FEAR FACTORY – K├Âln, Essigfabrik (04.12.2015)

Fear Factory, (c) Frank Metzemacher
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

20 Jahre Demanufacture – knapp ├╝ber 1.000 alte und junge Fans kamen an einem k├╝hlen Freitagabend in der K├Âlner Essigfabrik zusammen, um einem der gr├Â├čten Metal-Alben und dem vielleicht besten Industrial-Metal-Longplayer aller Zeiten zu huldigen. Bevor Burton C. Bell, Dino Cazares und ihre beiden Live-Mitstreiter Mike Heller und Tony Campos aber auf die B├╝hne kamen, gab es zun├Ąchst den Sound gleich zweier Vorbands auf die Ohren. Wobei der Schreiber dieser Zeilen von Dead Label aus dem irischen St├Ądtchen Celbrigde nur noch dem letzten Song lauschen konnte, da der Beginn entgegen der aufgedruckten Uhrzeit auf der Eintrittskarte kurzerhand um knappe 20 Minuten nach vorne verschoben wurde. Etwas euphorischer wurden die Publikumsreaktionen dann bei Once Human. Schn├Ârkelloser Midtempo-Metal mit biestigen, weiblichen Growls – das Quartett um Frontfrau Lauren Hart zog die Audienz vor allem mit dem abschlie├čenden Machine Head-Cover Davidian auf ihre Seite. Ein solider und kraftvoller Auftritt, der geb├╝hrend einheizte.

Als Fear Factory dann um Punkt 21.30 Uhr die B├╝hne betraten, kannte die Menge aber kein Halten mehr. Mit dem er├Âffnenden Titeltrack des legend├Ąren Albums entstand ein ordentlicher Moshpit, ├╝berall gingen die F├Ąuste und Pommesgabeln in die Luft und lautstarke „I’VE GOT NO MORE GODDAMN REGRETS“-Ch├Âre erf├╝llten den Raum. Fans und Band gaben alles – und dies ├╝ber knappe 80 Minuten. Dass Fear Factory die gr├Â├čten Hits der Platte seit Jahren immer am Ende ihrer Sets spielen – gut und sch├Ân, aber man merkte den Anh├Ąngern an, dass sie sich nach einer erneuten Live-Performance der eher unbekannteren Brecher der Marke New Breed, Body Hammer oder Flashpoint sehnten. Und auch der f├╝r seinen meist k├╝hlen und zur├╝ckhaltenden Clean-Gesang bekannte S├Ąnger Bell entt├Ąuschte nicht und beeindruckte besonders bei der abschlie├čenden Ballade A Therapy For Pain mit einer kraftvollen Intonation.

Nach einer kurzen Pause pr├Ąsentierten Fear Factory dann den Obsolete-Doppelpack aus Shock und Edgecrusher, gefolgt von drei St├╝cken der neuen Platte Genexus. Zum kr├Ânenden Abschluss gruben die Kalifornier dann nochmal ganz tief im Archiv und spielten Martyr vom Deb├╝talbum Soul Of A New Machine. Sicher, ein paar Songs aus der Phase zwischen 2001 und 2012 w├Ąren noch sch├Ân gewesen. Doch bei dem Energielevel, welches das Quartett auf die B├╝hne brachte, konnte sich eigentlich keiner wirklich ├╝ber das Ende um kurz vor 23 Uhr beschweren. Da erscheint es umso seltsamer, dass sich zwei Gestalten auf dem Herrenklo nach dem Gig dar├╝ber mokierten, dass „der beste Song Replica nicht gespielt wurde.“ Eine Aussage, die wohl nur auf zu hohen K├Âlsch-Konsum vor und w├Ąhrend des Konzertes zur├╝ckzuf├╝hren ist.

Setlist Fear Factory – K├Âln, Essigfabrik (04.12.2015):
01. Demanufacture
02. Self Bias Resistor
03. Zero Signal
04. Replica
05. New Breed
06. Dog Day Sunrise
07. Body Hammer
08. Flashpoint
09. H-K (Hunter-Killer)
10. Pisschrist
11. A Therapy For Pain
12. Shock
13. Edgecrusher
14. Soul Hacker
15. Dialectric
16. Regenerate
17. Martyr

Fotos: Frank Metzemacher

 

 

Geschrieben von
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