The Exploding Boy – The Black Album

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The Exploding Boy – The Black Album



Nachschub! Endlich ist es da, das dritte Werk der Postpunk Waverocker The Exploding Boy. Und um es vorweg zu nehmen, das Warten hat sich gelohnt. Schlicht „The Black Album“ genannt, setzt der Longplayer den Mitte des letzten Jahrzehnts von den Freunden Johan, Stefan, Les & Nick eingeschlagenen und auf bisher zwei Alben verfolgten Weg konsequent fort. Die Band versteht es dabei wieder einmal, dunkle KlĂ€nge mit tollen Melodien zu verknĂŒpfen und sich durch den vielfach zweistimmigen Gesang geschickt von der Genrekonkurrenz abzusetzen und einen besonderen Widererkennungswert zu erzeugen.

Gleich der erste Song „Human“ unterstreicht diese QualitĂ€ten bestens. Der Song war schon kurz vor dem Album als Download-Single erschienen und auch die anderen beiden Tracks der starken EP (Rezension) sind hier vertreten. Überzeugt „Human“ noch mit eingĂ€ngigem Pop, zieht das Tempo beim nachfolgenden Track „I Am Truth“ spĂŒrbar an. Der Song ist fĂŒr Fans ebenfalls kein Unbekannter, befand er sich im letzten Jahr doch bereits auf dem „Darkness Before Dawn Volume 2“-Sampler. Ein toller Auftakt, den auch „Torn“ mit seinem monoton-treibendem Rhythmus fortzufĂŒhren weiß. Schnell wird klar, dass man schlechte Songs hier vergebens sucht. Auch alle anderen Songs wissen zu ĂŒberzeugen und Tracks wie „Loneliness“ oder „Get Out Of My Head“ erweitern das dargebotene Spektrum des The Exploding Boy Universums um neue Facetten. Anders als auf den VorgĂ€ngern zeigen sich die vier Schweden nun auch selbstbewusst genug, das Tempo zeitweise bewusst aus den Songs zu lassen und sich voll und ganz auf ihr Können zu verlassen und der schweren Lederjacke eine Verschnaufpause zu gönnen. Aber keine Sorge, die RockattitĂŒde wurde nicht durch kuschelweichen WeichspĂŒler verwĂ€ssert und es gibt noch immer ausreichend Gelegenheit, das Rockerherz im Takt pulsieren zu lassen. Vielmehr setzen die Schweden aber nun auf Abwechslung und lassen dabei ein dynamisches „Sweet Little Lies“ auf das eher zurĂŒckhaltende „Loneliness“ folgen, bevor „Talking Back“ mit dĂŒsterem Gesang in den Strophen fĂŒr Grabesstimmung sorgt, welche wiederrum vom mit Akustikgitarre begleitetem Refrain durchbrochen wird. Im Anschluss wird uns das neue Bewusstsein auf die eigenen FĂ€higkeiten bei „Get Out Of My Head“ besonders deutlich vor Augen (und Ohren) gefĂŒhrt. Der Song ist zunĂ€chst rein akustisch und Johans Stimme wird fast isoliert darstellt, bevor sphĂ€risch-atmosphĂ€rische Gitarren einsetzen. Ein durchaus gelungenes Experiment, auch wenn mir persönlich die dynamischeren Momente des Albums eher zusagen und daher die Uptemponummern „Here Comes The Rain“ und „The Man“ fĂŒr ein gelungenes Finale des dritten The Exploding Boy Albums sorgen.

Wer bisher noch nichts von The Exploding Boy gehört hat, sollte diese LĂŒcke spĂ€testens jetzt zu schließen suchen, alle anderen können bei „The Black Album“ ohnehin bedenkenlos zuschlagen. FĂŒr mich sicher eines der stĂ€rksten Alben des Jahres.

Tracklist:
01. Human
02. I Am Truth

03. Torn
04. Dark City

05. Loneliness
06. Sweet Little Lies
07. Talking Back (To You)
08. Get Out Of My Head
09. Here Comes The Rain
10. The Man

Bewertung: 8,5 / 10 Punkte

Autor: Michael Gamon


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