NDR 2 SOUNDCHECK FESTIVAL – Göttingen, Donnertag (14.09.2017)

Clueso © Sonja Berg
Clueso © Sonja Berg
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Zum Auftakt des sechsten NDR 2 Soundcheck Festivals in Göttingen meinte es das Wetter alles andere als gut mit der Veranstaltung. Regen legte sich den ganzen Tag in dicken Tropfen ĂŒber Stadt. Also eigentlich perfektes Festivalwetter, etwas womit sich wohl jeder erprobte FestivalgĂ€nger auskennt. Und immerhin ist das NDR 2 Soundcheck ja eigentlich ein Indoor Festival. Mit den vier Spielorten Stadthalle, Deutsches Theater, Junges Theater und der Lokhalle mussten die Besucher also nicht im Regen stehen bleiben. Nur wer sich eins der Konzerte auf der City Stage, einzige Open Air BĂŒhne des Festivals, anschauen wollte, sollte besser den Regenschirm eingepackt haben.

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Kostenfreies Programm auf der City Stage

Eben diese City Stage auf dem Albaniplatz war in diesem Jahr sozusagen neu. Nicht neu an sich, aber eben an besagtem Platz. Die letzten Jahre befand sie sich noch auf dem Wochenmarkt, weiter Richtung Innenstadt. Immerhin kam so der Hauch eines FestivalgelĂ€ndes zustande, abgezĂ€unt und mit Kontrollen an den ZugĂ€ngen. Das Programm auf der City Stage war kostenfrei. So  konnte jeder, der Lust hatte hier vorbeischauen und ein bisschen Festival-Luft schnuppern. Hier wurden unter anderem sĂ€mtliche Konzerte auf Großleinwand ĂŒbertragen. Super Pluspunkt fĂŒr alle, die beim Ticketkauf zu langsam waren. Aber fĂŒr reine Live Übertragungen bedarf es ja keiner BĂŒhne. Auch ausgewĂ€hlte Newcomer-Konzerte und Interviews mit KĂŒnstlern standen hier auf dem Programm. FĂŒr das leibliche Wohl sorgten ein paar Essen- und GetrĂ€nkestĂ€nde. Die Auswahl hier war aber eher ĂŒberschaubar. Machte aber nichts, die Innenstadt mit vielen kulinarischen Möglichkeiten war ja nicht weit.

Weit weg sind auch die meisten Konzertlocations vom Albaniplatz nicht. Die Stadthalle liegt direkt daran, das Deutsche Theater ist in weniger als fĂŒnf Minuten zu erreichen. FĂŒr das Junge Theater musste man etwa zehn Minuten einplanen. Die Lokhalle hingegen fuhr man lieber mit dem Auto an, aber dort fand ja auch nur am Samstagabend das große Finale statt.

Kein Newcomer, aber neu erfunden

Ungewohnt fĂŒr FestivalgĂ€nger ist sicherlich auch das Ticketsystem des NDR 2 Soundcheck. FĂŒr jedes Konzert muss ein einzelnen Ticket gekauft werden. Einen Festivalpass fĂŒr alle Tage gibt es nicht, was wirklich schade ist. Wir starteten daher das Festival mit dem ausverkauften Auftritt von Clueso in der Stadthalle. Ein Newcomer ist er absolut nicht mehr, hat sich aber ja mit seinem letzten Album quasi neu erfunden und einen Neuanfang gewagt. Irgendwie passt er ja dann doch zu einem Newcomer Festival ins Programm. Außerdem macht es natĂŒrlich immer Spaß, solche sonst so hallen-fĂŒllenden KĂŒnstler in kleineren Locations zu sehen.

PĂŒnktlich um 19:00 Uhr betrat zunĂ€chst die Band um Tim Neuhaus die BĂŒhne. Nach den ersten Takten kam Clueso hinzu und startete den Abend mit Love The People. Eine Message, die auch nach all den Jahren, nichts an AktualitĂ€t verloren hat. Weiter geht es mit einem bunten Mix aus der Diskografie des Herrn HĂŒbners. Neben Klassikern wie Keinen Zentimeter und Chicago oder dem Evergreen Gewinner, finden vor allem auch StĂŒcke aus dem aktuellen Album Platz in der Setlist. FĂŒr die eigentlich mit Kat Frankie aufgenommene Ballade Wenn du liebst holt er sich UnterstĂŒtzung von Wanja Janeva. Diese wird Clueso auch bei den ersten Terminen seiner Neuanfang-Tour begleiten. Nicht wenige MĂ€dels hĂ€tten hier wohl gerne mit ihr getauscht, um auch einmal „so verliebt“ von Clueso so angesungen zu werden.

Back to the roots ging es dann mit Baby Blue und auch Anderssein, bei denen er seine Rap- und FreestylekĂŒnste unter Beweis stellte. Dazwischen gibt es Anekdoten von Udo Lindenberg mit dem dazugehörigen Lied Cello und Erinnerungen an den gemeinsamen Videodreh mit seinem Ă€lteren Bruder zu Out Of Space. Nach gut einer Stunde war mit Freidrehen der Abschluss des Konzerts erreicht. Insgesamt hĂ€tte ein bisschen mehr Freidrehen sicherlich auch dem Göttinger Publikum nicht geschadet. Die Stimmung hatte durchaus Luft nach oben.

Dreimal Internationale Newcomer

FĂŒr uns war es das einzige Konzert, das wir an diesem Donnerstag besucht hatten. Wer aber Lust hatte, konnte direkt nach dem Verlassen der Stadthalle zur City Stage wechseln, auf der Laura Pergolizzi alias LP, auftrat. Die US-Amerikanerin hat bereits fĂŒr viele bekannte KĂŒnstler Songs geschrieben, bevor sie mit Lost On You 2016 ihren eigenen großen Durchbruch feierte. Weiterhin machte JP Cooper den Auftakt im Jungen Theater, der im vergangenen Jahr mit Perfect Strangers zusammen mit Jonas Blue einen absoluten Hit gelandet ist. Seine Solo-Single September Song knĂŒpfte daran nahtlos an und seit dem 22. September ist auch sein DebĂŒtalbum Raised Under Grey Skies auf dem Markt. Abschluss des ersten Festivaltages machten Kaleo. Mit Way Down We Go merkt man ihnen die neue Heimat Austin auch im Sound an. Eigentlich war ihr Auftritt fĂŒr den Festivalsamstag geplant, doch die aus Island stammende Band musste ihren Auftritt verschieben, da sie die Rolling Stones auf ausgewĂ€hlten Konzerten supportete und wer will sich diese Chance schon entgehen lassen.

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