ED KOWALCZYK – Köln, Luxor (27.09.2013)

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Der Name Ed Kowalczyk ist vielleicht nicht jedem sofort gelĂ€ufig. Bringt man seine Band Live ins Spiel, sieht das schon etwas anders aus. EndgĂŒltig im Thema sind die meisten aber spĂ€testens wenn man einige der Hits anspielt, die Live damals zur vielleicht interessantesten Alternative zu R.E.M. machten: Selling The Drama, I Alone, The Dolphins Cry, The Beauty Of Grey, die Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen. Nach seinem Ausstieg bei Live im Jahr 2009 agiert Ed als SolokĂŒnstler und ist dieser Tage gemeinsam mit John Rosenberg auf großer Akustik Tour um sein aktuelles Soloalbum The Flood And The Mercy zu promoten und dabei auch gleich den Besuchern ein Wiedersehen mit alten Bekannten zu ermöglichen, nĂ€mlich ihren Lieblingssongs von Live.

Mit Gitarre und Bass bewaffnet geht es auf der kleinen BĂŒhne des Luxor los, das Publikum ist zahlreich erschienen und hĂ€ngt von der ersten Sekunde an fest an Eds Lippen. Der KĂŒnstler selbst gibt sich –wie auch sein Mitstreiter- sehr bodenstĂ€ndig, lĂ€chelt viel und wirkt so dermaßen sympathisch, dass man fast vergessen könnte, was fĂŒr eine RockgrĂ¶ĂŸe da vor einem steht.

Mit All Over You und The Distance fĂŒhren uns gleich zwei Live-Songs in den Abend ein und die Stimmung ist schon jetzt richtig klasse. Das Publikum ist begeistert, singt mit und feiert die beiden Musiker ausgiebig. Immer wieder unterbricht Ed das Set um kleine Anekdoten zu seinen Songs zum Besten zu geben. So erfahren wir, dass Ed großer U2 Fan ist und der Song The Great Beyond dem Soundtrack zum Film Killing Bono entstammt, der sich mit den Anfangstagen der irischen Band befasst. Außerdem ist Ed (natĂŒrlich) großer R.E.M. Fan und dementsprechend sehr geehrt, dass R.E.M.-Gitarrenlegende Peter Buck an insgesamt 9 Tracks des aktuellen Albums mitgewirkt hat. Beim jetzt folgenden All That I Wanted spielt er auf dem Album Mandoline und die heutige Akustikversion kommt fast ebenso gut an, wie das nachfolgende The Dolphins Cry, das eindrucksvoll die Klasse der Musiker (und des damaligen Songwritings) unter Beweis stellt. Das Publikum ist nun völlig aus dem HĂ€uschen und das soll ja schließlich auch so bleiben und so entfĂŒhrt uns Ed nach Angels On A Razor zurĂŒck in die Zeit der viel grĂ¶ĂŸeren Handys und stimmt mit Selling The Drama den vielleicht grĂ¶ĂŸten Hit der Band an. Unnötig zu erwĂ€hnen, dass dies die Begeisterung noch einmal steigert und auch Seven, die erste Single des neuen Albums, viel Applaus erhĂ€lt.

Jetzt gehen wir ganz weit zurĂŒck, denn Pain Lies On The Riverside ist einer der ersten Songs von Ed ĂŒberhaupt. Er schrieb ihn mit 19 Jahren und als er ihn hörte dachte er „das ist echt gut, vielleicht schreibe ich irgendwann noch einen weiteren Song“, was er zu unserem GlĂŒck dann auch tat! Und weiter geht’s in der großen Rock-Historie und zwar mit einer Geschichte zum ersten Mal, dass Ed es mit seiner Musik in ein Magazin geschafft hat: Es war im Rolling Stone und auf dem Cover befand sich niemand Geringeres als Bruce Springsteen. Beide begegneten sich spĂ€ter und bekundeten ihre gegenseitige Anerkennung fĂŒr die Musik des anderen. Und als Verbeugung vor dessen Lebenswerk covert Ed Kowalczyk auf der aktuellen Tour den Boss mit einer starken Version von I’m On Fire. Letzter Song des Mainsets ist ein weiterer Live-Kracher: I Alone wird von der ersten Silbe an mitgesungen und zum Teil ĂŒbertönt das Publikum den Performer sogar, so dass er ihnen von da ab einen Großteil der Gesangslinien ĂŒberlĂ€sst.

Wer jetzt dachte, das Konzert neige sich bereits dem Ende zu, sieht sich getĂ€uscht, denn es folgen noch insgesamt 7 Zugaben in zwei Blöcken und auch diese haben es in sich, umfassen sie doch u.a. die wunderbaren Lightning Crashes und The Beauty Of Grey bevor die beiden endgĂŒltig die BĂŒhne verlassen und ein restlos begeistertes Publikum zurĂŒcklassen. Tolle Musik von damals und heute, sympathische KĂŒnstler und eine grandiose Stimmung, was möchte man mehr?

Autor & Fotos: Michael Gamon

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