Sampler – RMX 2 (Superstars remixed by Superstars) curated by Blank & Jones

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8 Bewertung

8

Sampler: Rmx 2 (Superstars remixed by Superstars) curated by Blank & Jones

Remixes sind nicht jedermanns Sache. Viele finden sie ĂŒberflĂŒssig, langweilig und das Original grundsĂ€tzlich besser. In der Tat gibt es einige schlechte Umsetzungen von „DJ Hinz und Dj Kunz“, die ihre Instrumental Tracks aus der Schublade ziehen, Wortfetzen des Originals in bester (oder schlechtester) Dub-Manier auf die Spur legen und das Ganze dann als Remix prĂ€sentieren. Doch es gibt auch löbliche Ausnahmen, wie auf dem zweiten Teil der „RMX“-Reihe von Blank & Jones. Denn hier haben nicht irgendwelche Teilzeitmusiker Hand angelegt, sondern bekannte und renommierte Musiker und das Ergebnis kann sich hören lassen, den die Liste der Remixer ist das „Who is Who“ der internationalen Musikszene.

Rhythmisch funky fĂ€ngt es bereits mit dem „Justice Remix“ von Lenny Kravitz an und der Bass drĂŒckt mĂ€chtig ins Gehirn und Tanzlaune kommt auf. Experimenteller geht es mit Digitalisms Version von Dave Gahans „Kingdom“ weiter, lĂ€sst jedoch recht wenig Platz fĂŒr „Mr. Depeche Modes“ Stimme. New Wavig kommt die Zusammenarbeit zwischen Bernard Sumner („New Order“) und Blank & Jones herĂŒber. Eine sehr poppige und eingĂ€ngige Überarbeitung des Originals von niemand anderem als Paul Humphreys („Onetwo“, „OMD“). Endlich bekommt auch mal ein DJ Platz auf der CD, aber gottlob ein solch talentierter Vertreter wie „Dj Hell“, der dem Klassiker „West end girls“ von den Pet Shop Boys doch tatsĂ€chlich noch frische Ideen hinzufĂŒgen kann, denn selbst innerhalb einer Laufzeit von 8 Minuten kommt keine Langeweile auf.

Es kam einer kleinen Sensation gleich: Vince Clarke, Ex-Mitglied von Depeche Mode remixt seine ehemalige Band. Das Ergebnis ist gut geraten, so ziemlich untypisch Clarke, doch recht tanzbar. Besser gelungen ist aber Alan Wilders Version von „In Chains“ auf Depeche Modes aktueller Remix CD. Da der Untertitel „Superstars remixed by Superstars“ lautet, kann man die Entscheidung von „ Blank & Jones“ durchaus verstehen, den Remix von Vince Clarke zu nehmen, ist er doch eher Superstar als Herr Wilder. Die skurrile Kooperation von New Wave Ikone Debbie Harry („Blondie“) und Vollblutmusiker Moby wurde von Armand van Helden adĂ€quat umgesetzt. Die LiebeserklĂ€rung an New York wird bestimmt in jedem Dance Club der angesagten amerikanischen Stadt aufgelegt. Auch die sĂŒĂŸe Kylie Minogue kommt zu Ehren in der Version von Freemason, denn die Songs von Kylie sind ja prĂ€destiniert zum Remixen. Wie man aus einem eher rockigen StĂŒck einen elektronischen Dancetrack bastelt, zeigt Tin White Duke in seiner Interpretation von Starsailors „Four to the floor“ und das ergibt einen Sinn, denn nur wenn man ĂŒber die musikalischen Grenzen schaut, entsteht oft etwas eigenstĂ€ndig Kreatives wie in diesem Beispiel. Glimmers Remix von Roxy Musics „Same old Scene“ ist nett umgesetzt worden, aber nicht mehr oder weniger. Hot Chip sind natĂŒrlich auch keine Unbekannten mehr, durfte die Band sogar Kraftwerk (!) remixen. Ein Genuss, in den nur weniger Musiker geraten. Fred Falkes Version von „Colours“ kann man sich sehr gut am Strand von Ibiza mit einem Longdrink in der Hand vorstellen. Die doch recht bescheidenen kompositorischen FĂ€higkeiten von Everything but the Girl, die eher fĂŒr gepflegte Langeweile bekannt sind, wurden von Chicane relativ gut kaschiert. Als letzten Track der Compilation hĂ€tte man sich vielleicht eher einen abschließenden Kracher gewĂŒnscht, dennoch ist „RMXÂČ – curated by Blank & Jones“ so gut gelungen, dass man die Scheibe besitzen sollte, um die nĂ€chste Party in Schwung zu bringen.

Diese Scheibe könnte euch gefallen, wenn ihr auf gute Remixes und Blank & Jones steht.

Tracklist:
01. Lenny Kravitz –Let Love Rule (justice Remix) 5:01
02. Dave Gahan – Kingdom (digitalism Remix) 5:36
03. Bernard Sumner, Blank & Jones – Miracle Cure (onetwo Remix By Paul Humphreys) 4:41
04. Pet Shop Boys – West End Girls (dj Hell Remix) 8:43
05. Depeche Mode – Behind The Wheel (vince Clarke Remix) 6:43
06. Moby, Debbie Harry – New York New York (armand Van Helden Long Version) 7:33
07. Kylie Minogue – The One (freemasons Vocal Club Mix) 9:16
08. Starsailor – Four To The Floor (thin White Duke Mix) 8:11
09. Roxy Music – Same Old Scene (glimmers Remix) 6:48
10. Hot Chip – Colours (remixed By Fred Falke) 6:35
11. Everything But The Girl – Before Today (chicane Remix) 6:19

Autor: Frank Stienen

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