Die Zeit der kuschelig warmen Temperaturen und der schönen Atmosphäre unter freiem Himmel ist allerdings erst mal vorbei. Pünktlich zum Start des zweiten Teils der Sterneneisen-Tour zieht der Winter alle Register
Bevor Harfe, Dudelsack und Drehleier durch die Räumlichkeiten hallen, bekommen Mr.Irish Bastard die Gelegenheit, das Publikum von sich zu überzeugen. Die Münsteraner hatten einen eher kurzen Anfahrtsweg und das ein oder andere T-Shirt verrät, dass der Heimat-Bonus den Auftritt der Bastards ein klein wenig unterstützen sollte.
Mit This World startet die acht Mann starke Band ihren Auftritt vor einem gut gefüllten Publikum, dass zunächst nichts anderes zu tun hat, als dem Geschehen auf der Bühne kritisch zu folgen. Mr. Irish Bastard können zudem ihre leichte Aufregung nicht gänzlich verstecken, was auch denjenigen auffällt, die die Band nicht zum ersten Mal zu Gehör und Gesicht bekommen. Trotz der fröhlichen Musik, die eigentlich unweigerlich zum Tanzen einlädt, lassen sich die Fans nur schwer darauf ein. Die Musiker um Frontmann The Irish Bastard wirken obendrein noch etwas steif und ihre sonst sehr lockere Art geht zwischen der Nervosität etwas unter. Den Fans fehlt gerade zu Beginn scheinbar etwas mehr direkte Ansprache und Animation, auf die sie einsteigen könnten. Erst später, als Sänger und Gitarrist The Irish Bastard das Publikum zum mitmachen auffordert, löst sich die Atmosphäre vor und auf der Bühne. Kurz nach der Hälfte des Sets hat die Stimmung gute Formen angenommen und die Musik der Bastards bewegt das Publikum zunehmend zu dem, wofür sie dienlich sein sollte: zum Feiern. I Smell The Blood und Stupid Bastards bilden das Ende des ersten Gigs der Münsteraner auf ihrer Tour mit In Extremo.
Setlist Mr. Irish Bastard:
01. This World
02. Galway bay
03. Curse fo the redhaired woman
04. Another man´s country
05. Gipsy road to nowhere
06. I smell the blood
07. Stupid Bastards
Ein paar Dinge werden sich auf einem In Extremo Konzert wohl niemals ändern. „Meine Damen und Herren – Flex der Biegsame“ ist stets die Ankündigung für Liam bei dem der Klang der Uilleann Pipes (Ellenbogen Pfeife) für schöne, unverkennbare Melodien sorgt. Ebenfalls ein „Must Have“ ist der kurze, aber notwendige Soloauftritt von dem sympathischen Harfenist Dr. Pymonte. Wenn er zu seiner Harfe greift und anfängt die Seiten zu zupfen, weiß jeder, dass es Zeit für Vollmond ist, jeder versucht den richtigen Takt zu finden und singt mit, bis die Gitarren einsetzen und ein Versingen eigentlich unmöglich scheint.
Mittlerweile hängt der Geruch von Schwefel in der gesamten Luft. Die Flammen und das Feuerwerk geben nun nicht mehr nur einen visuellen Reiz, sondern auch eine entsprechende Duftnote. Gemeinsam wird bei Viva La Vida die Lebensfreude aus dem Herzen mitgesungen und Micha verstellt seine Stimme derartig gut, dass man meinen könnte, es stünde wirklich ein betrunkener Sänger auf der Bühne.
Letztendlich rundet Villeman Og Magnhild den Abend perfekt ab. Die Fans bekommen ein letztes Mal für diesen Abend die volle Ladung berauschender Dudelsack-Klänge auf die Ohren und können abschließend noch einmal richtig Gas geben.
Der Tourauftakt von In Extremo war ein voller Erfolg. Band und Fans waren gut aufgelegt und die Setlist bot etwas Abwechslung zu den vergangenen Shows. Dass sich einige Songs immer wiederholen, bleibt nicht aus und ist ja durchaus auch von den Fans gewollt.
Setlist In Extremo:
01. Wind
02. Zigeunerskat
03. Sieben köche
04. Sängerkrieg
05. Herr Mannelig
06. Raue See
07. Singapur
08. Unsichtbar
09. Siehst Du Das Licht
10. Horizont
11. Vollmond
12. Ave Maria
13. Frei Zu Sein
14. Sterneneisen
15. Zauberspruch No VII
16. Liam
17. In Diesem Licht
18. Viva La Vida (Z)
19. Rasend Herz (Z)
20. Spielmann (ZZ)
21. Gold (ZZ)
22. Villemann Og Magnhild (ZZ)
Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos

Fotos & Text: Sarah Fleischer