Alphaville – Catching Rays on Giant

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Alphaville – Catching Rays on Giant



Wer hätte Anfang diesen Jahres daran gedacht, nach 13 Jahren ein Lebenszeichen der Kultband Alphaville in den Ohren und im Herzen zu spüren, war doch so lange vermeintliche Stille nach dem letzten Album ?Salvation?. Doch die Band um Marian Gold war nie wirklich tot, gaben sie doch ausgewählte Konzerte und die Livealben, ?Stark Naked And Absolutely Live? und ?CrazyShow? legten ein Zeugnis davon ab.

?Song For No One? beginnt mit fröhlichen Pfeifen, bei dem man an die Sieben Zwerge aus dem Cinderella Disney Film denken muss, gipfelt dann aber in einer schönen Melodie, die man sofort inhalieren und mitsingen kann. Der perfekte Beginn also für eine perfekte Pop Platte. Wer in den letzten Monaten fleißig Radio gehört hat, kam an der ersten Singelauskopplung des Albums nicht vorbei. ?I Died For You Today? ist Alphaville at its best: eindringliche Synthlinien, typischer Gesang und Ohrwurmcharakter. Der Song ist jetzt schon ein Klassiker, wurde mit einer hohen Chartplazierung belohnt und schürte das neuerlich entzündete Alphaville Feuer. Ungleich organischer bringt ?End Of The World? Synthiepop 2010 auf den Punkt. Unspröde, eindringlich und knarzig-bassig. Ein typischer Albumtrack namens ?The Things I DidnÂŽt Do? spült uns ans Ufer des Alphaville Meeres und atmet garniert mit weiblichen Backing Gesang Hoffnung auf ein besseres Leben ein. Die erste Ballade des Albums ?Heaven On Earth (The Things We’ve Got To Do)? verzaubert mit toller Atmosphäre, Lagerfeuerromantik und der bezaubernden Stimme Marian Golds und lässt uns im Refrain die Feuerzeuge zücken. Romantisch und noch stiller und intimer geht es mit ?The Deep? weiter. Gerade bei den ruhigen Stücken des Albums zeigt sich die Songwriterqualität des Alphaville Masterminds Gold, der Song erzeugt im Kontext eines Livekonzertes ganz sicher einige Gänsehautmomente. ?Call Me? ist dann wieder eher ein typischer Dancetrack geworden, das geschickt zum Chorus hinarbeitende Stück ist sicherlich für jede Disco gut geeignet, man hätte sogar noch eine Schippe mehr hinaufpacken können, aber auch so funktioniert der Track hervorragend. Gut, dass die Feuerzeuge noch nicht in den Hosentaschen verschwunden sind, denn das pathetische ?Carry Your Flag?ist wieder ein eindeutiger Kandidat für schunkelnde Flammen. Nicht mehr und nicht weniger. Der ungewöhnlichste Track des Albums ist ?Call Me Down?, denn die Art und Weise, wie Marian den netten Synthpop Track intoniert ist schon recht ungewohnt; man erkennt seine Stimme kaum. Den Song hätte man so oder ähnlich auch auf dem aktuellen Album von De/Vision entdecken können. Eine große Portion 80s atmet ?Phantoms? mit seinen typischen Vintagesounds ein, auch wegen der eleganten Melodieführung; der Länge nach prädestiniert für die nächste Singleauskopplung. Doch fehlt es dem Song an genügend Potential, um dem Smasher ?I Died For You Today? das Wasser abzugraben. Als letzten Track des gelungenen neuen Werkes erzählt ?Miracle Healing? eine eigene Geschichte und untermalt dies wieder mit mitreißendem Pathos und einer Portion Kitsch, den man von Alphaville gewohnt ist und liebt oder hasst. – Ich liebe Ihn!

Diese CD könnte Euch gefallen, wenn ihr Alphaville, De/Vision und Hurts mögt.

Tracklist:
01. Song For No One
02. I Die For You Today
03. End Of The World
04. The Things I Didn?t Do
05. Heaven On Earth (The Things We?ve Got To Do)
06. The Deep
07. Call Me
08. Gravitation Breakdown
09. Carry Your Flag
10. Call Me Down
11. Phantoms
12. Miracle Healing

Autor: Frank Stienen


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