Mirrors – Lights and Offerings

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Mirrors – Lights and OfferingsMirrors – Lights and Offerings

Mirrors – Lights and Offerings

Groß vorzustellen muss man die Jungs aus Brighton wohl nicht mehr, sind sie ja spätestens durch den Live Support von OMD bekannt geworden. Die Elektropopband machte eine sehr gute Figur als Anheizer, und man konnte sich live einen guten Eindruck von ihrem Sound machen. Nun steht also der erste Longplayer des Quartetts in den Läden. James "Noo" New (Synthesizer, Stimme), Ally Young (Synthesizer, Stimme), James "Tate" Arguile (Synthesizer) und Josef Page (elektronische Drums), die stets in Maßanzügen in Erscheinung treten, hatten die Möglichkeit, ihren ersten Longplayer von Richard X (Goldfrapp) und Ed Butler (White Lies, Suede) produzieren zu lassen, entschieden sich aber dagegen und entwickelten das Album selber, um ihre eigenen Ideen adäquat umzusetzen.

Der Opener „Fear of Drowning“ nimmt sich viel Zeit, seine Atmosphäre zu entwickeln und dem Hörer den Weg in die Mirrors Klanglandschaft zu bahnen. Erst nach fast zwei Minuten vernimmt man die Stimme von James, die irgendwo zwischen Andy McCluskey und Robert Smith liegt. Bei „Look at me“ muss man automatisch an das Oeuvre von OMD denken, denn von der ganzen Art, wie der Track daherkommt (inklusive der typischen Chor-Sounds) würde sich der Track auf einer „Best of“ von „Orchestral Manoeuvres in the Dark“ sehr wohl fühlen. Genial öffnet sich der Track in der zweiten Hälfte mit einem sehr schön eingesetzten Lead-Synth. Was auf dem ersten Blick ein Manko ist, entwickelt sich nach und nach zu einem Stilmittel der Briten: der Sound klingt schon fast überfüllt, die Band scheint sich überlegt zu haben: wie viele Klänge können wir noch hinzufügen, bevor der Track vollends „zugematscht“ ist? Aber eben dieses beschert den Stücken einen wohligen Soundteppich, der einen positiv einlullt und ein Grinsen auf das Gesicht des Hörers zaubert. Bei „Write to the Night“ kommt James´ lamoriante Stimme sehr schön zu Geltung und der Track will gar nicht mehr aus den Ohren raus. Hört man dort sogar eine Gitarre im Hintergrund? Als Inspirationsquelle gibt die Band nicht nur die vorher erwähnten OMD, sondern auch Blancmange, Depeche Mode und (natürlich) Kraftwerk an. Besonders der Einfluss der Letztgenannten lässt sich nicht verleugnen, besonders in „Ways to an End“ und dem experimentellen „Secrets“, bei dem man gerne „Wir fahn´ fahn´ fahn´ auf der Autobahn“ mitsingen möchte. Dennoch haben Mirrors genug eigene Ideen und so wird die CD nicht an einer Stelle berechenbar oder gar langweilig. Anders als z.B. „Komputer“, die sehr nahe am „Original“ Kraftwerk lagen, legen die Briten hier sehr viel Menschlichkeit und den (spätestens seit „Hurts“) wieder aktuellen Pathos und Herzschmerz in die Songs. Besonders schön zu tragen kommt das in „Hide and Seek“, der mit einem hitverdächtigen Mittelteil einfach mitreißend ist.

Alles in allem muss man echt den Daumen heben! Wir wollen mehr davon. Bald!

Diese CD könnte euch gefallen, wenn ihr auf OMD, Kraftwerk und Komputer steht.


Tracklist:

01. Fear of Drowning
02. Look at Me
03. Into the Heart
04. Write Through the Night
05. Ways to an End
06. Hide and Seek
07. Somewhere Strange
08. Something on Your Mind
09. Searching in the Wilderness
10. Secrets

Bewertung: 8,0 / 10 Punkte

Autor: Frank Stienen

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