U96 – Reboot

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung:


8

Gesamtnote

8

Alle, die den Projektnamen U96 hören, assoziieren diesen mit fragwĂŒrdigem 90er-Jahre Kirmes-Techno, Das Boot und Alex Christensen. Doch auch, wenn Christensen das Projekt U96 schon lange verlassen hat, wird sein Name immer noch damit in Verbindung gebracht. Dabei sind Hayo Lewerentz und Ingo Hauss seit langem auch als Produzentenduo erfolgreich aktiv.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

So scheint es fĂŒr mich schon fast unnötig, mir die neue Platte Reboot ĂŒberhaupt anzuhören. Einzig die im Vorfeld angekĂŒndigten Kooperationen mit Joachim Witt und Wolfgang FlĂŒr (ex-Kraftwerk) machen die Platte fĂŒr mich interessant. Große Erwartungen habe ich nicht. Da immer wieder Herr C. auch bei mir ĂŒber allem schwebt.

Mit dem StĂŒck Angels wird auch fast meine Erwartung bereits vollends bestĂ€tigt. Tanzbare Grooves gepaart mit den Vocals von GastsĂ€ngerin Terri B! scheinen meinen Ohren nicht gut zu tun. Werde ich doch von der Art der Stimme Terri B!s an den jungen Thomas Anders erinnert. Kein guter Einstieg, wie ich finde. F
 Camera legt da eine gewaltige Schippe drauf. Bedrohliche KlĂ€nge mit harten Beats, ganz mein Geschmack. Dabei fĂ€llt mir auf, dass U96 gerade einigen Acts der elektronischen Szene den Spiegel vorhalten. Darf ich das nochmal hören bitte? Nur ein bisschen lauter!

Zukunftsmusik ist ja schon fast Programm an sich. Die erste Zusammenarbeit mit Wolfgang FlĂŒr zeigt, wie sich Kraftwerk heute anhören könnten, wenn Herr HĂŒtter es sich nicht mit Wolfgang FlĂŒr und Karl Bartos verscherzt hĂ€tte. Stilisistisch ganz klar ein StĂŒck aus der KlingKlang-Manufaktur, nur moderner, weiter und fĂŒr heutige VerhĂ€ltnisse fast schon ebenbĂŒrtig. Mit Hildebrandslied entfernt sich FlĂŒr im Fahrwasser von U96 dann aber doch ein wenig weiter weg von seinen ehemaligen Kollegen, und es wird mehr auf Techno und House-EinflĂŒsse gesetzt. NatĂŒrlich lassen sie es zischen und fiepen, aber nicht in dem Ausmaß, wie man es vielleicht erwartet hĂ€tte. Beide StĂŒcke sind aber ein gutes Beispiel dafĂŒr, dass auch die alten Geister immer noch prĂ€sent sind.

Wo wir gerade bei den alten Geistern sind. Joachim Witt hat auf seinem aktuellen Album RĂŒbezahl bereits das StĂŒck Quo Vadis auf seine Art prĂ€sentiert. Ein schweres Brett, angsteinflĂ¶ĂŸend und drohend. In der Version von U96 entwickelt Quo Vadis seinen eigenen Weg. Witt wandert durch den dunklen Nebel der Cyberwelt und ist der DĂ€mon der Vergangenheit, der immer noch nach seinen Antworten sucht. Klingt anders, aber nicht fremd. Witts Stimme ist wandelbar, und auch in dieser Verkleidung ist er Bedrohung und Retter in einer Person.

Reboot ist eine eigenstĂ€ndige Platte, die den Neuanfang von U96 mehr als festigt und berechtigt. Contact Machines, Monkeys oder auch Dark Matter sind Floorfiller fĂŒr ein szeneĂŒbergreifendes Publikum. Angesagte Szeneclubs sowie Futurepop/EBM-Clubs finden hier ihre EinflĂŒsse wieder. Die Stile vermischen sich und kreieren etwas Neues. Reboot ist kein Geheimnis, es ist die Zeichnung einer Cyberwelt, einer Matrix, die wir musikalisch versuchen zu bestimmen und zu untermalen.

Reboot (2cd)

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Reboot ist am 29. Juni bei UNLTD Recordings erschienen.

Tracklist U96 – Reboot:

CD1:
01. Intro
02. Angels (feat. Terri B!)
03. F……. Camera
04. Zukunftsmusik (feat. Wolfgng FlĂŒr)
05. 60 Seconds
06. Monkeys
07. Contact Machines
08. I Saw Brains
09. Losing Our Time
10. Timelapes
11.Hildebrandlied (feat. Wolfgang FlĂŒr)
12. Quo Vadi (feat Joachim Witt)
13. Heart Of Light
14. Supernatural
15. Snow Brain
16. Another World
17. Art Of Reboot

CD2:
01. Blood Of The Rose
02. Dark Matter
03. Human Cosmic
04. Run With It
05. Planet Earth
06. Abhörstation
07. Zukunftsmusik (Radar Remix)
08. Human Cosmic (Original Mix)

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Weblink U96:

Official: https://www.facebook.com/U96reboot/ 

Geschrieben von
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