FORCED TO MODE & ADAM IS A GIRL – Oberhausen, Kulttempel (16.12.2016)

Fotos: FORCED TO MODE
Forced to Mode © Frank Güthoff
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Ein letztes Mal persönlicher Livemusik-Spaß vor Weihnachten. Die Depeche Mode-Coverband Forced To Mode und das noch recht unbekannte Synthpop-Duo Adam Is A Girl füllten den Oberhausener Kulttempel acht Tage vor dem Fest und lieferten einen mehr als zufriedenstellenden Konzertabend. Doch der Reihe nach: Adam Is A Girl, bestehend aus Sängerin Anja Adam und Drummer Alex Pierschel, bekamen eine Dreiviertelstunde Zeit, um die einigen hundert Besucher zu überzeugen. Was in großen Teilen dann auch gelang. Die Songs, zwischen tanzbar und atmosphärisch-ruhig gehalten, wurden allesamt wohlwollend aufgenommen und die anfangs etwas eingschüchtert wirkende Anja taute im Verlauf des Auftritts zunehmend auf. “Vor so vielen Leuten haben wir wohl noch nie gespielt”, sagte sie. Wenn dem wirklich so war: Generalprobe bestanden! Ein Act mit Potenzial.

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ADAM IS A GIRL Setlist @ Oberhausen, Kulttempel (16.12.2016)

01. Intro
02. Downstream
03. Daydream
04. All Yours
05. Be My Baby
06. Sky
07. Shadows
08. Soldier
09. Salt

Kurz nach 22 Uhr begann dann die Zeitreise durch das frühere Werk vom größten Synthie-Pop-Act der Musikwelt. “The Devotional Tribute To Depeche Mode” – so bezeichnen sich Matthias Kahra, Thomas Schernikau und Christian Schottstädt von Forced To Mode. Dementsprechend gab es wie üblich keine DM-Songs, welche nach 1994 veröffentlicht wurden. Was die meisten Fans jetzt nicht erkennbar störte. Stattdessen garnierte das Berliner Trio die Setlist mit massig uralten Klassikern und Raritäten, die das Original aus Basildon niemals mehr live spielen würde. Für nicht wenige Zuhörer dürfte der Gig der erste Kontakt mit Songs wie Pipeline, Puppets, Sea Of Sin oder dem abschließenden Route 66 gewesen sein. Dass angesichts der brutalen Ticketpreise, welche Depeche Mode für ihre 2017er-Tour verlangen, die Nachfrage nach einer derartig qualitativ hochwertigen Coverband ansteigt, sollte nicht verwundern. “Ihr seid ja doppelt so viele wie letztes Jahr”, bemerkte Sänger Schottstädt nach einigen Stücken hocherfreut. Die deutlich höhere Zuschauerzahl verdienen sich die drei Protagonisten durch ein stimmlich wie musikalisch durchweg überzeugendes Konzerterlebnis, die quasi alle “Schwächen” ausmerzt, welche die Konzerte des Originals seit dem Abgang von Sound-Magier Alan Wilder durchziehen. Das textsichere und feierwütige Publikum tat sein Übriges. Manch ein Song der “Post-SOFAD-Ära” wäre sicher noch eine schöne Ergänzung des Programms (man denke beispielsweise an Wrong, It’s No Good, Barrel Of A Gun oder John The Revelator), aber schließlich brauchen auch die besten Tribute-Bands noch ein wenig Luft nach oben, richtig? Eine Win-Win-Situation für Club, Band und Fans: Der nächste Forced To Mode-Gig im Kulttempel wurde für Oktober 2017 direkt mit angekündigt. Den Schreiber dieser Zeilen würde es nicht verwundern, wenn an den Wänden des Venues an der Mülheimer Straße dann ein “Ausverkauft”-Schild hängen würde.

FORCED TO MODE Setlist @ Oberhausen, Kulttempel (16.12.2016)

01. Black Celebration
02. World In My Eyes
03. Walking In My Shoes
04. Shake The Disease
05. Stripped
06. Pipeline
07. The Things You Said
08. Master And Servant
09. Told You So
10. In Your Room
11. A Question Of Time
12. Personal Jesus
13. Enjoy The Silence
14. Puppets
15. But Not Tonight
16. Photographic
17. Never Let Me Down Again
18. Sea Of Sin (Z)
19. Behind The Wheel (Z)
20. Route 66 (Z)

Fotos: Frank Güthoff

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