Neun Welten – The Sea I’m Diving In

Neun Welten
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung

7

„Von fließenden Wassern und sterbenden Schwänen“

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Als das Leipziger Dark-Folk Trio Neun Welten vor 13 Jahren sein Debut-Album Valg (2004) herausbrachte, verzauberte es seine Zuhörer mit naturmystischen Klängen, die stark an luftigere, poppigere Versionen von Empyriums Where at Night the Wood Grouse Plays oder Weiland erinnerten. Mit dem melancholischeren, gravitätischeren Destrunken zeigten Neun Welten dann 2009, dass sie sich als einer der Vorreiter im Spannungsfeld Dark-Folk, Neo-Folk, Naturmystik und Neo-Klassik behauptet hatten.

Dann wurde es erst einmal ruhig um die Band. Insgesamt acht Jahre hat es gedauert, bis nun dritte Veröffentlichung The Sea I’m Diving In erscheint. Und was soll ich sagen … es scheint einiges passiert zu sein.

Wie der Titel des Album bereits erahnen lässt, dreht es sich dabei hauptsächlich um das Wasser, Wesen, die sich in der unmittelbaren Nähe zu diesem Element aufhalten und Gefühle, die wir damit verbinden. Beim Hören fallen einem dann sogleich die fließenden Texturen, perlenden Sequenzen und glasklaren Melodien ins Ohr, die das umspannenden Konzept sehr gut aufgreifen und transportieren. Stilistisch vermisst man aber typische Elemente, für die man Neun Welten zu Zeiten von Destrunken liebgewonnen hat: getragene, versponnene, mystische Sequenzen, die den Kompositionen etwas Zauberhaftes verliehen haben.

Auf The Sea I’m Diving In geht es deutlich progressiver zu in einer, man möchte fast sagen, akademischen Art und Weise. Einige dieser Elemente wirken in manchen Songs (z. B. in Cursed die akzentuierte Platzierung der Zweitstimmen oder das Einsetzen der E-Gitarre) noch sehr gewollt und weniger wie natürlich aus der Songstruktur geboren. Noch eine Veränderung zu Vergangenen gibt es auf dem neuen Album: Gesang. Eine einlullende, warme, männliche Stimme und eine geflüsterte oder auch ab und an gehauchte weibliche Stimme singen in klassischer Liedstruktur und haben sich bei den Texten zum Teil von Edgar Allan Poe inspirieren lassen. Leider kommen diese manchmal aus der „Reim Dich oder ich peitsch‘ Dich-Verseschmiede“, was, zumindest mir, das Hörvergnügen etwas getrübt hat.

Eine kleine Kostprobe aus dem ansonsten wunderbar malerischen, melancholischen Song The Dying Swan:

„Doubt and pain
Come again and again
The gathering clouds in gloom
Predict the doom…“

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Neun Welten mit The Sea I’m Diving In ein gelungenes Album vorgelegt haben. Die fließenden Texturen und die ausgefeilten Harmonien sind uns aus vergangenen Tagen erhalten geblieben. Die poppigen Elemente, sowie der progressive Charakter des Albums scheinen der Startpunkt einer neuen Ausrichtung zu sein, die meiner Meinung nach aber noch nicht ganz ausgereift sind. Trotzdem ist The Sea I’m Diving In ein schönes Stück Naturträumerei.

The Sea I’m Diving In erscheint am 21. Juli bei Prophecy Productions.

Anpieltipp: The Dying Swan.

Tracklist NEUN WELTEN The Sea I’m Diving In :

01. Intro
02. Drowning
03. The Dying Swan
04. Cursed
05. Nocturnal Rhymes
06. Floating Mind
07. Earth Vein
08. Lonesome October
09. Lorn
10. Human Fail
11. In Mourning

Weblinks NEUN WELTEN:

Facebook: https://www.facebook.com/neunwelten/

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