DAF / TIGERJUNGE – Dortmund, FZW (26.05.2017)

DAF / TIGERJUNGE - Dortmund, FZW (26.05.2017)
DAF, © Martina Peitz
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Noch kürzlich wurde die bald erscheinende Kollektion Das ist DAF angekündigt, für einen einzigen Konzertabend kamen Gabi Delgado-Lopez und Robert Görl nun aber erstmal ins Freizeitzentrum West. Bevor die Punk-Legende ihr Publikum begeisterte, gab es allerdings einen sehr speziellen Support zu bestaunen. Tigerjunge, so nennt sich das Bochumer Duo, bestehend aus Sänger Dino Pischel und dem für Sound zuständigen Christian Althaus, haben bereits im Januar 2011 ihr erstes Album Jedes Lächeln bringt Punkte veröffentlicht – und trotzdem nur ganze 480 Likes auf Facebook.

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Speziell und radikal ist der Klang, der aus den Boxen hämmert, schon. Fette, abwechslungsreiche Beats zwischen heftigem Electro-Punk und Synth-Pop, teilweise könnten die Instrumentals auch auf Konzerten von HipHop-Acts der Güteklasse K.I.Z funktionieren. Lyrisch vertraut Pischel nicht selten auf DAF-esque (sprich: seeeehr monotone) Strukturen und singsprechbrüllt dabei irgendwas zwischen „Zum auf den Arm tätowieren”-Slogans und komplettem Schwachsinn ins Mikro. Sicher ein Grund, warum nicht alle Besucher bis zum Ende vor der Bühne bleiben oder erst gar nicht in die Nähe dieser kommen. Aber irgendwie war das, was Tigerjunge auf die Bühne brachten, auf knackige 30 Minuten komprimiert schon ziemlich cool. Oder einfach: Punk. Und dementsprechend ein ziemlich gut passender Anheizer, für das, was da noch kommen sollte. Zusätzliche Sympathiepunkte gibt es für Pischels Abschiedsgruß „Danke, dass ihr bis zum Schluss hier geblieben seid.“ Wenn wirklich jedes Lächeln Punkte bringt, haben Tigerjunge mindestens mit diesem selbstironischen Statement gut gescored.

Halbe Stunde Pause, dann passiert das, was seit vielen Jahren immer passiert, wenn DAF eine Bühne entern. „Guten Abend Jungs und Mädchen, wir sind die Deutsch Amerikanische Freundschaft und jetzt geht’s los, SCHÖN UND JUNG UND STARK, NIMM DIR, WAS DU WILLST, VERSCHWENDE DEINE JUGEND…“ – aber Moment mal, was ist das??? Gabi und Robert werden doch nicht etwa… doch, werden sie. Tatsächlich hat das Kultduo seit den letzten Deutschland-Konzerten im vergangenen Jahr endlich mal etwas an der Setlist verändert. So gab es als Opener das live lange schmerzlich vermisste Greif nach den Sternen. Eine schöne Überraschung, der noch zwei weitere folgen sollten. Auch Sex unter Wasser und Liebe auf den ersten Blick wurden seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr live dargeboten. Die ganzen anderen wichtigen Hits gab es natürlich trotzdem, lediglich die 2003er-LP 15 neue DAF-Lieder war mit nur einem Song (Liebeszimmer) etwas arg unterrepräsentiert. Der zu Konzertbeginn etwas leise Sound wurde nach fünf Songs und einigen Fan-Beschwerden spürbar nach oben korrigiert, welches bei manchem Stück für deutlich zu viel Bass sorgte – ein kleiner Wermutstropfen bei einem sonst tollen Auftritt, der wieder einmal zeigte, dass DAF noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Mit dem lautstark mitgesungenen Der Räuber und der Prinz, Alles ist gut und mehreren „Muchas Gracias“ verabschiedeten sich Gabi und Robert schließlich nach 75 hochenergetischen Minuten.

Setlist DAF @ Dortmund, FZW (26.05.2017):

01. Greif nach den Sternen
02. Muskel
03. Verschwende deine Jugend
04. Der Mussolini
05. Ich und die Wirklichkeit
06. Mein Herz macht Bum
07. Ich will
08. Verlier nicht der Kopf
09. Osten währt am Längsten
10. Sex unter Wasser
11. Sato-Sato
12. Du bist DAF
13. Alle gegen alle
14. Kebapträume
15. Liebe auf den ersten Blick
16. Liebeszimmer
17. Nachtarbeit
18. Als wär’s das letzte Mal
19. Der Räuber und der Prinz (Z)
20. Alles ist gut (Z)

Fotos: Martina Peitz

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