BEYOND THE BLACK – Oberhausen, Turbinenhalle (23.10.2019)

Beyond The Black, ©Marcus Nathofer
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Symphonic Metal trifft „Sing meinen Song“ trifft Gothic Rock Variete, unter dieses Motto k√∂nnte man den sp√§ten Oktoberabend in der Turbinenhalle Oberhausen stellen.

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Den Reigen er√∂ffneten Mister Misery p√ľnktlich um 20 Uhr, optisch und showm√§√üig gaben sie an diesem Abend schlicht alles. Show und Musik erinnerten an ein Gruselkabinett, auf diese Reise mitzugehen, gelang zun√§chst allerdings nur Teilen des Publikums, die meisten reagierten recht verhalten. Anfangs war bis auf im Takt Kopfnicken leider nicht viel drin, schade eigentlich. Jedoch tauten nach den ersten Songs die ersten so langsam auf und lie√üen sich sogar zum Mitklatschen hinrei√üen, auch der Applaus nahm zu. Angesichts der doch gruseligen Show m√∂chte ich insbesondere dem Drummer des Nachts alleine in dunklen Gassen nicht begegnen wollen, so lebhaft war seine Mimik. Nach einem rund 40-min√ľtigen Set schloss das Gruselkabinett aus Stockholm seine Pforten. Sp√§ter konnte man die Jungs am Merchstand treffen und sich davon √ľberzeugen, dass sie gar nicht so schrecklich sind ūüėČ

Setlist MISTER MISERY @ Oberhausen, Turbinenhalle (23.10.2019)

01. The Blood Waltz
02. My Ghost
03. Legion
04. You And I
05. Alive
06. Dead Valentine
07. Rebels Calling
08. Tell Me How
09. Live While You Can

Nach einer gef√ľhlt l√§nger als geplanten Umbaupause k√ľndigten der Band-Einspieler¬†Paint It Black von den Rolling Stones den Headliner des Abends an, Jubel brandete auf und um 21.10 Uhr brach zu den ersten T√∂nen des Intros und dem nachfolgenden Hysteria endg√ľltig das Eis f√ľr diesen Abend. Wo das Publikum zuvor nur mit den K√∂pfen nickte, reckten sich nun Arme in die H√∂he und Beyond the Black rissen alle mit. Druckvoller Sound und die au√üerordentliche Stimme Jennifer Habens weckte auch die letzte Schnarchnase aus seinem Dornr√∂schenschlaf.

Nach Beyond The Mirror begr√ľ√üt Jennifer das Oberhausener Publikum und freute sich √ľber die zahlreich erschienenen Konzertbesucher. Zuletzt seien sie mit Epica und Powerwolf in Oberhausen gewesen. Nachdem Jennifer Haben der Underdog der diesj√§hrigen Staffel Sing meinen Song war, hat die Band anscheinend einen deutlichen Fanzuwachs verzeichnen k√∂nnen, da man doch einen durchaus ansehnlichen Teil des Publikums statt in schwarz eher im karierten Hemd oder auch rosa T-Shirt sah. Jedoch war der allergr√∂√üte Teil des Publikums in mitrei√üender Feierlaune und textsicher, so dass die Band lautstark unterst√ľtzt wurde. Und die Temperatur stieg immer weiter an, im Saal wie beim Publikum .

Ab und an erz√§hlte die Frontfrau des Abends eine kleine Anekdote, so wie auch zu Spiderweb Of Eyes. Eigentlich sei der Titel aus einem Missverst√§ndnis zwischen ihr und Stefan entstanden, er h√§tte an den Zug gedacht (ICE), sie an Augen. Nachdem pl√∂tzlich die Security wie von der Tarantel gestochen durch den Saal preschte und man schon Sorge hatte, es w√§re irgendwo eine Schl√§gerei im Zuschauerraum entstanden, die man nur nicht sehen k√∂nne, trat deutliche Entspannung in dem Moment ein, in dem wie von Zauberhand Jennifer pl√∂tzlich mitten im Publikum auftauchte. Nun war auch klar, warum die Security es so eilig gehabt hatte. Nur von Chris Hermsd√∂rfer an der Akustikgitarre unterst√ľtzt begleitete Jennifer sich selbst am Keyboard.

Vor Salve Regina, dem Song, den sie in der Fernsehshow f√ľr Michael Patrick Kelly gesungen hatte und mit dem sie dort einen absoluten G√§nsehautmoment erzeugte, bat sie alle G√§ste, Feuerzeug oder Handylicht einzuschalten und fragte vorher ab, wer alles die Sendung gesehen habe. Es hoben sich noch mehr Arme, als ich erwartet hatte. In ein Lichtermeer getaucht, entstand einer jener Momente, in denen Konzerte einen gl√ľcklich, aber auch ein wenig dem√ľtig werden lassen. Jennifers Stimme und dieser au√üergew√∂hnliche Song lie√ü Gesichter and√§chtig strahlen (nat√ľrlich leisteten die vielen Lichter auch einen entscheidenden Beitrag hierzu ūüėČ ).

Unplugged-Songs und ein Drumsolo

Nach drei Songs mitten im Publikum wurde Jennifer von der Security wieder aus dem Saal geleitet, und es kam mit einem gro√üartigen Drumsolo von Kai Tschierschky wieder deutlich mehr Druck in die Turbinenhalle und ins Set. Mit Misery er√∂ffnete Jennifer, die die kleine Pause genutzt hatte, um sich umzuziehen und im kurzen Lackrock wieder auf der B√ľhne zu erscheinen, den letzten Teil des Abends. Es ist immer wieder h√∂chst erstaunlich, wieviel Stimme aus so einer kleinen, zierlichen Person kommen kann.

Mit Heart of the Hurricane folgte einer der bislang erfolgreichsten Titel der Bandgeschichte. Sollte das Zusammenspiel zwischen Stefan Herkenhoff, Bassist, Rampensau und Anheizer, der stimmlich √ľberragenden Jennifer Haben und Chris Hermsd√∂rfer, der den dunklen, growlenden Part im Gesang¬†sowie die zweite Gitarre besetzt, weiterhin so hervorragend funktionieren, d√ľrften Beyond The Black den Zenit der Karriere noch lange nicht erreicht haben. Das Oberhausener Publikum verlie√ü an diesem Abend die Turbinenhalle nach der Zugabe In The Shadows jedenfalls mit zufriedenen Gesichtern.

Setlist BEYOND THE BLACK @ Oberhausen, Turbinenhalle (23.10.2019)

01. Hysteria
02. When Angels Fall
03. Songs Of Love And Death
04. Beyond The Mirror
05. Written In Blood
06. Unbroken
07. Spiderweb Of Eyes
08. RunningTo The Edge
09. Million Lightyears
10. Dear Death
11. Through The Mirror (Akustik)
12. Song For The Godless (Akustik)
13. Salve Regina (Michael Patrick Kelly Cover/Akustik)
14. Drum Solo
15. Misery
16. Heart Of The Hurricane
17. Lost In Forever
18. Shine And Shade
19. Hallelujah
20. In the Shadows (Z)

Weblinks Beyond The Black:

Facebook: www.facebook.com/beyondtheblackofficial/
Homepage: http://www.beyond-the-black.com/de/

Geschrieben von
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