2 Meinungen zu: ESBEN AND THE WITCH – Nowhere

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung:


6 Katja

9 Michael

Die Gesamtnote ergibt sich aus den beiden Einzelnoten

7.5

ESBEN AND THE WITCH -- Nowhere

Am 16. November 2016 erscheint mit Nowhere das f├╝nfte Album, davon vier Studioalben, von Esben And The Witch und da die Band in unserer Redaktion einen gro├čen Stellenwert genie├čt, haben sich gleich zwei Redakteure dem neuen, bei Season Of Mist erschienenen, Werk angenommen und sind durchaus zu leicht unterscheidlichem Ergebnis gekommen:

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Autorin: Katja Spanier

Mit ihrem expressiven, d├╝steren und zugleich zerbrechlichen und eindringlichen Sound nehmen Esben And The Witch eine besondere Stellung innerhalb des Independent-Sektors ein. In Verbindung mit ihren St├╝cken fallen Genre-Begriffe, wie Post-Rock, Gothic-Rock (warum auch immer), Dark-Wave, Goth-Punk, Punk-Rock, Post-Punk, Prog-Rock, Alternative-und Independent-Rock (die ja irgendwie immer passen, wenn Gitarren drin sind und es kein Metal ist). Niemals alle auf einmal, aber durchaus in summa. Welches Wort jedoch untrennbar mit Esben And The Witch verbunden scheint, ist Anspruch.

Nowhere ist das f├╝nfte Album der Briten, die nun im Release-Jahr auf eine bereits 10-j├Ąhrige Geschichte zur├╝ckblicken k├Ânnen. Zentral in ihrem Werdegang d├╝rfte 2016 der Vertragsabschluss beim Independent-Label Season Of Mist gewesen sein, den die Band mit dem Vorg├Ąngeralbum Older Terrors beeinstandete. Auf Nowhere haben Esben And The Witch noch einmal die Stellschrauben an ihrem Sound angesetzt. Im Wesentlichen beschreibt dieser das Spiel aus dem krachenden Noise dr├Âhnender Riffs und dominanter Drums, die die vor Ausdruck beinahe ├╝berbordende Stimme von Rachel Davies erbarmungslos vor sich her treiben (Dull Gret). Ab und zu g├Ânnt man sich eine Verschnaufpause bei ruhigeren Songs oder schafft im selben zu den Bergen noch die entsprechenden T├Ąler.

Im ersteren Fall entstehen so wundersch├Âne, zarte, unpr├Ątenti├Âse, wie harmonische Songs wie Golden Purifier, The Unspoiled und Seclusion. Im anderen, zweiten Fall jedoch merkw├╝rdig sperrige, auf L├Ąnge gebrachte Epen, bei denen der Ausdruck und oben erw├Ąhnter Anspruch mit der Brechstange in die Geh├Ârg├Ąnge gehebelt wird. So geh├Ârt im Opener A Desire For Light, einer zwingenden, fast kindlichen Anrufung des lebensspendenden Himmelsgestrins, die ├╝ber eine Distanz von siebeneinhalb Minuten nicht nur gesungen, sondern mit jeder Faser musikalischen Aufgebots auch gemeint und sehr gewollt wird.

Der Leser und mit Sicherheit auch Fan von Esben And The Witch m├Âge es mir nachsehen, dass auch bei Album Nummer f├╝nf der Briten, was Arrangements, musikalischer Ausdruck und Emotionalit├Ąt bei mir gerade in diesen F├Ąllen, die ja ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal der Band darstellen, der Funke wieder nicht so recht ├╝berspringen wollte. Und so kann mich Nowhere, obgleich deutlich gereift und mit einigen ansehnlichen Perlen best├╝ckt, nicht auf kompletter Distanz ├╝berzeugen. Fans der Band werden sich jedoch ├╝ber ein weiteres gro├čartiges Werk von Esben And The Witch freuen k├Ânnen, die sich wieder einmal, auch das sollte man bei aller individuell angebrachter Kritik anmerken, in wohltuender und authentischer Weise vom Zeitgeist abheben.

Anspieltipps: Golden Purifier, The Unspoiled

Autor: Michael Gamon

Esben And The Witch, seit 10 Jahren G├Âtter der d├╝ster-atmosph├Ąrischen Rockmusik, starten ihr neues Album Nowhere ausgerechnet mit dem Songtitel A Desire For Light, doch da muss ich Euch leider sofort weitestgehend „entt├Ąuschen“, denn es bleibt auch heute wundervoll d├╝ster und nur der Stern mit dem die Band aus Brighton ├╝ber allen anderen Genrekollegen leuchtet, sorgt f├╝r ein Licht im heimeligen Dunkel. Doch das ist durchaus positiv zu verstehen, denn die Band selbst versteht Nowhere als eine ganz besondere Welt, in der ÔÇ×die Dunkelheit erforscht und nicht gef├╝rchtet wird und Schatten als Erinnerungen an das Licht dienen.ÔÇť Wir alle geh├Âren nach Nowhere und sollen hier unseren Frieden finden. Dem ist eigentlich kaum etwa hinzuzuf├╝gen, au├čer…:

Freunde der Musik von Esben And The Witch werden sich auch auf Nowhere sogleich zuhause f├╝hlen, denn sie haben ein absolut einzigartiges Sounduniversum geschaffen, in das sich auch Nowhere perfekt einf├╝gt. Immer wieder schauen alte (Klang-) Bekannte vorbei, um den H├Ârer tief in ihre Welt zu ziehen und dort ihre volle Sch├Ânheit zu offenbaren oder die Dynamik im Zentrum quasi ins Unermessliche zu steigern. Im Vergleich zum Vorg├Ąnger Older Terrors sind die Songl├Ąngen dieses Mal zwar deutlich zur├╝ckgegangen, doch mit gut sechs Minuten (auf Older Terrors lag die Durchschnittsl├Ąnge noch bei knapp 11,5 Minuten) sind sie auch auf Nowhere alles andere als 3-Minute-Punksongs. Gl├╝cklicherweise bekommt auch jetzt jeder Song genug Zeit zu atmen, sich zu wandeln und entfalten. Und mit Golden Purifier hat es sogar eine geradezu waschechte Ballade aufs Album geschafft. Der Song ist aber nicht die einzige Gelegenheit, zwischenzeitlich mal etwas innezuhalten und die Musik, aber nat├╝rlich auch die wundervoll klare und eindringliche Stimme von Fronterin Rachel Davies, zu genie├čen, bevor die n├Ąchste Druckwelle uns zur├╝ck in den Esben And The Witch-Wirbel sp├╝lt und im besten Sinne des Wortes verschlingt. Fast unn├Âtig zu erw├Ąhnen, dass am Ende die Dunkelheit das letzte Wort hat und das vierte Studiolbum der Briten beschlie├čt und dazu anregt, den n├Ąchsten H├Ârdurchgang sogleich anzusto├čen. Unn├Âtig zu erw├Ąhnen, dass das Album mit jedem weiterer Durchlauf weiter w├Ąchst…

Tracklist ESBEN AND THE WITCH ÔÇô Nowhere:

01. A Desire For Light
02. Dull Gret
03. Golden Purifier
04. The Unspoiled
05. Seclusion
06. Darkness ( I Too Am Here)

Esben and the Witch - Golden Purifier (Official Music Video)

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Weblinks ESBEN AND THE WITCH:

Official: https://esbenandthewitchstore.bigcartel.com
Facebook: https://www.facebook.com/esbenandthewitch/

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