LA SCALTRA – FREAKSHOW

Freakshow
Gesch├Ątzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung

8

Gesamtnote

Banshees gibt es wirklich und sie singen zweistimmig.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

In der keltischen Mythologie und dem irischen Volksglauben k├╝nden Banshees Unheil und bevorstehenden Tod an. Angeblich hat jede irische Familie ihre eigene Banshee. Der ├ťberlieferung zu Folge h├Ârt nur der Ungl├╝ckliche selbst ihr Weinen und Klagen und wei├č daher um sein baldiges Schicksal. Naja, wenn das stimmt, sehe ich demn├Ąchst schwere Zeiten auf alle Leser dieses Reviews zukommen. Auf der anderen Seite spricht die stetig wachsende Fan-Schar, die La Scaltra in letzter Zeit um sich versammeln konnte, eine andere Sprache.

Tats├Ąchlich lebt die Musik von La Scaltra vorrangig durch die Stimmen von Frontfrau Aeleth Kaven (Songwriting und Kompositionen) und Dae Widow (Keyboard). Ihr Gesang besitzt die verst├Ârende Sch├Ânheit von gesprungenen Puppengesichtern, verstorbenen Trauerweiden, verfallenen Queen Anne Villen, von Vollmond und Flederm├Ąusen. Dabei wird Aeleths Kavens tiefer, kalter, leicht distanzierter Gesang von Dae Widows zarter, m├Ądchenhafter Stimme wie ein Windhauch umspielt. Daraus ergeben sich schaurige Duette, die etwas Geisterhaftes und Beschw├Ârendes besitzen , k├╝hl und anziehend zugleich sind.

Dar├╝ber hinaus sind die Arrangements eher spartanisch: einfache Melodien auf dem Keyboard, simple Drums aus dem Computer, sehr wenig Gitarren und dominante Basslinien. Hier ist vor allem das dritte Bandmitglied Jay Sharpe verantwortlich. Die Songs stehen damit ganz klar in der Tradition von Post-Punk, New-Wave, Dark-Wave, Minimal, Gothic und einer un├╝berh├Ârbaren Portion amerikanischen Death- und Punk-Rock (Ich hatte bei einigen Songs ein ganz klares, gitarrenloses Ramones-Gef├╝hl.). Das ist auch nicht weiter verwunderlich, geben La Scaltra unter anderem auch Morticia Addams und Lily Munster als Einflussgr├Â├čen an. Vor allem Fans der amerikanischen Gothic-Death-Rock Band Diva Destruction, um die es in den letzten Jahren leider sehr ruhig geworden ist, sollten unbedingt mal bei La Scaltra reinh├Âren.

Vor diesem Hintergrund ist nicht nur der Albumtitel Freakshow┬ásehr passend gew├Ąhlt. Auch, was die Essener da mit zehn Titeln auf ihrem Deb├╝t-Longplayer eingespielt haben, ist wie aus einem Guss. Damit hat die Band die Erwartungen, die sie mit ihrer vorab ver├Âffentlichten EP Ghosts gesch├╝rt haben, mehr als erf├╝llt. Freakshow wimmelt von schaurig-sch├Ânen, an klassischen Horror erinnernde St├╝cke, die authentisch das dunkle Lebensgef├╝hl wiederspiegeln, das in anderen aktuellen Ver├Âffentlichungen so schmerzlich vermisst wird.

Songs wie The Cat Lady, A Remedy und Black Wedding k├Ânnten leicht auch zum Soundtrack eines Tim Burton-Films geh├Âren. Devils Playground und Chained Hysteria sind clubtaugliche Post-Punk und New Wave St├╝cke, die ganz zeitlos und unaufgeregt Tanzfl├Ąchen erobern werden und auch live bestimmt der Knaller sind. Mit Freakshow haben La Scaltra ein erstaunliches Deb├╝t vorgelegt.

Freakshow erscheint am 15.09.2017 bei Solar Lodge.

Anspieltipps: Gloria, A Remedy

Tracklist LA SCALTRA ÔÇô Freakshow:

01. Intro
02. Devils Playground
03. Cantate
04. The Cat Lady
05. Gloria
06. A Remedy
07. Sonar Dance
08. Holidays
09. Chained Hysteria
10. Black Wedding

Weblinks LA SCALTRA:

Official: http://www.lascaltra.de/
Facebook: https://www.facebook.com/lascaltra/
Bandcamp: https://lascaltra.bandcamp.com/releases

Freakshow

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