EVAN DANDO/JENNY BRIGHT – K├Âln, Underground (21.05.2017)

2015-03-18_Evan_Dando_-_Bild_016x.jpg
Gesch├Ątzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Als einzig verbleibendes Gr├╝ndungsmitglied der US-amerikanischen Band The Lemonheads schart er alle paar Jahre Musiker*innen um sich, mit denen er seine Songs im Bandkontext in ihrer vollen Pracht pr├Ąsentiert. Ab und zu kommt es aber auch vor, dass Evan Dando dies alleine, einzig mit einer Akustikgitarre bewaffnet, im intimen Rahmen tut. Genau das passierte k├╝rzlich im K├Âlner Stadtteil Ehrenfeld. Der charismatische und f├╝r teils exzentrisch Ausbr├╝che bekannte Frontmann spielte an diesem Abend ein Set, das den Rahmen bisheriger Konzertabende definitiv sprengte und wohl kaum W├╝nsche offen lie├č.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Den Einstieg zu jenem ÔÇťUnpluggedÔÇŁ-Abend bildete die junge K├╝nstlerin mit dem englisch anmutendem Namen Jenny Bright. Ihre Songs klangen melodisch und verspr├╝hten einen dezenten Country-Vibe. Passend zum Genre handelte die von ihr besungene Thematik von Sehnsucht und Liebe. Die Stimme von Mrs. Bright war mal leise und seicht, mal wahnsinnig kr├Ąftig und volumin├Âs zu h├Âren. Auch wenn sich eine eher bescheidene Menge zum Zuh├Âren im Underground einfand, kam diese bei der talentierten Frau voll auf ihre Kosten. Warum zum Teufel sind Castingshows nochmal so omnipr├Ąsent?

Es war kurz nach 21 Uhr, als ein gut gelaunter Evan Dando mitsamt seiner Westerngitarre die B├╝hne der Lokalit├Ąt betrat. Kein Wunder also, dass sich letztere prompt schlagartig f├╝llte. Ohne gro├če Worte an eine Begr├╝├čung zu verschwenden, begann er sogleich mit seinem ersten St├╝ck. Ein Mann der gro├čen Worte schien Dando sowieso nicht zu sein: Das einzige, was man au├čerhalb der gesungenen und gespielten k├╝nstlerischen Erg├╝sse von ihm wahrnehmen konnte, war ein knappes ÔÇťthanksÔÇŁ nach allen seinen Liedern. Daf├╝r war das, was er spielte, umso pomp├Âser. Seine Setliste, in die weder die Veranstaltenden noch die Konzertbesucher*innen einen Einblick fanden, umfasste bereits so bereits schon weit ├╝ber 30 Songs.

Dandos Band The Lemonheads gr├╝ndeten sich Ende der 1980er Jahre. Mit dem Cover von Simon & Garfunkels Hit Mrs. Robinson erlangten sie 1992 weltweiten Bekanntheitsgrad. Auch, wenn dies das wohl bekannteste St├╝ck der Band ist, verzichtete Dando an diesem Abend darauf, es zu spielen. Dies war die einzige Ausnahme, denn Dando spulte die Songs f├Ârmlich nur so herunter. Neben den bekannten Lemonheads-Liedern wie Confetti, Being Around, My Drug Buddy, ItÔÇÖs A Shame About Ray oder dem gleicherma├čen bekannten Smudge-Cover The Outdoor Type fanden sich auch Songs auf seiner Setlist wieder, die auf Dandos 2003 erschienenen Soloalbums Baby IÔÇÖm Bored beheimatet waren. Hierzu geh├Âren Titel wie Hard Drive oder All My Life.

Nach einem gro├čen, vielversprechenden Set verschwand Dando f├╝r kurze Zeit von der B├╝hne, um wenige Minuten sp├Ąter unter anhaltendem Applaus in Begleitung von Marciana Jones die Menschen erneut zu verzaubern. Jones begleitete Dando mit ihrer E-Gitarre und Stimme, was der Zugabe einen kr├Ânenden Abschluss verlieh. Dass der Mann nicht so gespr├Ąchig war, lie├č das ganze doch etwas unpers├Ânlicher wirken. Schade. Nichtsdestotrotz ein wirklich gelungener Abend, an dem Evan Dando seine musikalischen H├Âhen pr├Ąsentierte. Gerne wieder, beim n├Ąchsten Mal auch mit Band (?).

Baby I’M Bored (2xcd+Book)

Preis: EUR 21,99

4.6 von 5 Sternen (5 Kundenbewertungen)

21 neu & gebraucht ab EUR 14,63

Bild: Archiv

Kommentar verfassen