SOLAR FAKE – Leipzig, Moritzbastei (15.02.2014)

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Sven Friedrich und Leipzig – zwei, die sich gefunden haben
 Der charismatische SĂ€nger, bekannt als Frontman der Dreadful Shadows und Zeraphine, war bereits des Öfteren in der Messestadt zu Gast. Am 15.02.2014 stattete er mit seinem Projekt Solar Fake der Moritzbastei erneut einen Besuch ab. Nach Erscheinen des ersten Albums Broken Grid im Jahr 2008 und Frontiers 2011 folgte im Oktober 2013 der bereits dritte – wie bei den VorgĂ€ngeralben weiterhin konsequent elektronische Streich des Berliners. Als Support von SzenegrĂ¶ĂŸen wie VNV Nation und Project Pitchfork ist es Sven Friedrich mit Solar Fake einmal mehr gelungen, seine kĂŒnstlerische VielfĂ€ltigkeit unter Beweis zu stellen. Das nunmehr dritte Album trĂ€gt den Namen Reasons to Kill, GrĂŒnde zum Töten. Was sich auf den ersten Blick doch eher martialisch anhört, sollte den Besuchern in der ausverkauften Moritzbastei einen fantastischen Abend voller Überraschungen bieten!

Leipzig, Moritzbastei, 20:00 Uhr, die Veranstaltungstonne ist schon gut gefĂŒllt. Dass der Abend schweißtreibend wird, lassen zu diesem Zeitpunkt bereits die Temperaturen ahnen. Die Stimmung ist erwartungsvoll, hieß es doch vor dem Konzert, dass nach lĂ€ngerer Krankheit Live-Keyboarder Frank in Leipzig wieder dabei sein soll! Vertreten wurde er bei den ersten Konzerten der Reasons to Kill-Tour durch AndrĂ© Feller, der langjĂ€hrigen Fans der Projekte rund um Sven Friedrich bereits als Gitarrist der Dreadful Shadows und mit seinem eigenen Projekt Herzfeind bekannt ist.
Trotz steigender Temperaturen hieß es noch etwas ausharren, denn zunĂ€chst eröffnete Janosch Moldau den Abend. Dieser durfte bereits Erfahrung als Support von u.a. Mesh und De/Vision sammeln und war daher einigen GĂ€sten nicht gĂ€nzlich unbekannt. Seine Show wirkte sehr kĂŒnstlerisch, war aber insgesamt vielleicht etwas zu ruhig als wirklicher Anheizer. Nach kurzer Umbauphase war es dann auch endlich soweit – die Location platzte aus allen NĂ€hten nachdem auch der letzte Gast den Barbereich verlassen hatte und die ersten Takte von I hate you more than my life erklangen. Frank betrat als erster gut gelaunt, wenn auch durch die lange Krankheitsphase noch sichtlich angeschlagen, die BĂŒhne und seine RĂŒckkehr wurde umgehend bejubelt. Zur Überraschung des Publikums folgt ihm der eigentliche Ersatzmann AndrĂ©! Wenige Momente spĂ€ter ertönten die ersten Zeilen des Eröffnungssongs – der Beginn eines einzigartigen Abends! Sichtlich völlig ĂŒberwĂ€ltigt von der bombastischen Stimmung im Publikum richtete ein fast sprachloser Sven einige Worte zur Eröffnung an die Leipziger Fangemeinde und klĂ€rte die ĂŒberraschten Gesichter angesichts der doppelten Keyboard-Besetzung doch relativ schnell auf: Solar Fake hat mit AndrĂ© Feller dauerhaften Zuwachs bekommen! Kein Wunder, heizte er doch als zweiter Keyboarder dem Publikum den ganzen Abend mĂ€chtig ein und peitscht die eh schon kochende Stimmung immer weiter an! Neben vielen neuen StĂŒcken wie Face Me, Reset to Default oder Change the View wurden auch einige Titel der VorgĂ€ngeralben performt.

Aber egal ob alter oder neuer Song, selbst geschrieben oder gecovert – das Publikum war nicht mehr zu bĂ€ndigen, ließ sich von den elektronischen KlĂ€ngen und der fesselnden Stimme von Sven mitreißen. Die Band wurde zunehmend sprachloser angesichts der völlig euphorischen Masse. Es wurde hemmungslos getanzt zu Parasites und My Spaces, mitgegrölt bei dem Linkin Park-Cover One Step Closer und auch die leiseren Töne bei The Pages und Here I Stand zogen das Publikum in ihren Bann. Aber wie es bei jedem Konzert der Fall ist, muss leider irgendwann mal Schluss sein. Ohne Zugabe durften die drei Herren die BĂŒhne jedoch nicht verlassen und so hieß es unter anderem nochmal vollen Einsatz fĂŒr alle drei bei der Solar Fake-Version des Talk Talk-Klassikers Such a Shame.

Nachdem Sven, Frank und AndrĂ© der lautstarken Aufforderung der Besucher nachkamen und noch zweimal fĂŒr Zugaben auf die BĂŒhne zurĂŒckkehrten, hieß es nach Your Hell is Here dann aber leider wirklich endgĂŒltig Schluss fĂŒr heute. Die Band verabschiedete sich dankbar von einem tollen Publikum und wer noch Energie zum Feiern hatte, konnte das anschließend bei der After-Show-Party im DarkFlower tun.

Fazit des Abends: Der Auftritt von Solar Fake hat die Besucher der Moritzbastei einmal mehr begeistert und gezeigt, dass das dritte Projekt von Sven Friedrich lÀngst aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist. Eine Band, von der man definitiv noch viel hören wird!

Setlist Solar Fake:
1. I Hate You More Than My Life
2. Face Me
3. No Apologies
4. Here I Stand
5. Change the View
6. (You Think You’re) Radical
7. More Than This
8. Reset to Default
9. Parasites
10. Where are You
11. I’d Rather Break
12. My Spaces
13. One Step Closer
14. The Pages
15. Under the Skies (Z)
16. Pain Goes By (Z)
17. Such a Shame (Z)
18. Hiding Memories from the Sun (ZZ)
19. Your Hell is Here (ZZ)

Solar Fake:

Janosch Moldau:

Autorin: Claudia Berner
Fotos: Danny Sotzny

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