Preemptive Strike 0.1 – The Kosmokrator

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Preemptive Strike 0.1 – The KosmokratorPreemptive Strike 0.1 - The Kosmokrator

Preemptive Strike 0.1 - The Kosmokrator


?The Kosmokrator? – so nennen die beiden Griechen von Preemptive Strike 0.1 ihr neuestes Machwerk. Das Album- Cover zeigt deutliche Sci- Fi- und Fantasy- Einflüsse. In Kombination mit dem Titel ?The Kosmokrator? wirkt das ziemlich gewaltig ? was aber wird den Hörer bei griechischem Hellektro erwarten? Ein Blick auf die Trackliste verrät mit Songs wie ?Astral God Race?, ?Kriegserklärung 1955? und ?Plan X From Outer Space? zum einen, dass auf dieser Platte Krieg geführt wird, zum anderen aber auch, dass es sich hierbei womöglich aber nicht um eine irdische Macht handelt, sondern um unkontrollierbare Mächte aus einer ganz anderen Welt. Man darf gespannt sein; die Angst, dass das Ganze eventuell etwas albern wirken würde, ist groß. Doch bereits beim ersten Song ?Astral God Race? ließ ich mich eines Besseren belehren: Elektronische Klänge mischen sich mit klaren Beats und einem mir zunächst unbekannten Instrument, einer traditionell griechischen Bouozuki, zu einem wahren Hellektro- Feuerwerk. Was auf den ersten beiden Alben von Jim ?The Blaster? und Cryon noch etwas unkoordiniert klang, hat nun endlich zusammen gefunden. Die Songs klingen rund und in sich schlüssig. Und nicht nur das: es wird auch überraschend viel und vor allem bei vielen Songs mit Erfolg experimentiert. Das zeigt sich nicht nur in der Verwendung seltener Instrumente wie der benannten Bouzouki, sondern auch darin, dass viele interessante Gastmusiker ihren Teil zu einigen Songs beitragen. Direkt der zweite Track ?Robotic Disintegration? ist in Zusammenarbeit mit Ex.Es entstanden; ein Song, der sicherlich viele Tanzflächen füllen kann, ist er doch eingängig und absolut tanzbar.

Stimmlich wird hier mal klar, mal verzerrt gebrüllt, gesprochen, gesungen ? eine Abwechselung, die jeden Song ein Stück interessanter machen kann. In ?Kriegserklärung 1955? wird dann tatsächlich einer fremden Macht der Krieg erklärt. Die Idee, Wesen aus einer anderen Welt anzuschuldigen, ist nicht neu, aber neu ist sicherlich der unverkennbare Sound dieses Tracks. Für mich war das erste Hören etwas schwierig; bei mehrmaliger akustischer Berauschung findet man dann aber doch hinein. Nichts desto Trotz sticht ?Kriegserklärung 1955? auf der Platte schon sehr durch seine Art hervor. Bei ?The Kosmokrator? gibt es dann ein weiteres Mal die griechische Laute zu hören, obgleich sie in ?Astral God Race? ihre Dienste besser erfüllte. Eine weitere interessante Zusammenarbeit zeigt sich bei dem Track ?Interstellar Threat?, welches mit der norwegischen Death- Metal- Band V:28 aufgenommen wurde. Ein recht gelungenes Spagat zwischen elektronischen Klängen und vor allem stimmlichen Metal Elementen. Aufgeschlossen wird mit einem instrumentalem Stück ?Al Azif?, das direkt zu ?Proteus Prayer? überleitet, welches morgenländische Frauenstimmen beinhaltet und dadurch wirklich interessant klingt. Als absoluter Favorit hat sich für mich neben ?Astral God Race? der Track ?Syndrome: Mutation? herausgestellt. Vom Beat her schickt sich der Song an, ein Hellektro- Dancefloor- Kracher werden zu können. Von den Vocals her, die vor allem geflüstert und dumpf daher kommen, wissen Preemptive Strike 0.1 hier ebenfalls zu überzeugen. Nach einem weiteren Experiment mit der Band FGFC820, das ganz passabel ist, und einer Zusammenarbeit mit Lamia, die mir persönlich noch besser gefällt, warten noch eine Vielzahl an Remixes auf den Hörer, unter anderem von C-Drone Defect und Mesmer’s Eyes. Das hätte allerdings gar nicht sein müssen, denn mit nun 15 Songs ist die tolle Scheibe der experimentierfreudigen Griechen viel zu voll gepackt. Für das nächste Machwerk wäre mehr Liebe zu dem Motto ?Weniger ist mehr? wünschenswert. 11 Songs wären durchaus genug gewesen, kommt man als Hörer doch zwischen den einzelnen Tracks kaum zum Luft holen.

Alles in Allem bleibt aber zu sagen, dass Jim ?The Blaster? und Cryon sich bei ihrem dritten Machwerk selbst übertroffen haben und dass das Ergebnis gefällt. Wer bis dato noch nichts von Preemptive Strike 0.1 gehört hat und sich gerne auf düsterem Dancefloor zu dunkelstem Elektro bewegt, dem empfehle ich diese Platte, aber auch denjenigen, die sich davon überzeugen wollen, dass die beiden griechischen Hellektroniker an sich selbst gewachsen und reifer geworden sind.

Tracklist:
01. 3000BC/Astral God Race
02. Robotic Disintegrator (feat. EX-ES)
03. Kriegserklärung
04. The Kosmokrator
05. Interstelar Threat (feat. V28)
06. Al Azif
07. Proteus Preyers
08. Syndrome: Mutation
09. Plan X From Outer Space
10. Codename Stormfury (feat. FGFC 820)
11. Island Of The Undead (feat. Lamia)
12. 3000BC/Astral God Race (C-Drone Defect Remix)
13. The Kosmokrator (E.S.C. Remix)
14. Syndrome Mutation (Mesmers Eyes Remix)
15. The Kosmokrator (Alien Product Remix)

Autorin: Tanja Sunshine

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