BETH DITTO – Köln, E-Werk (26.09.2017)

Fotos: BETH DITTO
Beth Ditto, © Markus Hillgärtner
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Für einen Konzertabend der Superlative sorgte Beth Ditto im nahezu ausverkauften Kölner E-Werk.

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Den Auftakt machte zunächst die britische Singer/Songwriterin Annabel Allum, die stark an die ebenfalls britische Band Daughter erinnerte, in Sachen Frisuren aber scheinbar eher in Richtung Rod Stewart tendiert. Ihre gefühlvollen Songs verebbten leider etwas in den Gesprächen der Anwesenden.

Danach hieß es dann aber: Vorhang auf für Beth Ditto. Nachdem die mittlerweile 36-Jährige als Sängerin des Trios (The) Gossip und abseits der Musik als Modedesignerin, Model und Muse Karl Lagerfelds bereits ein weiträumiges Feld mit ihrem Können abgesteckt hat, zauberte das Multitalent im Sommer das Soloalbum Fake Sugar aus dem Hut.

Mit einer Mischung aus ebendiesen Songs, sowie ein paar Gossip-Klassikern (Love Long Distance, Standing in the Way of Control & Heavy Cross) und dem Erasure-Cover Respect („It’s so hard to sing! That’s why I respect the Eighties!“) brachte sie ein Publikum zum Toben, das nicht weniger bunt war, als ihr Paillettenkleid selbst. Die hochsympathische Powerröhre lächelte durchgehend und schlug mit viel Augenkontakt, einem dezenten Bäuerchen und direkten Ansprachen eine Brücke zum Publikum über den Bühnengraben hinweg.

It took 2 hours to get it on, it takes 15 minutes to take it off!

witzelte sie über ihr Makeup, das ihrer Performance einfach nicht standhalten konnte. Einzig das Günstigste an ihrem Outfit, der Maybelline-Lippenstift für $3, schien für die Ewigkeit gedacht. Zwischen den elf Songs des Mainsets gab es immer mal wieder solche Anekdoten, sowie Ausflüge in die deutsche Sprache und die Vorführung des vermeintlich dümmlichen Bassisten Ted, die zum Running Gag wurde.

Neben der außergewöhnlichen Kontrolle über ihre Stimme sorgte auch ihre Agilität für bewundernde Blicke: Beth flitzte quer über die Bühne und hob dankbar die Geschenke auf, die ihr auf die Bühne geworfen worden. Neben einem spontanen Zuflug von Taschentüchern aufgrund ihrer leichten Erkältung bescherte ihr das Publikum zudem zwei pinke Plakate, verziert durch den handgeschriebenen Songtext von Bikini Kills Rebel Girl, und eine Regenbogenflagge, die sie stolz als Cape trugt und damit ihren Status als heroische Galionsfigur der LGBTQ-Bewegung weiter festigte.

Im Anschluss an dieses Entertainment-Allroundpaket gab es tosenden Applaus, der Frau Ditto für drei Zugaben erneut auf die Bühne lockte. Nachdem mit dem Gedenksong Clouds (Song for John) ruhigere Töne angeschlagen wurden, drehten Beth und ihre Band zu Heavy Cross und Fire nochmal richtig auf. Die Krönung des Abends war die Abschiedszeremonie, bei der Band wie Publikum gleichermaßen stolz und lautstark We are the Champions intonierten.

Setlist Beth Ditto @E-Werk, Köln (26.09.2017)
01. Oh My God
02. In And Out
03. I Wrote The Book
04. Fake Sugar
05. Open Heart Surgery
06. Ooh La La
07. Lover
08. Love Long Distance
09. We Could Run
10. Respect (Erasure Cover)
11. Standing in the Way of Control
12. Clouds (Song for John) (Z)
13. Heavy Cross (Z)
14. Fire (Z)

Fotos: Markus Hillgärtner

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