MILKY CHANCE РKöln, Palladium (21.11.2017)

Milky Chance, © Angela Trabert
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Milky Chance ist der Überraschungscoup der letzten Jahre aus Deutschland. National und international landeten Clemens Rehbein und Philipp Dausch einen riesigen Hit mit Stolen Dance und ihrem ersten Album Sadnecessary, was sich weltweit glänzend verkaufte. Inzwischen erschien Album Nummer zwei, was die Herren aus Kassel Blossom tauften.

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Doch bevor sie dies im ausverkauften Palladium live vorstellen, geh√∂rt zun√§chst dem Support die B√ľhne. Kim Churchill ist ein S√§nger aus Australien, der viele Instrumente beherrscht, aber auch gleichzeitig spielt. Er bedient also beispielsweise eine Trommel mit den F√ľ√üen. Es ist gute, solide Singer-/Songwriter-Musik mit einem starken Hang zum Folk. Was durchaus gut beginnt, reizt sich mit Dauer seines Auftritts allerdings aus. Die Musik klingt immer sehr √§hnlich und wird dadurch leider etwas eint√∂nig. Die K√∂lner schenken ihm jedoch gro√üz√ľgigen Beifall.

Nach der obligatorischen Umbaupause, er√∂ffnen Milky Chance mit Band dann den Hauptteil des Abends. Und hier wird sofort klar, wohin die Reise gehen wird. Sehr viele bunte Scheinwerfer und sogar richtig gro√üe bunte Lichterkugeln, sorgen von Beginn an f√ľr Partystimmung und Wohlgef√ľhl. Es bleibt so den ganzen Abend √ľber und erweist sich als ein Stilmittel f√ľr die Show. Und auch wenn Wikipedia Milky Chances Stil eher Folktronica nennt, so ist auch eine geh√∂rige Portion Reggae mit dabei. Und ein Klischee wird gleich mitbedient: Selten riecht es seit dem Rauchverbot auf Indoor-Konzerten noch so nach Gras wie an diesem Abend. Der Stimmung tut dies nat√ľrlich keinen Abbruch. Da die Show sich aber dadurch ganz gut von selber tr√§gt, k√∂nnen Milky Chance auf Ansagen und Anekdoten fast g√§nzlich verzichten. Entertainment scheint auch nicht die St√§rke von Frontmann und S√§nger Clemens Rehbein zu sein.

Musikalische Unterst√ľtzung erh√§lt Milky Chance beim St√ľck Cold Blue Rain von Ferdinand Schwarz an der Posaune und in den Zugaben gesellt sich zus√§tzlich noch Severin Kantereit ‚Äď beide Musiker der Band Annenmaykantereit – mit auf die B√ľhne und haut kr√§ftig auf ein Schlagwerk. Ein weiteres Sahneh√§ubchen ist die Coverversion von The Dreamer von The Tallest Man on Earth, was Rehbein und Dausch ohne jegliche Verst√§rkung auf der Gitarre spielen und singen. Daf√ľr muss das Publikum still sein, denn sonst sind sie nicht zu h√∂ren. Und der Plan geht auf. Keiner quatscht, nur wenige z√ľcken das Handy, aber nahezu alle lauschen und erfreuen sich an der Musik. Alles f√ľgt sich gut zusammen, die Band spielt professionell und es wirkt nicht einstudiert, sondern authentisch. Auch dass sich die Musiker eher sch√ľchtern geben, wirkt sympathisch und unterstreicht, dass die Karriere von Milky Chance trotz sehr gro√üen Erfolgs noch jung ist und am Anfang steht.

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Behalten Milky Chance diese Rezeptur, sowohl musikalisch als auch im Auftreten bei, so werden sie auch k√ľnftig in der deutschen Musiklandschaft mitmischen. Denn ihr Erfolgsgeheimnis ist eigentlich gar nicht so schwer zu durchschauen. Es ist f√ľr jeden etwas dabei. Und das ist eine gro√üe Kunst.

Setlist MILKY CHANCE @ Köln, Palladium (21.11.2017):

01. Clouds
02. Ego
03. Blossom
04. Doing Good
05. Firebird
06. Flashed Junk Mind
07. Peripeteia
08. Cold Blue Rain
09. Fairytale
10. Down By the River
11. Sadnecessary
12. Alive
13. Bad Things
14. Loveland
15. Cocoon
16. The Dreamer (Z)
17. Stolen Dance (Z)
18. Sweet Sun (Z)

Fotos: Angela Trabert

Geschrieben von
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