Dead Guitars – Stranger

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

9 Bewertung

9

Dead Guitars – StrangerDead Guitars - Stranger


Dead Guitars - Stranger

Nach der tollen Sommersingle „Mesmerize“ im Juli steht nun mit „Stranger“ das zugehörige Album der Dead Guitars zur Veröffentlichung an. Und es kann schon gleich beim ersten Hören nicht verwundern, dass man zwischen Single und Album zwei Monate verstreichen ließ, denn anders als das locker flockige „Mesmerize“ (welches sich natürlich auch auf dem Album befindet) ist „Stranger“ ansonsten eher eine Herbstplatte geworden. Die sympathische Band legt hier mehr als nur ein Schüppchen Melancholie nach und entfacht ein wahres Feuerwerk an träumerisch-düsteren Melodien und mitreißender Atmosphäre. Das geht gleich beim Opener „Love Goddess & The Love Ghost“ los, einem absoluten Krachersong! Es finden sich aber auch weitere geeignete Beispiele dafür auf „Stranger“, darunter insbesondere „Fade Away (Theme From Dead Cities)“, das über eine Länge von zehn Minuten niemals langweilig wird und von der Stimmung fast an The Cure’s Meisterwerk „Disintegration“ erinnert. Immer tiefer sinkt man in den Song hinein und erst die ersten Klänge von „Chromelike Splinters“ gewähren dem Hörer die Rückkehr ins Hier und Jetzt. Aber natürlich war dies nicht der einzige Track, der einen die alten Wavezeiten wieder lebhaft in Erinnerung bringt, als Songs noch genügend Luft zum Atmen bekamen und nicht lediglich nach kurzer Aufmerksamkeit lechzten.

Und wo wir eben schon bei The Cure waren: Auch auf „Stranger“ können die Dead Guitars wieder auf die Unterstützung einer Vielzahl von Musikerkollegen bauen, die dankend die Einladung zu einer Kooperation annahmen, und so finden wir hier neben Sound- und Gesangssprenkeln von Colin Drummond (12 Drummers Drumming), I.V. Webb (The Heroines), Axel Ruhland (M. Walking On The Water), Suzana Bradaric (Dharma Bums), Georg Sehrbrock (Belgium Project), Crystin Fawn und vielen anderen auch The Cure Bassist Michael Dempsey, der zu „Mother Nature’s Presence“ Bass, Piano und Acoustic-Gitarrenklänge beisteuert. Und auch die Dead Guitars selbst verneigen sich vor anderen Künstlern wie im vorliegenden Fall vor Neil Diamond, dessen Song „And The Singer Sings His Song“ sie hier covern. Dabei geht es um die glorreiche Vergangenheit und deren Unbeschwertheit und auch wenn die Musiker dem Jugendalter bereits entsprungen sind und nicht mehr ganz so unbeschwert wie in Kindertagen herumtollen, ist ihnen die Lebensfreude ganz sicher nicht abhanden gekommen. Sie reflektieren nur genauer und so ist „Stranger“ ein perfektes Sinnbild des Lebens mit all seinen Stimmungsschwankungen und Empfindungen geworden. Mal geht es betrübt und melancholisch zu, mal romantisch und manchmal überschwänglich fröhlich, ganz wie im wirklichen Leben. Dem gesamten Album hört man die Hingabe zur Musik an. Schnellschüsse sind den Vollblutmusikern fremd und die Songs sprühen nur so voller Leidenschaft.

Von mir daher eine klare Empfehlung, „Stranger“ ist ein notwendiger Bestandteil des Herbstes 2011 und natürlich auch darüber hinaus!

Tracklist:
01. Love Goddess & The Love Ghost
02. Along The Great Devide
03. Mesmerized
04. From The Top Of The World (Rats)
05. Stranger
06. And The Singer Sings His Song
07. Fade Away (Theme For Dead Cities)
08. Chromelike Splinters
09. Mother Nature’s Presence
10. You & I
11. Three Words For The Lovers

Autor: Michael Gamon

Diese CD bestellen: Schaffis-ShopAmazon

More from Sparklingphotos.de

TORUL & EGOAMP – Oberhausen, Kulttempel (11.10.2015)

EGOamp wurde von Asmodi Caligari und Cesare Insomnia gegründet. Das Projekt wird...
Read More