Pluswelt Festival 2012 (MESH, DE/VISION, OBK etc) – Krefeld, Kufa (22.12.2012)

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    Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass Pluswelt Promotion die Festivalreihe Pluswelt-Festival in Krefeld startete und Mesh dort einen absolut begeisternden Auftritt als Headliner ablieferten. 2012 macht das Pluswelt Festival nun bereits zum wiederholten Male in Krefeld Station und passend zum durchaus beeindruckenden JubilÀum sogar mit eben diesem Headliner von 2002: Mesh! Doch bevor es dazu kommt, stehen mit Vic Anselmo, Microclocks, OBK und De/Vision noch vier weitere Acts auf dem Programm.


    Und eigentlich sollte es bereits um halb acht losgehen, doch der Beginn verzögerte sich ein wenig. Doch um kurz vor acht ist es dann aber auch wirklich soweit und Vic Anselmo eröffnet das Festival mit einer Soloperformance. Am Keyboard sitzend hat die Litauerin nur ihre Stimme als UnterstĂŒtzung, doch das reicht aus, um schon einmal ein positives Zeichen zu setzen. Vic erinnert an eine liebliche Version der interessant-durchgeknallten Amanda Palmer und kann sowohl mit ihrer Ausstrahlung, als auch mit der musikalischen Leistung selbst punkten, auch wenn es genrebedingt noch sehr ruhig in der Halle zugeht.

    Setlist Vic Anselmo:
    01. Who
    02. BasiliskÂŽs Eyes
    03. Beverly
    04. The Day
    05. Open Wide
    06. Wellspring
    07. I Am The One

    Druckvoller ist es da schon bei Microclocks, die zugleich die Localheros im Line-up sind, denn ihre Wiege steht im Ruhrgebiet unweit des niederrheinischen Krefelds. Wie wohl den meisten anderen in der Halle sagten mir die drei Electro Rocker, die vor einem Jahr ihr DebĂŒtalbum Opinions Are On Sale veröffentlicht hatten, bisher nichts und so kann man unvoreingenommen an die Sache herangehen. Und das Ganze klingt auch recht ansprechend und Frontmann JT gibt sich alle MĂŒhe, die Stimmung in der Halle anzuheizen, was ihm zwischenzeitlich auch durchaus gelingt. Insgesamt ein guter Auftritt, wenn auch nichts beeindruckend Neues. Potential ist aber vorhanden.

    Setlist Microclocks:
    01. Hyperion
    02. Hero
    03. Stars From Diffuse Matter
    04. All Eyes On You
    05. The Root Of All Evil
    06. The Spirit That Denies

    Ebenfalls fĂŒr viele ein noch unbeschriebenes Blatt, zumindest hier in Deutschland, sind die Spanier OBK. In ihrer Heimat gehören sie zur Speerspitze der Synthiepop-Szene und versuchen nun auch den Rest Europas von ihren QualitĂ€ten zu ĂŒberzeugen. Und dabei machen sie offensichtlich Einiges richtig und so herrscht von Beginn an gute Stimmung in der Kulturfabrik, der rockige Synthpop mit spanischem Gesang kommt sehr gut an. Das zieht sich dann auch durch den gesamten Auftritt der Band aus Barcelona und findet seinen Höhepunkt im Depeche Mode Cover-Medley I Feel Jesus, bei dem die Spanier Personal Jesus und I Feel You interpretieren. Die Fans klatschen begeistert mit und es stört hier niemanden, dass die Songs mit spanischem Akzent etwas ungewohnt klingen. Mir persönlich wurde es gerade zum Ende hin zwar dann doch etwas schwĂŒlstig, aber die Feierlaune des Publikums war schon beeindruckend und ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft noch Einiges von OBK hören werden.

    Setlist OBK:
    01. Intro / Tu Sigue Asi
    02. Oculta Realidad
    03. Resignacion
    04. Quiereme Otra Vez
    05. Siempre Tu
    06. Dicen
    07. Tocado Y Hundido
    08. Promises
    09. El Cielo No Entiende
    10. Lucifer
    11. I Feel Jesus (Z)
    12. Historias De Amor

    Anders als die vorherigen Acts muss man De/Vision ganz sicher nicht mehr vorstellen, schließlich sind sie seit knapp 25 Jahren im GeschĂ€ft und absolute Vorreiter der deutschen Synthiepop-Szene. Und dass sie dort absolut zu Recht stehen zeigen sie auch heute wieder mit solch tollen Songs wie Try To Forget, I Regret oder dem Evergreen Your Hands On My Skin. Aber auch aktuellere StĂŒcke wie Rage oder Binary Soldier unterstreichen ihre Klasse. VerstĂ€rkt durch Livedrums geben Steffen Keth und Thomas Adam alles, um die Kufa bei Laune zu halten, auch wenn sich die Fans zunĂ€chst noch etwas bitten lassen. Doch nach und nach kommt man in Gang und gewinnt die Fans fĂŒr sich. Neu seit der letzten Tour ist, neben den Livedrums, dass Steffen sich beizeiten auch ans Keyboard wagt und Thomas sich sogar komplett in den Mittelpunkt platziert und –wie schon auf dem aktuellen Album Rockets & Swords– den Song Kamikaze selbst singt. Dieses fĂ€llt irgendwie komplett aus dem De/Vision Rahmen, aber macht gerade dadurch ungemein Spaß. Vollkommen verdient erntet Thomas laute "Thomas, Thomas" Anfeuerungsrufe und die drei VisionĂ€re spĂ€ter gemeinsam Applaus fĂŒr einen guten Auftritt.

    Setlist De/Vision:
    01. Bipolar
    02. Rage
    03. What’s Love All About
    04. Try To Forget
    05. I Regret
    06. Binary Soldier
    07. Mystified
    08. Time To Be Alive
    09. Flavour Of The Week
    10. Kamikaze (Z)
    11. Your Hands On My Skin (Z)

    Kommen wir nun aber zum Headliner des JubilĂ€umsfestivals: Mesh! Die Band um SĂ€nger Mark Hockings und Keyboarder Richard Silverthorn klingt noch immer frisch und hat unlĂ€ngst mit Automation Baby ein neues Werk angekĂŒndigt. NatĂŒrlich sind alle hier gespannt darauf, ob tatsĂ€chlich auch neues Material zum Set gehören wird. Allzu lang muss man auf die Antwort nicht warten, denn nach Hits wie Trust You oder Leave You Nothing ist es an siebter Stelle Zeit fĂŒr die kommende Single Born To Lie. Und wie Vorabsnippets schon vermuten ließen, hĂ€lt die Band aus Bristol hier einen Hit-Diamanten in HĂ€nden, der schon bei seiner heutigen Premiere live sehr gut ankommt. Partylaune entsteht zudem vor allem bei Crash, das begeistert abgefeiert wird, wĂ€hrend man beim Klassiker Not Prepared eher andĂ€chtig den wundervollen KlĂ€ngen lauscht. Besuch bekommen die Briten bei You’ll Never Understand, als sich Vic Anselmo zu ihnen auf die BĂŒhne gesellt, bevor mit Taken For Granted ein weiterer Neuling das Mainset beschließt. NatĂŒrlich war es das aber noch nicht, denn es fehlt ja zumindest noch der Livegarant Friends Like These, der die erste Zugabe markiert. Der Schlusspunkt? Mitnichten, denn nach einer kleinen Pause taucht SĂ€nger Mark auf einer kleinen BĂŒhne mitten in der Halle auf, um von dort allein mit Akustik-Gitarre Can You Mend Hearts anzustimmen. Seine Mitstreiter komplettieren das BĂŒhnen-Line-up im Laufe des Songs wieder und so sorgen Mesh weit nach 1 Uhr nachts fĂŒr einen Abschluss voller GĂ€nsehautmomente.

    Setlist Mesh:
    01. Want You
    02. Only Better
    03. Trust You
    04. Leave You Nothing
    05. How Long?
    06. Hold It Together
    07. Born To Lie
    08. My Hands Are Tied
    09. Petrified
    10. Not Prepared
    11. Crash
    12. Everything I Made
    13. From This Height
    14. You’ll Never Understand (feat. Vic Anselmo)
    15. Taken For Granted
    16. Friends Like These (Z)
    17. Can You Mend Hearts (acoustic) (ZZ)

    Bilder der Veranstaltung befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder jeweils direkt durch Anklicken der Fotos

    Mesh:

    De/Vision:

    OBK:

    Microclocks:

    Vic Anselmo:

    Autor & Fotos: Michael Gamon

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