Website-Icon Monkeypress.de

CITY AND COLOUR & LUCY ROSE – Köln, Palladium (13.02.2016)

Fotos: CITY AND COLOUR

City and Colour, © André Techert

Achtung: Der folgende Konzertbericht ist sehr subjektiv geschrieben und spiegelt nicht die Meinung der Allgemeinheit wieder.

Ursprünglich für die Live Music Hall angekündigt, musste das Konzert aufgrund der hohen Nachfrage leider ins Palladium umgelegt werden. Nicht, dass ich den Musikern ihren Erfolg nicht gönnen würde, jedoch wäre bei dieser Konstellation die Intimität eines kleinen Clubs der Atmosphäre zuträglicher gewesen als eine Halle, die Platz für bis zu 4.000 Besucher bietet.

Den Anfang machte die als Special Guest angekündigte Singer-Songwriterin Lucy Rose aus Großbritannien und schien -unterstützt von ihrer Band- mit ihrem lieblichen und glockenklaren Gesang zu überzeugen. Mich persönlich erreichte sie damit weniger, dabei gab es an der Performance an sich eigentlich nichts auszusetzen. Mir wirkte der Auftritt einfach zu steril und damit austauschbar. Interessanterweise hat die Dame auf ihrem aktuellen Album einen Track namens Köln, sah aber an diesem Abend davon ab, ihn zu spielen und besang mit Nebraska und dem letzten der insgesamt zehn Songs Sheffield lieber andere Ortschaften. Viel mehr lässt sich zu ihrem Auftritt nicht sagen, da er -ich weiß, ich wiederhole mich hier- vermutlich aufgrund der Unpersönlichkeit der riesigen Halle einfach so an mir vorbeizog. Auf Platte gefällt mir die Musik nämlich ganz gut.

Setlist LUCY ROSE @ Köln, Palladium:

01. Into The Wild
02. My Life
03. Cover Up
04. Middle Of The Bed
05. Shiver
06. Shelter
07. Nebraska
08. Our Eyes
09. Bikes
10. Sheffield

Nach der obligatorischen Umbaupause, die gerade fürs Bierholen reichte, da sich jemand vordrängelte und die Thekenkraft sich bei mir wohl dachte “das Beste (bedien ich) zum Schluss”, enterte Dallas Green alias City And Colour (wie der Schlingel wohl auf den Namen kam?) die Bühne. Opener war das sphärische Woman, das auch der Auftakt auf dem aktuellen Album If I Should Go Before You ist. Als Intro war der neunminütige Song gut gewählt und auch die visuelle Untermalung in Form eines rot-blauen LED-“Himmels” war stimmig. Zudem schien der 35-jährige voll in seiner Musik aufzugehen und legte so eine authentische Performance hin. Unterstützt von seiner Band, darunter auch Jack Lawrence (The Raconteurs, The Dead Weather), lenkte er auch seine älteren Songs auf die Fullband-Bluesschiene, zu der er sich im Laufe seines Schaffens entwickelt hat. Was zunächst nach einer spannenden und interessanten Idee klingt, wurde aber im Verlauf des Abends für mein Empfinden etwas zäh, denn so hörten sich so viele Lieder schlichtweg gleich an, da sie allesamt nach dem gleichen Schema abliefen. Besonders ärgerlich fand ich das bei Sleeping Sickness, denn bei diesem hätte man den Eindruck gewinnen können, dass sich eine überambitionierte Blues-Coverband an dem Song vergriffen hatte. Zudem ging unter der Masse der Instrumente das in den frühen Songs so ausgeklügelte Gitarrenspiel Dallas’ unter, denn der Mensch am Mischpult hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Da boten Garbage an Halloween in der selben Halle ein deutlich besser abgemischtes Sounderlebnis. Das Publikum schien das nicht zu stören, denn es wurde jeder der 13 Songs bejubelt und mitgesungen, als gäbe es kein Morgen mehr.

Etwas “besänftigen” konnte mich die Zugabe The Girl, für die Dallas zunächst allein zurück auf die Bühne kehrte und erst gegen Mitte wurde der Song um die restlichen Musiker aufgestockt. Im Großen und Ganzen war ich jedoch ziemlich enttäuscht vom Konzert. Ich kann ja verstehen, dass man gerade bei seinen alten Songs gerne etwas Variation mit ins Spiel bringt, weil es irgendwann einfach keinen Spaß mehr macht, immer das Selbe abzuspulen. Aber gerade wenn man sich über die Jahre stilistisch verändert hat, sorgt doch schon der Mix von alten und neuen Songs für genug Abwechslung.

Ich möchte an dieser Stelle aber noch einmal betonen, dass es sich hierbei nur um meine persönliche Meinung handelt. Die meisten Besucher verließen das Palladium nämlich mit einem Lächeln.

Setlist CITY AND COLOUR @ Köln, Palladium:

01. Woman
02. Northern Blues
03. Two Coins
04. If I Should Go Before You
05. Killing Time
06. Hello, I’m in Delaware
07. Wasted Love
08. Lover Come Back
09. Waiting
10. Sleeping Sickness
11. Mizzy C
12. The Grand Optimist
13. As Much as I Ever Could
14. The Girl (Z)

Fotos: CITY AND COLOUR

Fotos: André Techert

Die mobile Version verlassen