ROBBIE WILLIAMS & ERASURE – München, Olympiastadion (22.07.2017)

Robbie Williams, © Marius Meyer (Handy-Foto)
Robbie Williams, © Marius Meyer (Handy-Foto)
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Wenn 70.000 Leute am Samstagabend den Weg in ein längst ausverkauftes Olympiastadion finden, dann weiß man: Hier ist mal wieder einer der ganz Großen unterwegs. In diesem Fall einer, den man auch gerne als „den kleinsten gemeinsamen Nenner“ bezeichnen kann, denn es ist immer wieder beeindruckend, wie Musikfans der unterschiedlichsten Genres sich darauf einigen, dass Robbie Williams zu den ganz Großen gehört – und zwar nicht nur erfolgstechnisch, sondern eben auch von seiner Show und seinem Können her. Er ist einer, der seinen Auftritt großspurig als The Heavy Entertainment Show ankündigen darf, denn man weiß: Er hält Wort. Auch in München!

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Aber Moment: War gerade einleitend von „einem der ganz Großen“ die Rede? Damit tut man eigentlich dem Support-Act Unrecht, denn schon allein die Bezeichnung „Support-Act“ wird Erasure nicht gerecht. Zwar veröffentlichten sie in diesem Jahr mit World Be Gone ein neues Album, aber sie wussten, was es an diesem Abend zu tun galt: Mit einem knackigen Best Of-Set sollte das Robbie Williams-Publikum angeheizt werden. Ein Plan, der aufging – der Synthie-Pop der Briten funktionierte. Erasure-Fans trafen auf diejenigen, die die Band bisher gar nicht kannten bzw. einen „Ach-die-sind-das“-Moment bei den Hits hatten, aber alle Beteiligten waren begeistert. Treibende Elektro-Sounds der Marke Oh L’Amour sorgten bereits früh für Bewegung, die Band profitierte dabei auch sehr davon, dass die Ränge bereits sehr gut gefüllt waren. Die Menschen hatten Lust auf das Konzert, das Wetter lud zum Aufenthalt im Freien ein. Zum Ende hin schlug natürlich vor allem Sometimes ein, mit Stop! und Chains of Love ging es aber noch weiter, bevor mit A Little Respect ein gefeierter Auftritt sein Ende fand.

Setlist ERASURE – München, Olympiastadion (22.07.2017):

01. Victim of Love
02. Drama!
03. Love You to the Sky
04. Oh L’Amour
05. Chorus
06. Blue Savannah
07. Love to Hate You
08. Sometimes
09. Stop!
10. Chains of Love
11. A Little Respect

Nach diesem gelungenen Support war die Vorfreude auf den Hauptact noch weiter gesteigert. Aus dem Off erklang die Stimme von Michael Buffer und kündigte „The National Anthem Of Robbie“ an. Mit der Hymne God Bless Our Robbie ertönte das Intro, das selbstironisch seine Laufbahn in kurzer Zeit zusammenfasste und seine Fähigkeiten anpries („He still rules the throne“), in der Folge betrat die Band die Bühne und Robbie Williams eröffnete direkt mit dem Stück, das nicht nur sein aktuelles Album betitelt, sondern eben auch das Versprechen für den Abend darstellte: The Heavy Entertainment Show. Ein freundliches musikalisches Willkommen war es, gefolgt von der Marschroute des Abends: Let Me Entertain You. Entertainment wurde versprochen, Entertainment wurde geboten.

Das Programm zog sich dabei durch die gesamte Solo-Laufbahn des Künstlers. Früh begegnet beispielsweise Monsoon, das inzwischen auch 15 Jahre alt ist und damals auf Escapology erschien. Man merkt eben: Die Fans feiern vor allem die alten Stücke. Ein Party Like a Russian wird zwar ebenfalls gefeiert, aber gerade das Frühwerk wird zelebriert. Im Falle von Freedom dann auch verbunden mit einer Ehrerbietung, denn das George Michael Cover war nicht nur ein früher Solo-Hit des Künstlers, sondern würdigte diesen auch postmortal hier im Olympiastadion. Hierbei ist dieses Cover nicht der einzige Ausflug in die Musikgeschichte – auch ein Medley-Singalong gehörten dazu – vor Robbie Williams sind weder Bon Jovi (Livin‘ On A Prayer), Amy Winehouse (Rehab) oder auch The Human League (Don’t You Want Me) sicher – auch er selbst nicht, denn Come Undone beendete das Medley und ließ anschließend in das Stück in voller Länge übergehen, getragen von der Menge.

Was folgte, war ein Best Of-Programm, das kaum Wünsche offen ließ. Millenium beispielsweise als einer der Evergreens, Stücke wie Kids und Feel sorgten für Begeisterung, dazu gab es zwei Gäste, die unterschiedlicher kaum hätten sein können. Für Something Stupid wurde Brigitte Dempf aus Gersthofen aus dem Publikum auf die Bühne geholt, die jedoch vor allem die Aufgabe hatte, eine gute Figur zu machen: Sie bekam eine Maske verpasst und die Gesangstimme vom Band – dennoch hatte sie ihren Spaß und freute sich, mit ihrem Idol ein Selfie machen zu dürfen. Die Gänsehaut des Abends gab es dafür beim Neil Diamond Cover Sweet Caroline, für das Robbie Williams seinen Vater auf die Bühne holte und gemeinsam mit ihm auf dem Sofa das Stück intonierte.

Den regulären Teil des Sets stellte Rock DJ dar, aber eine Zugabe war natürlich unausweichlich. Nach She’s The One gab es hier einen weiteren bewegenden Moment des Abends: Nicht nur, dass Angels ein Ausnahme-Stück darstellt – diesen Abend wurde es dem kürzlich tragisch verstorbenen Linkin‘ Park-Sänger Chester Bennington gewidmet. Eine große Geste, die gefolgt von My Way einen hervorragenden Sommerabend in München beendet.

Setlist ROBBIE WILLIAMS – München, Olympiastadion (22.07.2017):

00. God Bless Our Robbie (Intro)
01. The Heavy Entertainment Show
02. Let Me Entertain You
03. Monsoon
04. Party Like a Russian
05. Minnie the Moocher (Cab Calloway Cover)
06. Freedom 90 (George Michael Cover)
07. Love My Life
08. Livin‘ On a Prayer / Rehab / The Best / Kiss / U Can’t Touch This / Don’t You Want Me / Stayin‘ Alive / Candy / Here Comes the Hotstepper / You’re the One That I Want / Come Undone
09. Come Undone
10. Millennium
11. Something Stupid (Carson and Gaile Cover, mit Brigitte aus Gersthofen)
12. Rudebox
13. Kids
14. Sweet Caroline (Neil Diamond Cover, mit Robbies Vater)
15. Feel
16. Rock DJ
17. She’s The One (World Party Cover) (Z)
18. Angels (Z)
19. My Way (Claude François Cover) (Z)

Weblinks ROBBIE WILLIAMS:

Homepage: www.robbiewilliams.com
Facebook: www.facebook.com/robbiewilliams
Twitter: www.twitter.com/robbiewilliams

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