SOLAR FAKE – You Win. Who Cares?

SOLAR FAKE – You Win. Who Cares?
Geschätzte Lesezeit: 11 Minute(n)

10 Gesamtwerk

10

Bereits zehn Jahre ist es her, dass Sven mit Broken Grid im Jahr 2008 die ersten Schritte in die elektronische Musikszene setzte. Dass sein damaliges Side-Project sich längst zu mehr als einem kleinen Nebenprojekt entwickelt hat, ist zwischenzeitlich wohl jedem Liebhaber der alternativen elektronischen Musik bekannt. Spätestens mit dem vor drei Jahren veröffentlichten letzten Album Another Manic Episode haben sich Solar Fake in die erste (dunkle) Liga der Electro Acts gespielt und sind von keinem Festival mehr wegzudenken.

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Drei Jahre ließ Sven seine beständig wachsende Fangemeinde auf neues Material warten. Am 31.08.2018 ist es dann endlich soweit gewesen und man durfte sich auf das neuste Kind aus den Händen eines Ausnahmekünstlers freuen. Wie bereits 2015 wird die neue Scheibe auch in diesem Jahr in verschiedenen Ausführungen angeboten. Klare Kaufempfehlung ist die Limited Edition Box, die neben dem Doppelalbum eine Akustik-Version des Albums bietet. Am Klavier wird Sven erneut von Dirk Riegner begleitet, der für absolute Gänsehautmomente sorgt.

CD 1 – You Win. Who Cares?

01. Sick Of You
Leitete das letzte Album noch „eine neue manische Episode“ ein, präsentiert sich der aktuelle Titel You Win. Who Cares? in noch evident-plakativerer Manier. Statt eines Titels im eigentlichen Sinne wird der Hörer ohne Umwege direkt schonungslos damit konfrontiert, dass er keine Heile-Welt-Musik zu erwarten hat. In Verbindung mit Titelbild und Artwork des Albums wird schnell bewusst, dass man sich mit You Win. Who Cares? an den Rand gesellschaftlich-emotionaler Abgründe bewegen wird. Die Resignation, die hinter der Aussage steckt, wird sich als roter Faden durch das Album ziehen. Und so präsentiert sich auch der erste Titel Sick Of You direkt progressiv, eingängig, aggressiv. Wie der Titel erahnen lässt, geleiten Solar Fake ihre Hörer ohne Umwege in eine Gesellschaft, die aus Schein und Lügen zu existieren scheint. Die zu Beginn noch sanfteren Töne werden schnell von elektronischen, harten Beats ersetzt. Wer hier subtile Botschaften sucht, wird schnell eines Besseren belehrt. Wir erleben einen Protagonisten, der auf schonungslose und ja schon hoffnungslose Art und Weise mit der Oberflächlichkeit der heutigen Gesellschaft abrechnet. Beinahe lieblich-sarkastisch präsentieren sich die Strophenteile, während der Refrain in erbarmungslos harter Art alle Wut über eine Welt voll von Trivialität, Geistes- und Gedankenlosigkeit herausschreit. Doch an wen richtet sich der Titel? Ist es das Gegenüber, welches lügt, betrügt, in narzisstischer, egozentrischer Art und Weise nur sich selbst sieht? Oder hält sich der Protagonist einen Spiegel vor? Belügen und betrügen wir uns nicht täglich selbst? Sind wir es nicht selbst, die sich zerstören? Ein auf den ersten Blick schnell zugänglicher Text, der bei genauerer Betrachtung eine wahnsinnige Tiefe mit sich bringt und einen Opener bietet, der seines Gleichen sucht.

Solar Fake - Sick Of You (Official Lyric Video)

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02. Wrong Direction
Der wohl für Solar Fake musikalisch charakteristischste Titel des neuen Albums, der auch auf einem der Vorgänger-Alben einen Platz hätte einnehmen können. Svens zu Beginn unverfälschte Stimme leitet auch den Hörer zunächst in eine falsche Richtung, bevor der Refrain mit voller Kraft geschickt den Bogen schlägt, um anklagend und resigniert zugleich den Weg zurück zur Kernaussage des Albums zu schlagen. Zeitweilig bekommt man den Eindruck, im Refrain seien es zwei Protagonisten, die gegeneinander ansingen. Ein geschickt eingesetzter Effekt, der die zentrale Botschaft des Titels auf eindrucksvolle Art und Weise unterstützt. Und erneut die Frage beim Hörer: Sind wir selbst in die falsche Richtung gelaufen? Bereits nach dem zweiten Titel wird deutlich, dass wir uns wie im echten Leben nicht der Illusion hingeben sollten, dass es die anderen sind, die die falsche Richtung einschlagen, sondern wir selbst dafür verantwortlich sind, unsere einstigen Ideale verloren zu haben. Das kontroverse Spiel in diesem Titel, zum Ausdruck gebracht durch den scheinbaren Dialog eines unverfälschten, abgeklärten Interpreten im immer schnelleren Wechsel mit einer von Aggression und Melancholie getragenen Stimme, die in sich selbst zwiegespalten wirkt, ist so bezeichnend für den Grundgedanken des Gesamtwerkes, dass sich die erste Gänsehaut ihren Weg bahnt. Die Ernsthaftigkeit dieses Titels in ein extrem tanzbares Gewand gepackt – die Charakteristik Solar Fakes zeigt ihre Perfektion in diesem Titel.

03. A Bullet Left For You
Düster, hart, destruktiv, von einer Grundmelodie getragen, die alles Negative dieser Welt in sich zu vereinen vermag. A Bullet Left For You fasst die vorangegangenen Titel perfekt zusammen. Beeindruckend an dieser Stelle, wie sich in den negativen Grundtenor immer wieder optimistisch anmutende Passagen einschleichen, die den Hörer für einen Moment in eine positiv angehauchte Zukunft tragen, welche im nächsten Moment wieder in sich zusammenfällt. Interessant ist bei diesem Stück die Titelgebung. Startet der Refrain mit dem prägnanten „I don‘t miss you at all“, das durchaus auch als Titel hätte fungieren können, hat sich Sven dafür entschieden, den Titel A Bullet Left For You zu wählen. Der Weg vom Nicht-Vermissen einer Person – oder einer Seite des eigenen Ichs? -- bis hin zu der Drohung, noch eine Kugel für sie übrig zu haben, zieht sich musikalisch durch das gesamte Stück. Ein sehr erwachsener Song, der sich live sicher zu einem der Top-Hits entwickeln wird.

04. Invisible
Diese Mid-Tempo-Nummer präsentiert sich unglaublich ausgereift, rund und emotional. Waren es bis dato die Balladen, die für Gänsehaut und Tränen gesorgt haben, ist es bei diesem Titel eine bis zur Perfektion ausgereizte Mischung aus einem unfassbar tiefgründigen Text – dem vielleicht ausgereiftesten in der Geschichte Solar Fakes – perfekter musikalischer Untermalung und einem Gefühl, das wohl kaum ein anderer Künstler so ausreizen kann wie Sven. Ein Protagonist, der am Boden liegt, ein Leben lang beeinflusst und getrieben von allen äußeren Einflüssen dieser Welt. Der Ausweg nur darin, für diese Welt unsichtbar zu werden, sich in sich selbst aufzulösen, augenscheinlich zu verschwinden. Und erneut die Frage, die sich von Titel zu Titel zieht – sind es unsere Mitmenschen, mit denen wir abschließen, die unser Leben beeinflussen, uns „im Nacken packen und zu Boden drücken“? Oder sind wir selbst, allein für unsere Handlungen und unser Schicksal verantwortlich? Beständig wird der Spannungsbogen nach oben getrieben, bis er in einem schieren Konglomerat aus Emotionen, Hoffnung, Resignation und Destruktion zum Bersten gerät. Einer der rundesten Titel, die Solar Fake jemals produziert haben und live zukünftig wahrscheinlich von keinem Auftritt mehr wegzudenken. Hat es zehn Jahre gedauert, bis Solar Fake diesen Titel komponiert haben, dann sind wir gespannt, was in den nächsten zehn Jahren passiert. All das, was die Musik Solar Fakes ausmacht, findet sich in diesem Titel. Man könnte an dieser Stelle noch viel schreiben Wir fassen es kurz zusammen: Chapeau!

05. Anything You Want
Es geht schonungslos weiter. Keine Zeit zum Durchatmen. Bei diesem Titel wird die erbarmungslose Weiterentwicklung zu Another Manic Episode besonders deutlich. Hier geht es scheinbar nicht mehr um psychische Erkrankungen einzelner Personen, sondern um das Krankheitsbild einer gesamten Generation. Die Suche, vielleicht auch die Sucht, nach Liebe und Aufmerksamkeit, nach persönlicher Anerkennung und Nähe treibt uns an unsere Grenzen, wir opfern unsere Persönlichkeit, verstecken uns vor uns selbst „um einen Krieg zu führen, den wir nicht gewinnen können“. Einsamkeit, Trauer, Depression bringen uns an unsere persönlichen Grenzen, wir stehen im persönlichen Widerspruch zu uns selbst. Und ist es nicht der tägliche Kampf mit uns selbst, der Blick in den Spiegel, die Auseinandersetzung mit unserem Tiefsten Inneren, der uns an unsere Grenzen treibt? Eindrucksvoll setzen Solar Fake einen unfassbar tiefgründigen Text musikalisch um. Ein Einstieg, der einen direkt hart und ungebremst in die getriebene Seele eines Menschen schickt, der vor sich selbst wegzurennen scheint. Schnell, hart, düster beginnt der Titel, aber nicht, ohne scheinbar positive Zwischenelemente einzuschieben, geschickt unterbrochen von kurzen Störern, die den Hörer zum Nachdenken anregen. Und dann der wohl eindrucksvollste Part des gesamten Stückes -- eine Bridge, die sich in den Geist des Hörers einschleicht, dort bleibt, sich verankert. Die Frage, warum man seinen Weg geht wie geplant, nicht davon abweichen kann, bleibt haften, bis der Titel sich unerbittlich in den Refrain steigert, nicht ohne vorher den inneren Kampf mit sich selbst nochmal musikalisch zu untermalen. Gleichzeitig schreiend, aggressiv und emotional distanziert endet der Titel mit dem eigentlichen Refrain abrupt, ohne Vorwarnung. Ein Highlight dieses Albums, das bei jedem Hören ein Stück gewinnt.

06. The Pain That Kills You Too
Im Vergleich zu Anything You Want startet der sechste Track des Albums beinahe poppig, auf jeden Fall aber gegesätzlich zu dem, was der Titel The Pain That Kills You Too beim ersten Lesen erwarten lässt. Beim genauen Hinhören wird der positive Grundtenor jedoch von Beginn an durch harte, destruktive Töne im Hintergrund relativiert, ein Gefühl des Zweifelns an der positiv-hoffnungsvollen Stimmung macht sich breit – scheinbar wie die wohlbekannte, innere Stimme, die man so oft zu verdrängen versucht, wenn die Hoffnung auf eine positive Entwicklung in einem wächst. Der Text selbst ist so konträr, verworren, von einer unfassbar tiefen Destruktivität, dass er beim ersten Hören kaum zu fassen ist. Das spiegelt sich tatsächlich auch phantastisch in der musikalischen Umsetzung wieder, in der wunderschöne E-Piano-Klänge auf tiefe Bässe im Hintergrund treffen. Der schier hoffnungslose Kampf eines Protagonisten, jemand anderes zu sein, sich selbst oder sein Gegenüber nicht mit in den Kampf um die eigene Identität zu ziehen, zu fühlen und das doch eigentlich Unmögliche möglich zu machen. Zugegebenermaßen ist mehrfaches Hören notwendig, um einen wirklichen Einstieg in den Text zu finden, während die Musik einen gleich mitreißt. Zusammen ein wunderbares Gesamtpaket, bei dem sich eine intensive Reise in die Textwelt definitiv lohnt.

07. Just Like This
Der Titel fasst den Inhalt des Songs simpel, aber treffend zusammen. Bereits in den ersten Sekunden des Hörens wird die Dramatik des Stückes dem Hörer bewusst. Treibende Rhythmen, immer wieder durch kleine, geschickte Störer unterbrochen, untermalen die depressive, zerstörerische Grundstimmung der Schlüsselfigur, die getrieben nach Anerkennung und doch im Kampf mit den eigenen Idealen und dem eigenen Stolz daran gescheitert zu sein scheint, sich eine bestimmte Rolle im Leben zu schaffen. Betäubt, gedemütigt, innerlich zerbrochen daran, den Idealen unserer Gesellschaft gefallen zu wollen, steigert sich der Titel mit jeder Sekunde in eine von Wut und Aggressivität getragene High-Tempo-Nummer, die die Ängste und Verzweiflung vieler Menschen in unserer Gesellschaft widerzuspiegeln scheint. Auffällig in diesem Stück sind insbesondere die vielen Reime – eigentlich untypisch für Solar Fake, in diesem Titel aber vielleicht sinnbildlich für all das, was sich in unserem Leben Tag für Tag wiederholt. Zusammengefasst ein Song, der erneut ein hoch aktuelles, gesellschaftlich weit verbreitetes „Krankheitssymptom“ abbildet.

08. Too Late
Weiter geht die Reise mit Too Late. Hatten wir es bei Just Like This noch mit einer Figur zu tun, die daran zerbrochen zu sein scheint, der Gesellschaft nicht genügen zu können, erleben wir hier genau das Gegenteil. Vom Grundtempo ähnlich dem Vorgänger, wird dieser Titel trotz aller melodiöser Härte von einer positiven Atmosphäre getragen. Svens extrem cleane, sich einhämmernde Stimme zu Beginn des Titels führt schnell und ohne viele Worte zur Kernaussage des Stückes. Schluss sich zu verstecken, sich anzupassen -- es ist Zeit, die Masken fallen zu lassen, die unser Selbst zu Gunsten der Gesellschaft verschleiert haben. Ein Stück mit einer sehr positiven Message. Beinahe wird eine Art Aufbruchstimmung kreiert, die Abwechslung zu den vorhergehenden Titeln bietet und trotzdem nicht den inhaltlichen Faden verliert. Extrem tanzbar, eingängig, progressiv – auch dies ist sicher ein Titel, auf den wir zukünftig live nicht verzichten werden können.

09. If This Is Hope
Auf keinem Solar Fake-Album dürfen die Balladen fehlen. If This Is Hope präsentiert sich in einem für eine Ballade recht schnellen Grundtempo, dafür inhaltlich so tieftraurig und von einer Stimmung getragen, die nach wenigen Momenten für Gänsehaut und wohl die ein oder andere Träne sorgen wird. Bereits die ersten Takte auf dem E-Piano lassen erahnen, dass dieser Titel uns in emotionale Tiefen reißen wird, auf die die vorangegangenen Stücke langsam aber beständig hingearbeitet haben. Waren es Wut, Aggression, Resignation, die uns bisher durch das Album getragen haben, erleben wir jetzt eine tief-elementare Trauer, die jede Faser des Hörers packt und sich tief einzementiert in der Seele all jener, die einmal in ihrem Leben ein solches Gefühl erleben mussten.

„It’s the eye of the storm where the rage has gone …“ – nach einem wunderschönen Piano-Intro werden wir mit dieser Zeile in die nächste hochemotionale Sphäre dieses Albums getragen. Im Auge des Sturms -- ein Bild, das nicht das erste Mal Verwendung in der Musikwelt findet, hier aber eindrucksvoll einen Titel einleitet, der erneut in einer gleichzeitig tief ergreifenden und schmerzhaft realistischen Art und Weise in eine Welt voller Trauer, Resignation und Einsamkeit führt. Dennoch hat es der Protagonist in diesem Titel geschafft, sich – zumindest für einen Moment -- mit der Situation abzufinden, sich auf beinahe selbstopfernde Art einem Frieden hinzugeben, der aber nur scheinbar eine Hoffnung in sich trägt. Die musikalische Interpretation des Textes ist erneut hoch-dramatisch. Ist es am Anfang eine Kombination aus wunderschönen Piano-Elementen mit einem sich wiederholenden Windhauch im Hintergrund, steigert sich der Titel im weiteren Verlauf. Langsam wird der zarte Windhauch im Hintergrund stürmischer und gegen Ende des Titels werden wir mit Soundelementen konfrontiert, die Bombeneinschlägen gleichen und verdeutlichen, dass der kurze Frieden nicht von langer Dauer sein wird. Ein beeindruckender Titel, der elegant einen Bogen zum Artwork schlägt und vielleicht die Inspiration für das Titelbild war, welches eine zerstörte Welt zeigt, während Sven die Augen verbunden hat und sich für einen Moment einem scheinbaren Frieden hingibt, der aber angesichts des sich neu aufbäumenden Sturmes eine Hoffnungslosigkeit in sich trägt, die tief ergreifend ist.

10. I Don‘t Fight Back
Der zehnte und somit vorletzte Titel des regulären Albums holt nochmals alles hervor, was an Wut und Aggression aufzubieten ist. Nach der im letzten Song getragen-depressiven Stimmung wirkt dieser völlig anders. Dunkel, schmutzig, hart, jedes einzelne Wort fast greifbar schmerzhaft interpretiert. Man kann nur erahnen, wie Sven hier eventuell an die Grenzen seiner Stimme gegangen sein muss. Man kann den Schmerz und die Aggression, die dieser Titel versprüht, auch als Hörer beinahe körperlich spüren. Der Gesang wirkt – und das ungeachtet der wahnsinnigen stimmlichen Leistung, die Sven hier erbringt – so unglaublich negativ und verzweifelt, dass er einen packt und nicht mehr los lässt. Ein Titel, der Künstler und Hörer alles abverlangt, sich inhaltlich aber in das Gesamtwerk perfekt einordnet. Hier darf man gespannt auf die Live-Interpretation sein.

11. What If There’s Nothing
In gewohnter Solar Fake-Manier endet das Album mit einer Ballade, die dem Hörer den Boden unter den Füßen wegreißt. In Anlehnung an If This Is Hope werden wir bei What If There’s Nothing gedanklich in ein von Düsternis getragenes Endzeit-Szenario katapultiert. Erneut Pianoklänge, scheinbare Bombeneinschläge im Hintergrund. Groß, dramatisch, hochemotional. Betont langsam starten die ersten Zeilen des Titels, zeichnen Bilder einer völlig zerstörten Welt. Doch überraschenderweise kommt in der Mitte des Titels DER Gänsehautmoment des Albums. Der Song wird schneller, der Grundtenor positiver. Der Titel endet mit den wunderschönen Worten:

„Is there a light that could shine on everything
That I haven’t seen and never imagined it was really there
Helping me find a way past all this crap
And no looking back to the days we never had“

Diese vier Zeilen sind ein Geniestreich – ein Album, das getragen wird von Hoffnungslosigkeit, Wut, Angst, Selbstaufgabe – und es sind diese vier Zeilen am Ende, die genau dieses Licht über uns scheinen lassen, uns einen Weg aufzeigen, nach etwas zu suchen, das uns aufrecht hält und uns hilft, unser eigenes Leben positiv zu beschreiten, jeder auf seine eigene Art und Weise, unabhängig von gesellschaftlichen Normen und Zwängen.

Tracklist SOLAR FAKE -- You Win. Who Cares? (CD1):
  1. Sick Of You
  2. Wrong Direction
  3. A Bullet Left for You
  4. Invisible
  5. Anything You Want
  6. The Pain That Kills You Too
  7. Just Like This
  8. Too Late
  9. If This Is Hope
  10. I Don’t Fight Back
  11. What If There’s Nothing
  12. Papillon
  13. Fuck U
Tracklist SOLAR FAKE -- You Win. Who Cares? (CD2):
  1. The Pain That Kills You Too (Mr.Kitty Remix)
  2. Just Like This (Patenbrigade Wolff Remix)
  3. A Bullet Left for You (Ost+Front Remix)
  4. Too Late (In Strict Confidence Remix)
  5. The Pain That Kills You Too (Adam is a Girl Remix)
  6. Wrong Direction (Random Starlight Remix)
  7. If This Is Hope (Era Nocturna & Heavenly Creatures Remix)

Bonus CD 1 – Covers & Remixes

Die Limited Edition Version enthält eine Bonus-CD mit Cover-Versionen und Remixes verschiedenster Künstler. Dieses Mal wurden die Editors mit Papillon und Archive mit Fuck U gecovert, welche inhaltlich zu den restlichen Songs des Albums hervorragend passen und sich im Gewand von Solar Fake harmonisch integrieren. Auf der Remix-Seite sind einige bekannte und auch weniger bekannte Acts für Sven tätig geworden. In Strict Confidence, Adam Is A Girl, Patenbrigade: Wolff, Ost+Front, Mr. Kitty, Random Starlight sowie Era Nocturna & Heavenly Creatures verleihen insgesamt sechs Solar Fake-Stücken des neuen Albums ihre eigene Handschrift. Somit entstehen wunderbare zweite und dritte Perspektiven auf die zum Teil sehr abgewandelten und individualisierten Songs.

Bonus CD 2 – Tranquilised

Nach dem großen Erfolg der Akustik-Shows im Rahmen des Amphi-Festivals 2014 und der Akustik-Konzerte beim Shadowplay e. V.- Doppel-Event im Frühjahr 2015 erschien nun mit Tranquilised in der Limited Edition Box von You Win. Who Cares? das zweite Studio-Akustik-Album von Solar Fake. An Bord ist erneut Dirk Riegner, der auch als Pianist an der Seite von Peter Heppner bekannt ist. Dirk verzaubert gemeinsam mit Sven die Solar Fake-Fans erneut mit einem wunderschönen Piano-Spiel, das die Solar Fake-Titel immer wieder auf eindrucksvolle Art und Weise in eine neue Sphäre zu heben vermag. Tranquilised beinhaltet sieben der elf neuen Titel. Hintergrund hierfür ist, dass nicht zwangsläufig jeder Titel im akustischen Gewand wirkt oder umsetzbar ist. Sven verzichtet auf Sick Of You, A Bullet Left For You, Anything You Want sowie I Don’t Fight Back. Zudem variiert die Reihenfolge der Titel. Gänsehautmomente im Lieferumfang enthalten!

Zusammenfassend könnte man an dieser Stelle Romane schreiben. Fakt ist aber, dass You Win. Who Cares? das mit Sicherheit düsterste und erwachsenste Album in der Geschichte Solar Fakes ist. Ein Album, das dem Hörer aber auch einiges abverlangt, denn wer hier leichte Kost und entspannte Unterhaltungsmusik erwartet, ist sicherlich falsch beraten. Bis zur Perfektion ausgereifte Texte musikalisch unglaublich durchdacht und rund arrangiert, ins Mark erschütternd echt und bis in die letzte Nervenbahn ergreifend --  und dabei noch extrem tanzbar und live mit Gänsehautgarantie. Wir ziehen den Hut.

Geschrieben als Gastbeitrag von Claudia Sonntag und Lars Borgfeld (Shadowplay e. V. -- Der offizielle Fanclub von Solar Fake, Zeraphine und Dreadful Shadows)

Weblinks SOLAR FAKE, FANCLUB und weiteres:

Solar Fake Website

Facebook Page

www.shadowplay-fanclub.de

(DE) Detaillierte Version der Rezension inklusive Exklusivinterview mit Sven Friedrich

(EN) Detailed english version of the review including an exclusive interview with Sven Friedrich

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