auch auf die Texte zu hören. Teilweise merkt man es gar bereits an den Songnamen. So z.B. bei Kleine Sonntagspredigt – hat eine Predigt es doch an sich, dass ihr zugehört werden will. Mit einer Mischung aus Betontheit und Harmonie, auch durch die unterstützende Klarinette, sowie einer guten Portion Wortwitz geht Katrin Rosenzopf hier vor. Gerade dieser Wortwitz begegnet gerne mal, beispielsweise auch dann, wenn es nicht nur Reflektionen sind, sondern Geschichten erzählt werden, wie in Das Kuckucksei, das seinen Geschichtencharakter bereits mit dem einleitenden „Es war einmal…“ untermauert. All das passiert mit einer klaren Zielrichtung und dabei doch abwechslungsreich.

Wenn die Albuminfo etwas von Liedern „zum Zuhören und Weiterdenken, zum Innehalten, zum In-sich-gehen (…) in bester deutschsprachiger Chansontradition“ schreibt, liegt sie schon sehr richtig. Das ist lebendig und mit Tiefgang dargeboten und fordert Beschäftigung. Auf Albumlänge kann das (trotz manch lockerer Momente) schon einmal anstrengend werden, ändert aber freilich nichts an der Qualität des Ganzen. Ein Album eben, das man nicht immer hören kann, aber einen dafür auch herausfordert.

Tracklist KATRIN ROSENZOPF – unErhoerte Lieder:

01. Das Eisenbahngleichnis
02. Art(ig)
03. Kleine Sonntagspredigt
04. Das Kuckucksei
05. Gewisses Ehepaar
06. Plädoyer einer Frau
07. Zur Fotografie eines Konfirmanden
08. Jeder Augenblick ist ewig
09. Organische Feigheit
10. Unschuldslamm
11. Beugen
12. Urnatur
13. Rezitation bei Regenwetter
14. Gegensätze

Weblinks KATRIN ROSENZOPF:

Homepage: www.unerhoertelieder.com
Facebook: www.facebook.com/katrinrosenzopf

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