Blank & Jones – Chilltronica No.3

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6 Bewertung

7 Bewertung 2

6.5

Im Sommer stehen vielfach fröhlich klingende Chill-Out-Sampler auf dem Speiseplan vieler Musikgourmets um sich die Sonne akustisch ins Haus zu holen. Wenn die Tage aber im Winter kĂŒrzer werden und das Summerfeeling einfach nicht mehr wirklich aufkommen mag, wird es Zeit sich mit Chill-Out-Musik ganz anderer Art zurĂŒckzuziehen. Jetzt wird idealer Weise das BĂ€renfell ausgepackt und es sich vor dem lodernden Kamin gemĂŒtlich gemacht. Heißer Tee dazu und in diesem Jahr der Sound von „Chilltronica No.3“, dem neuesten Teil der von Blank & Jones zusammengestellten Compilationreihe.

Wie bei solchen Samplern ĂŒblich, ordnen sich die einzelnen Songs hier dem Gesamtkonzept unter und es geht eher um AtmosphĂ€re, als um den perfekten Einzelsong. Und so wird man zunĂ€chst von einem lĂ€ngeren Pianointro erwartet, das mit den nachfolgenden Soundkollagen eigentlich vornehmlich wirklich nur den Zweck besitzt, den Hörer richtig auf die Jahreszeit einzustimmen. Es folgt der wohl stĂ€rkste Song des Albums, „Into Dust“ von Mazzy Star, der mit intimer Gitarre und der schönen Stimme der bezaubernden Hope Sandoval aufwartet. Mazzy Star unterstreichen hier, dass eigentlich nicht viel dazu gehört, einen ausdrucksstarken Song zu kreieren. Das geht unter die Haut, GĂ€nsehaut pur!

Nun sind die „großen Namen“ dran, denn es folgen Blank& Jones, Moby und The Cure, die natĂŒrlich zunĂ€chst Mal eigentlich alle Garanten fĂŒr ansprechende Musik sind. Blank & Jones‘ „Sleepless“ kommt aber noch etwas arg zaghaft daher, wĂ€hrend Moby mit „The Broken Places“ zwar auch einen eher ruhigen, aber trotzdem ansprechenden Song ins Rennen schickt. Vor allem weiß aber natĂŒrlich The Cure’s „All Cats Are Grey“ zu ĂŒberzeugen. Sicher kein großer Cure-Hit, aber trotz allem ein typischer Song fĂŒr die betrĂŒbt-melancholische Seite der Briten und die Schwermutigkeit des Winters drĂŒckt hier die Wolken noch einmal deutlich zusammen. Und natĂŒrlich dĂŒrfen auch die dĂ€nischen Bliss nicht auf einer solchen Compilation fehlen, deren „Calling For Prayer (Chant)“ mehr Sound als richtiger Song ist, wohingegen „Sleep Will Come“ etwas spĂ€ter ebenso wie das Cantoma-StĂŒck „The Call“ deutlich chilligere GefĂŒhle vermittelt. Eine angenehm entspannende Elfenstimme prĂ€sentiert uns danach Anna-Lynne Williams mit ihrem Projekt „Trespassers William“ und dem Ă€therischen Song „Fragment“. Bis auf die ganz nette Zusammenarbeit von Blank & Jones mit Steve Kilbey (The Church) bei „Only Your Love (Ambient Version)“ lassen die abschließenden Songs das Album leider wieder recht unspektakulĂ€r ausklingen und den beiden Kölner Masterminds ist es mit „Homesick“ auch vorbehalten, den Hörer aus der winterlichen Stimmung zu entlassen und sich wieder dem Alltag zuzuwenden.

Insgesamt ist „Chilltronica No.3“ ein winterlich geeigneter Stimmungsmacher geworden, besitzt neben einigen wirklich schönen StĂŒcken aber doch auch die ein oder andere LĂ€nge. Gerade von Blank & Jones selbst hĂ€tte man wohl den ein oder anderen einnehmenderen Song erwarten dĂŒrfen. Highlights stellen fĂŒr mich hingegen die Werke von Mazzy Star, The Cure und Trespassers William dar.


Tracklist:

01. Rudi Arapahoe – Lunar Semaphore & Pleroma (7:47)
02. Mazzy Star – Into Dust (5:35)
03. Blank & Jones – Sleepless (7:02)
04. Moby – The Broken Places (4:08)
05. The Cure – All Cats Are Grey (5:27)
06. Bliss – Calling For Prayer (Chant) (2:59)
07. Cantoma – The Call (6:58)
08. Bliss – Sleep Will Come (6:05)
09. Trespassers William – Fragment (6:27)
10. Antonymes – 301210 (6:36)
11. Blank & Jones with Steve Kilbey – Only Your Love (4:37)
12. Sounds & Silence – Concept One (4:40)
13. Blank & Jones – Homesick (4:50)

Autor: Michael Gamon

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