NOEL GALLAGHER’S HIGH FLYING BIRDS – Who Built The Moon?

NOEL GALLAGHER'S HIGH FLYING BIRDS - Who Built The Moon?
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

9 Songwriting

8 Zusammenhang

Gesamtnote

8.5

Es nervt einen als Rezensenten schon selbst, dass eine Rezension zu einem der beiden Gallagher-Brüder stets mit Oasis beginnt. Aber es ist doch immer wieder verwunderlich und aufschlussreich, sich diesen Vergleich vor Augen zu führen. Denn: Trotz aller berechtigten Wünsche nach einer Wiedervereinigung – es entstanden nun einmal etliche große Nummern dabei – ist es verwunderlich, wie lang das eigentlich gut ging. Das wird auch dann gut deutlich, wenn man die Alben der jeweiligen Nachfolge-Projekte nebeneinander legt. Liam Gallagher hat mit As You Were geradlinigen BritPop veröffentlicht, Noel Gallagher hingegen spannt mit seinen High Flying Birds einen größeren Bogen, der dabei auch zeigt, wer bei Oasis gerade zum Ende hin für das Songwriting verantwortlich war.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Als Oasis im Jahr 2008 mit Dig Out Your Soul rauskamen, waren Repetitions-Schleifen in Stücken wie The Rapture ein Thema, im Jahr drauf coverten sie auf dem Tribute Brand Neu! von besagten Neu! das Stück I Can See It Now und Noel Gallagher machte aus seiner Vorliebe für den Krautrock-Act keinen Hehl. Die Verankerung im BritPop ist erhalten geblieben, ein Faible für eingängige Refrains ist dabei auch nicht abhanden gekommen – und so ist man mitten in Who Built The Moon? angekommen. Die Vorliebe für Neu! begegnet dabei direkt im Opener Fort Knox, das vor allem Intro-Charakter hat. Repetetive Melodieführungen, ein beständiges Klingeln, aber auch ein nicht abreißender Spannungsbogen leiten gut in das Album ein.

Beim folgenden Holy Mountain ist man direkt mittendrin im Album und wundert sich: Bläsersätze und Woo-Hoos ist man in der Form auch nicht gewohnt von Noel Gallagher. Und doch passt dieser scheinbare Gegensatz von Stück eins zu Stück zwei gut zusammen. Das setzt sich auch in Keep On Reaching gut fort, das einen drängenden Rock’n’Roll-Appeal zum Bisherigen ergänzt. Eingängige BritPop-Momente kommen auch nicht zu kurz, wie man unter anderem Be Careful What You Wish For wieder feststellt, das ein weiteres Mal sehr gut das Handwerk des Noel Gallagher gut untermauert. Allerdings ist man gerade an dieser Stelle auch an einem Punkt angelangt, an dem etwas unklar wird, wo die musikalische Reise hingehen soll. Das Songwriting stimmt, qualitativ ist es über jeden Zweifel erhaben, aber einem fehlt hier und da die Zielstrebigkeit.

Das Album daran festzumachen, wäre für Who Built The Moon? als Ganzes natürlich nicht angebracht, denn an sich gibt es musikalisch nichts zu mäkeln. Einzig begegnet hier und da die Frage, ob hier nicht evtl. zu viele Ideen oder auch musikalische Ansätze auf einmal versucht wurden, unterzubringen. Das allerdings ist Jammern auf hohem Niveau, denn ein Album wie Who Built The Moon? muss man erst einmal schreiben und aufnehmen.

Tracklist NOEL GALLAGHER’S HIGH FLYING BIRDS – Who Built The Moon?:

01. Fort Knox
02. Holy Mountain
03. Keep On Reaching
04. It’s A Beautiful World
05. She Taught Me How To Fly
06. Be Careful What You Wish For
07. Black & White Sunshine
08. Interlude (Wednesday Part 1)
09. If Love Is The Law
10. The Man Who Built The Moon
11. End Credits (Wednesday Part 2)
12. Dead In The Water (Live at RTE 2FM Studios, Dublin)

Weblinks NOEL GALLAGHER’S HIGH FLYING BIRDS:

Homepage: www.noelgallagher.com
Facebook: www.facebook.com/noelgallaghermusic
Twitter: www.twitter.com/noelgallagher

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