KILLING JOKE – Bochum, Zeche (14.06.2017)

Killing Joke, © Michael Gamon
Killing Joke, © Michael Gamon
Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Killing Joke ‚Äď wie ein Meteorit schlug die Band damals in meinem Kopf ein, als ich mir ganz unbedarft direkt die beiden Scheiben What‚Äôs This For und Revelations zulegte. Mund wie Augen √∂ffneten sich gleicherma√üen sehr weit, als ich den recht abgedrehten Sound der britischen Post-Punker erstmals h√∂rte. Ebenso einige Zeit sp√§ter bei dem kommerziell ausgerichteten, doch auf jeden Fall ebenso spannenden Night Time mit dem Knaller Love Like Blood. Zu einem sollte es bei mir bis dato jedoch nie reichen: diese Ausnahmeerscheinung der damaligen Indie-Szene live zu erleben. Knapp dran war ich im Jahr 2007, als die Band im Vorprogramm des Weihnachtskonzerts von New Model Army in K√∂ln angepriesen wurde. Aber der schlichte Zettel am Eingang, der auf den kurzfristigen Ausfall von Killing Joke hinwies, ballerte ebenfalls wie ein Meteorit in dem Kopf. Der ganze Abend nahezu dahin! Aber nun endlich im Juni 2017 gelang es mir, die britischen Herrschaften live zu erleben, als diese am 14.06. in der Bochumer Zeche gastierten.

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Geduldig lie√ü ich den Support als erstes √ľber mich ergehen. Und Grave Pleasures konnten mir mit ihrem dunklen Gothic-Rock, der mit einer kr√§ftigen Note Metal-Sound durchzogen war, sogar ziemlich gut gefallen. Songs wie Death Reflecs Us oder Deadenders brachte das finnische Quintett dynamisch wie interessant her√ľber. √úberraschend war allerdings die Lautst√§rke, welche aus den Verst√§rkern ballerte. Die ehemals unter dem Namen Beastmilk agierenden Nordeurop√§er waren dann auch auf den Punkt genau nach einer halben Stunde mit ihrem Set durch, welches √ľbrigens mit Atomic Christ einen nagelneuen Track aufbot und bei den Fans eine sch√∂ne Vorfreude auf Kommendes erweckte. Man darf also gespannt sein!

Setlist GRAVE PLEASURES @ Bochum, Zeche (14.06.2017)

01. Joy
02. Fear Your Mind
03. Death Reflects Us
04. Atomic Christ
05. Deadenders
06. New Hip Moon
07. Love In A Cold War

Die Umbaupause f√ľr zwei Bier genutzt, war es dann nach einem bet√∂renden Intro soweit: Killing Joke betrat die B√ľhne der Zeche und zeigte direkt mit einem fordernden The Wait, wo der Hammer innerhalb der n√§chsten neunzig Minuten h√§ngen sollte. Post-Punk der feinsten Sorte war angesagt. √úber Tracks wie der bekanntesten Single Love Like Blood, dem mitreisenden Burner Eighties oder meinem All-Time Favoriten The Death And Resurrection Show legten die vier Briten unter der F√ľhrung ihres Frontmanns Jaz Coleman einen Auftritt hin, welcher mich ‚Äď wieder einmal ‚Äď Mund wie Augen weit aufrei√üen lie√ü. Der ausdruckstarker Sprachgesang von Mr. Coleman und seine leicht √ľberzogene Theatralik machen Lieder wie Wardance oder Sun Goes Down zu einem echten Sinnes-Schmaus. Auch die Kollegen an den Instrumenten konnten vollends √ľberzeugen und w√§hrend Bassist Martin ‚Youth‘ Glover sich in ein Basketball-Dress gezw√§ngt hatte, war Gitarrist Kevin ‚Geordie‘ Walker in seinem schlichten, orientalischen Dress ebenfalls ein Eye-Catcher. Nicht nur routiniert, sondern erfrischend spannend knallten sie so auch neue Songs des aktuellen Albums Pylon wie I Am The Virus oder Autonomous Zone auf das Publikum herab, dass diesem gar nichts anderes √ľbrig blieb, als in einen Pogo-Wahn zu verfallen ‚Äď na ja, zumindest starkes Mitwippen war bei dem doch gereiften Publikum das Minimum an Besessenheit. Jaz umschrieb viele Songs mit einigen teilweise mahnenden Worten, was aufzeigte, dass auch Klassiker wie Unspeakable die alte sozialkritische Ader aufweisen, welche leider immer noch aktuell notwendig ist. Nach 65 Minuten absolutem Killing Joke-Rausch verschwand die Band, um kurz darauf noch beginnend mit dem aufbauschenden S.O. 36 eine Zugabe hinzulegen, die ihrem Namen mehr als alle Ehre machte. Immerhin beinhaltete diese meinen schon erw√§hnten Lieblingsong der Briten. Mit dem nochmals richtig einheizenden Pandemonium verabschiedete sich dann eine der Kultbands aus den Achtzigern. In meinem Fazit nach eineinhalb Stunden Post-Punk der alten Schule gebe ich die H√∂chstpunktzahl ‚Ķ und ich bin mir sicher, dass ich mit dieser Bewertung nicht alleine liege. Es bleibt nur zu hoffen, dass ich nochmals die Gelegenheit bekomme Killing Joke live zu erleben. Ein besonderes Lebens-Ereignis!

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Setlist KILLING JOKE @ Bochum, Zeche (14.06.2017)

01. The Wait
02. Autonomous Zone
03. Love Like Blood
04. Eighties
05. European Super State
06. Sun Goes Down
07. Unspeakable
08. Wardance
09. I Am The Virus
10. Exorcism
11. Asteroid
12. Corporate
13. Pssyche
14. S.O. 36 (Z)
15. Requiem (Z)
16. The Death And Resurrection Show (Z)
17. Pandemonium (Z)

Fotos: Michael Gamon

Weblinks KILLING JOKE:

Website: http://killingjoke.noisemerchants.com/
Facebook: https://de-de.facebook.com/killingjokeofficial/

Weblinks GRAVE PLEASURES:

Website: http://gravepleasures.tumblr.com/
Facebook: https://de-de.facebook.com/gravepleasvres/

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