HORROR – Ein atemberaubender Alptraum (TheaterstĂŒck) – London, Peacock Theatre (28.05.2017)

Foto: Jakop Ahlbom
Foto: Jakop Ahlbom
GeschÀtzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Horror in Deutschland – im September geht es los… das erwartet Euch!

Horror nennt sich ein ganz besonderes TheaterstĂŒck des Regisseurs Jakop Ahlbom, welches komplett ohne gesprochene Inhalte auskommt und nur durch Musik und Schauspiel fĂŒr eine ganz besondere AtmosphĂ€re sorgt. Diese spezielle Art der Inszenierung kommt nicht von ungefĂ€hr, denn der in Schweden geborene, aber mit knapp 20 Jahren in die Niederlande umgesiedelte Ahlbom studierte an der School Of The Arts Kunsthochschule in Amsterdam und hat mittlerweile schon des Öfteren mit ungewöhnlichen Werken von sich reden gemacht und versteht sich von jeher eher als Choreograph, denn als Drehbuchschreiber.

Jetzt also Horror! An die ganz großen Gruselfilme angelehnt, will uns der eigenwillige Regisseur das FĂŒrchten (und Lachen) lehren. Wir hatten vorab die Chance uns dieses besondere Werk in London anzusehen, wo Horror fĂŒr einige Wochen bereits zum zweiten Mal Station im schönen Peacock Theatre macht. Ab September 2017 bringt Ahlbom das StĂŒck, das im August 2016 seine Deutschlandpremiere in Hamburg gefeiert hatte, dann auch fĂŒr mehrere Termine nach Hannover, Stuttgart und Berlin, sowie in die Österreichische Hauptstadt Wien.

Alles andere als gruselig ist das Wetter zunĂ€chst aber einmal, als ich aufgrund der Computerprobleme bei British Airways mit leichter VerspĂ€tung an diesem Wochenende am frĂŒhen Sonntagmorgen aus dem Flieger steige: Die Sonne scheint! LĂ€ngst hat sich herumgesprochen, dass das „typical british weather“ in den letzten Jahren scheinbar eher Mythos als RealitĂ€t ist, denn kaum jemand spricht mehr von verregneten Tagen wenn er aus der britischen Hauptstadt zurĂŒckkehrt. So steht erst einmal ein sonniger Nachmittag in den vielen kleinen Parks und CafĂ©s auf dem Programm, bevor die Geisterstunde in London bereits um 18 Uhr eingelĂ€utet wird.

Recht zentral am Rande des Theatre-Districts erscheint das Peacock Theatre zunĂ€chst eher unscheinbar, doch ist man erst einmal im Inneren angekommen, spielt es seine optischen StĂ€rken aus. Auf zwei ansteigenden Ebenen finden gut 900 Zuschauer Platz und der Saal ist picke-packe voll. Das Publikum ist angenehm durchmischt, Personen aller Altersgruppen sind dabei. Das StĂŒck wird ĂŒbrigens in Deutschland ab 16 Jahren zugelassen sein. Hier in London finden sich dabei ebenso der interessierte, typische TheatergĂ€nger, als auch offensichtliche Horrorfans im Zuschauerbereich wieder und als die Lichter um kurz nach 18:00 Uhr erlöschen, steigt die Anspannung deutlich an. ErzĂ€hlt wird die Geschichte einer jungen Dame, die nach vielen Jahren zurĂŒck in ihr frĂŒheres Zuhause kommt, in dem sie eine nicht gerade sehr glĂŒckliche Kindheit durchlebt hat. Sie wird bei dieser RĂŒckkehr mit ihren Ängsten und Traumata konfrontiert und der Zuschauer fĂŒhlt mit, wie sie versucht, das Erfahrene zu verarbeiten und sich den negativen GefĂŒhlen in den Weg zu stellen. Mehr zur Handlung sei an dieser Stelle besser nicht verraten, denn ich kann nur empfehlen, sich bei den deutschen Stationen im Herbst 2017 selbst ein Bild davon zu machen. Schließlich bekommt man von Jakop Ahlbom und seinen 8 Schauspielern etwas geboten, das man so bisher nicht von den TheaterbĂŒhnen dieser Welt kannte.

Im StĂŒck selbst finden Genrefans viele Anspielungen auf Filmklassiker wie Evil Dead, Wenn die Gondeln Trauer tragen, Rosemary’s Baby oder The Grudge, gut gemachte Effekte und vor allem tolle Schauspieler, deren Leistung auch bei einer Filmproduktion schon stark wĂ€re, bei einem Schauspiel ohne „Schnitt“ aber absolut grandios zu nennen ist. Durch geschickte Verwendung von kurzen, dunklen Szenen gelingt es Ahlbom, das StĂŒck stets am Laufen zu halten und das Ganze sehr flĂŒssig wirken zu lassen. Über die gesamte Dauer von knapp eineinhalb Stunden ohne Pause ist man stets vom Ablauf gefesselt, Langeweile kommt keine auf. Kein Wunder also, dass es am Ende verdientermaßen langanhaltenden Applaus fĂŒr die gesamte Produktion –und die acht Schauspieler im Besonderen- gibt. Ein TheaterstĂŒck fĂŒr Freunde von Horrorfilmen oder diejenigen, die sich gerne mal ein bisschen gruseln, dabei aber auch etwas schmunzeln möchten.

Als wir aus dem Theater kommen, regnet es – Endlich…

Termine HORROR 2017:

12.09.2017 // 20:00 Uhr // Aegi // Hannover
13.09.2017 // 20:00 Uhr // Aegi // Hannover
14.09.2017 // 20:00 Uhr // Aegi // Hannover
15.09.2017 // 20:00 Uhr // Aegi // Hannover
16.09.2017 // 17:00 Uhr // Aegi // Hannover
16.09.2017 // 23:00 Uhr // Aegi // Hannover

19.09.2017 // 20:00 Uhr // Theaterhaus // Stuttgart
20.09.2017 // 20:00 Uhr // Theaterhaus // Stuttgart
21.09.2017 // 20:00 Uhr // Theaterhaus // Stuttgart
22.09.2017 // 20:00 Uhr // Theaterhaus // Stuttgart
23.09.2017 // 17:00 Uhr // Theaterhaus // Stuttgart
23.09.2017 // 23:00 Uhr // Theaterhaus // Stuttgart
24.09.2017 // 19:00 Uhr // Theaterhaus // Stuttgart

17.10.2017 // 20:00 Uhr // Museumsquartier – Halle E // Wien
18.10.2017 // 20:00 Uhr // Museumsquartier – Halle E // Wien
19.10.2017 // 20:00 Uhr // Museumsquartier – Halle E // Wien
20.10.2017 // 20:00 Uhr // Museumsquartier – Halle E // Wien
21.10.2017 // 17:00 Uhr // Museumsquartier – Halle E // Wien
21.10.2017 // 23:00 Uhr // Museumsquartier – Halle E // Wien
22.10.2017 // 19:00 Uhr // Museumsquartier – Halle E // Wien

24.10.2017 // 20:00 Uhr // Admiralspalast // Berlin
25.10.2017 // 20:00 Uhr // Admiralspalast // Berlin
26.10.2017 // 20:00 Uhr // Admiralspalast // Berlin
27.10.2017 // 20:00 Uhr // Admiralspalast // Berlin
28.10.2017 // 17:00 Uhr // Admiralspalast // Berlin
28.10.2017 // 23:00 Uhr // Admiralspalast // Berlin
29.10.2017 // 20:00 Uhr // Admiralspalast // Berlin

tickets

 

Das Bild- und Videomaterial wurde uns freundlicherweise von Semmel Concerts zur VerfĂŒgung gestellt.

Kommentar verfassen