Feuerschwanz – Wunsch Ist Wunsch

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Feuerschwanz – Wunsch Ist Wunsch


Mit Vogelzwitschern werden wir auf dem vierten und neuesten Feuerschwanz Album „Wunsch Ist Wunsch“ empfangen, bevor ein ErzĂ€hler uns in die Welt der Knappen, Elfen und Met-Verköstigungen entfĂŒhrt. Aber Feuerschwanz sind keine 08/15-Combo, bei Feuerschwanz geht es nicht um jene ehrvoll romantische Sichtweise einer Epoche, die auch Saltatio Mortis oder andere Bands mit lateinischen Namen besingen, sondern hier wird vielmehr die frivole Seite des Mittelalterkults vollkommen ausgekostet. Beeiflusst vom Grundgedanken einer Parodie-Rockband wie J.B.O. reicht das gebotene Spektrum von typischem Mittelalterrock, ĂŒber an Karneval erinnernde KlĂ€nge („Maria“) oder harte Rammsteinsounds, bis hin zu Rockkabaretts der Marke Heiter Bis Wolkig oder Till Und Obel.

Dass der Spaß hier ganz klar im Vordergrund steht wird sofort bei „Wir Lieben Dudelsack“ klar, doch sollte man nicht den Fehler machen, die musikalische Darbietung zu unterschĂ€tzen. NatĂŒrlich geht es hier musikalisch nicht tĂŒftlerisch ausgefeilt zu und auch grĂ¶ĂŸere Rockorgien bleiben weitestgehend aus, doch das Songwriting der Maiden und Mannen um Hauptmann Feuerschwanz alias Peter Henrici (ex Merlons Of Nehemiah) ist solide und durchaus abwechslungsreich gestaltet und lĂ€sst keine Langeweile aufkommen, zumal die von Thomas Heimann-Trosien (Schandmaul, Saltatio Mortis u.a.) vorgenommene Produktion sehr gelungen ist. Textlich sind es keine MĂ€ren von Liebe und Krieg die uns hier aufgetischt werden, sondern es geht um Spiel, Spaß und Schokolade oder besser um Met, Weib und Gesang. Die GĂŒrtellinie wird dabei des Öfteren unterschritten, aber niemals ohne das zugehörige Augenzwinkern. Sei es beim Titeltrack „Wunsch Ist Wunsch“ in dem eine Fee aufgefordert wird sich nun endlich zu bĂŒcken oder beim die mĂ€nnliche Morgenlatte huldigenden „Latte“, bei dem es um alles andere als moderne HeißgetrĂ€nke geht. Richtig humoristisch zu geht es bei „Der Henker“, bei dem mit dem Vorurteil aufgerĂ€umt wird, hier wĂ€ren stets rohe MĂ€nner ohne Gewissen am Werk gewesen. Und auch fĂŒr die Frage, wie der mittelalterliche Gedanke im Sinne von Feuerschwanz in der heutigen Zeit ausgelebt werden kann, haben die sechs Musiker bei „Toleranz“ eine passende Antwort parat. Den wohl popigsten Track des Albums hat man sich aber fĂŒr relativ weit hinten aufgehoben, wenn die Band zusammen mit Saltatio Mortis Frontmann Alea der Bescheidene zum „Symposium“ einlĂ€dt. Hier darf dann richtig mitgegröhlt werden und auch fĂŒr kurze Gitarrensoli wird sich nun Zeit genommen.

Man hört den Feuerschwanz-Musikern auf „Wunsch Ist Wunsch“ den Spaß an der eigenen Sache richtig an und diese Unbeschwertheit und Feierlaune ĂŒbertrĂ€gt sich auch auf den Hörer. Man bekommt richtig Lust auf ein Konzert der Humorrocker, denn hier können sie diese Spielfreude sicher endgĂŒltig voll ausleben. Wer dabei sein möchte, hat in den nĂ€chsten Monaten mehrfach die Möglichkeit dazu, die entsprechenden Termine erfahrt ihr wie immer unter unseren „Tourdates“.

Wer auf mittelalterliche Töne steht und gerne lacht, sollte unbedingt mal bei „Wunsch ist Wunsch“ hineinhören und sich in die Welt der FeuerschwĂ€nze entfĂŒhren lassen.

Tracklist:
01. Es war einmal…(Teil 4)
02. Wir lieben Dudelsack
03. Jungfernkranz
04. Wunsch ist Wunsch
05. Latte
06. Monogamie
07. Maria
08. Des Kriegers Sohn
09. Der Henker
10. Toleranz
11. Metmaschine
12. Vorspiel
13. Symposium
14. Albrecht der Bruchpilot

Bewertung: 7,5 / 10 Punkte

Autor: Michael Gamon


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