Dead Guitars – Stranger

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Dead Guitars – Stranger



Nach der tollen Sommersingle „Mesmerize“ im Juli steht nun mit „Stranger“ das zugehörige Album der Dead Guitars zur Veröffentlichung an. Und es kann schon gleich beim ersten Hören nicht verwundern, dass man zwischen Single und Album zwei Monate verstreichen ließ, denn anders als das locker flockige „Mesmerize“ (welches sich natĂŒrlich auch auf dem Album befindet) ist „Stranger“ ansonsten eher eine Herbstplatte geworden. Die sympathische Band legt hier mehr als nur ein SchĂŒppchen Melancholie nach und entfacht ein wahres Feuerwerk an trĂ€umerisch-dĂŒsteren Melodien und mitreißender AtmosphĂ€re. Das geht gleich beim Opener „Love Goddess & The Love Ghost“ los, einem absoluten Krachersong! Es finden sich aber auch weitere geeignete Beispiele dafĂŒr auf „Stranger“, darunter insbesondere „Fade Away (Theme From Dead Cities)“, das ĂŒber eine LĂ€nge von zehn Minuten niemals langweilig wird und von der Stimmung fast an The Cure’s Meisterwerk „Disintegration“ erinnert. Immer tiefer sinkt man in den Song hinein und erst die ersten KlĂ€nge von „Chromelike Splinters“ gewĂ€hren dem Hörer die RĂŒckkehr ins Hier und Jetzt. Aber natĂŒrlich war dies nicht der einzige Track, der einen die alten Wavezeiten wieder lebhaft in Erinnerung bringt, als Songs noch genĂŒgend Luft zum Atmen bekamen und nicht lediglich nach kurzer Aufmerksamkeit lechzten.

Und wo wir eben schon bei The Cure waren: Auch auf „Stranger“ können die Dead Guitars wieder auf die UnterstĂŒtzung einer Vielzahl von Musikerkollegen bauen, die dankend die Einladung zu einer Kooperation annahmen, und so finden wir hier neben Sound- und Gesangssprenkeln von Colin Drummond (12 Drummers Drumming), I.V. Webb (The Heroines), Axel Ruhland (M. Walking On The Water), Suzana Bradaric (Dharma Bums), Georg Sehrbrock (Belgium Project), Crystin Fawn und vielen anderen auch The Cure Bassist Michael Dempsey, der zu „Mother Nature’s Presence“ Bass, Piano und Acoustic-GitarrenklĂ€nge beisteuert. Und auch die Dead Guitars selbst verneigen sich vor anderen KĂŒnstlern wie im vorliegenden Fall vor Neil Diamond, dessen Song „And The Singer Sings His Song“ sie hier covern. Dabei geht es um die glorreiche Vergangenheit und deren Unbeschwertheit und auch wenn die Musiker dem Jugendalter bereits entsprungen sind und nicht mehr ganz so unbeschwert wie in Kindertagen herumtollen, ist ihnen die Lebensfreude ganz sicher nicht abhanden gekommen. Sie reflektieren nur genauer und so ist „Stranger“ ein perfektes Sinnbild des Lebens mit all seinen Stimmungsschwankungen und Empfindungen geworden. Mal geht es betrĂŒbt und melancholisch zu, mal romantisch und manchmal ĂŒberschwĂ€nglich fröhlich, ganz wie im wirklichen Leben. Dem gesamten Album hört man die Hingabe zur Musik an. SchnellschĂŒsse sind den Vollblutmusikern fremd und die Songs sprĂŒhen nur so voller Leidenschaft.

Von mir daher eine klare Empfehlung, „Stranger“ ist ein notwendiger Bestandteil des Herbstes 2011 und natĂŒrlich auch darĂŒber hinaus!

Tracklist:
01. Love Goddess & The Love Ghost
02. Along The Great Devide
03. Mesmerized
04. From The Top Of The World (Rats)
05. Stranger
06. And The Singer Sings His Song
07. Fade Away (Theme For Dead Cities)
08. Chromelike Splinters
09. Mother Nature’s Presence
10. You & I
11. Three Words For The Lovers

Autor: Michael Gamon

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