The Cranberries – Roses

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8 Bewertung

8

Nach mehr als 10 Jahren melden sich The Cranberries mit einem neuen Studioalbum „Roses“ zurĂŒck und tatsĂ€chlich ist es so, als hĂ€tte man 2001 einfach die Zeit angehalten. Dolores O’Riordan singt sich sofort wieder in unsere Herzen und musikalisch besinnen sich die Iren zurĂŒck auf ihre UrsprĂŒnge, das ewig brillierende Gestern. Auch ansonsten ĂŒberließen die Cranberries nichts dem Zufall und ĂŒbergaben die Reglerhoheit wieder an Produzentenlegende Stephen Street (The Smiths, Blur, Kaiser Chiefs etc).

„Conduct“ eröffnet die neue „alte“ Cranberries Ära stark wie gewohnt. Die stimmliche Mischung aus femininer Sanftheit und charakteristischer Ausdruckskraft wird getragen auf einem fast schon zum Schunkeln einladenden Grundbeat, der unsere Gedanken nur zu gerne in die Vergangenheit schweifen lĂ€sst. Ein feiner Song, der die Messlatte bereits hoch ansetzt. Frisch und munter geht es mit der aktuellen Single „Tomorrow“ weiter, einem treibenden Song, der sich sofort im Kopf festsetzt. Sicher wĂŒnscht sich ein mancher an dieser Stelle jedoch musikalisch gesehen etwas mehr „Tomorrow“, denn stets meint man, diesen Song irgendwann, irgendwo schon mal gehört zu haben. VertrĂ€umt wird mit „Fire & Soul“ und „Raining In My Heart“ nachgelegt und gerade bei Letzterem wĂŒnscht man sich etwas mehr instrumentelle StĂ€rke, denn Potential hat der Song allemal, leider ist die Steigerung in diesem StĂŒck nur sehr schwer auszumachen.

Und immer noch wartet man auf diese Kracher, fĂŒr die wir The Cranberries so geliebt haben: „Zombie“, „Hollywood“, „Ode To My Family“. „Losing My Minds“ liefert diesbezĂŒglich eine gute Grundlage, aber auch wenn man hier nun deutlich aufgerĂŒttelt wird, plĂ€tschert der Song schlussendlich doch so dahin. „Schizophrenic Playboy“ versprĂŒht dann endlich wieder ein bisschen mehr von diesem leicht abgedrehten, sĂŒĂŸlichen Charme und entpuppt sich als mein absoluter Favorit auf „Roses“. Auch „Show Me“ sticht deutlich heraus, denn er zeigt sich nicht nur mit einem ausgeklĂŒgelten Soundverlauf, sondern auch mit einer extrem stimmstarken Dolores, die einmal mehr beweist, dass sie eines der wenigen ĂŒbriggebliebenen Ausnahmetalente ist. Bei „Astral Projection“ zeigt sich abermals, dass The Cranberries sich etwas mehr trauen, denn dieser Song hĂŒllt sich durch diverse musikalische BrĂŒche in ein skurriles Gewand. Ob dieser Schritt als nerv tötend oder gelungen betrachtet wird, sei jedem selbst ĂŒberlassen, aber zumindest sind wir an dieser Stelle weit entfernt vom 08/15- Indie-Rock. Mit dem gleichnamigen StĂŒck „Roses“ beenden The Cranberries ihr aktuelles Machwerk und es wird noch einmal so gefĂŒhlvoll und vereinnahmend, dass wir „Roses“ deutlich zu den Balladen zĂ€hlen können, die einem StĂŒck fĂŒr StĂŒck den Atem rauben.

Alles in Allem liefern die charmanten Iren ein Werk ab, das zweifelsohne an die Erfolge von damals anknĂŒpfen kann und sich keineswegs verstecken muss. Wer frĂŒher schon einen großen Umweg um Dolores und ihre Mannen gemacht hat, der wird es jedoch heute auch weiterhin tun, zu klein ist die VerĂ€nderung und zu stark der typische Cranberries- Touch. FĂŒr Fans und Freunde der Musik ist das neue Album jedoch unumgĂ€nglich, immerhin steckt darin eine Menge Herzblut, was auch deutlich herauszuhören ist. The Cranberries schicken mit „Roses“ eine Platte ins Rennen, die einige WĂŒnsche offen lĂ€sst, aber glĂŒcklicherweise auch viele erfĂŒllt.

Tracklist:
01. Conduct
02. Tomorrow
03. Fire & Soul
04. Raining In My Heart
05. Losing My Mind
06. Schizophrenic Playboy
07. Waiting In Walthamstow
08. Show Me
09. Astral Projections
10. So Good
11. Roses

Autorin: Tanja Pannwitz

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