LES DISCRETS – PrĂ©dateurs

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GeschÀtzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Unsere Bewertung

9

Gesamtnote

“Ein urbanes StĂŒck Melancholie
”

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Nach fĂŒnf Jahren melden sich Les Discrets mit einem neuen Studioalbum zurĂŒck. Schon in den letzten Monaten haben Fursy Teyssier und Audrey Hadorn zwei Singles, VirĂ©e Nocturne und Rue Octavio Mey, auf Vinyl und elektronisch veröffentlicht, die sich doch sehr stark von dem unterscheiden, was man so musikalisch von den beiden Franzosen aus Lyon gewohnt ist.

“Ich habe das GefĂŒhl, dass Les Discrets sich jetzt freigeschwommen haben. Wir sind frei von den EinflĂŒssen und EinschrĂ€nkungen des Post Rock, Post Black Metal oder Post-was-auch-immer-sonst”, erklĂ€rt Fursy Teyssier die musikalische Neuausgestaltung auf PrĂ©dateurs.

Inwieweit der KĂŒnstler selbst seine musikalischen Vorarbeiten namentlich auf den beiden Studioalben Septembre Et Ses DerniĂšres PensĂ©es (2010) und Ariettes OubliĂ©es (2012) als Korsett oder Begrenzung empfunden haben mag, kann man nur mutmaßen. Denn selbstverstĂ€ndlich gab es da musikalische, wie personelle Überschneidungen, am sichtbarsten wahrscheinlich mit Alcest. Das fĂŒhrte dann dazu, dass beide Bands immer wieder miteinander verglichen wurden. Das geschah oft unberechtigterweise und war nicht immer fair; berĂŒcksichtigt man den kommerziellen Erfolg, den Alcest gerade in den letzten Jahren genießen konnte. Hinzu kommt noch das winzige Detail, dass die Mitglieder beider Bands nicht unmaßgeblich an der GrĂŒndung ein und desselben Genres beteiligt waren. Wie notwendig eine Befreiung von derlei GegenĂŒberstellungen fĂŒr Les Discrets schlussendlich sein musste, zeigen Rezensionen der Vorab-Singles, die PrĂ©dateurs, noch bevor auch nur ein laues LĂŒftchen des ganzen Albums die Presse erreichte, als das „Shelter“-Album der Band bezeichneten.

Prédateurs

Preis: EUR 13,99

5.0 von 5 Sternen (1 Kundenbewertungen)

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Dabei war es trotzdem und immer möglich Les Discrets als eigenstĂ€ndige und originĂ€re Band wahrzunehmen. So waren sie immer schon ein wenig geheimnisvoller, melancholischer, eleganter, komplexer, sanfter und stiller als andere Vertreter des Genres. Meiner Meinung nach ist dies nach wie vor nirgends besser hör- und fĂŒhlbar als bei Song For Mountains (Septembre Et Ses DerniĂšres PensĂ©es, 2010). Das ist es, was Les Discrets ausmachen und genau das wurde durch PrĂ©dateurs nicht verĂ€ndert, sondern auf eine neue kĂŒnstlerische Ebene gehoben. Wahrscheinlich hat Fursy Teyssier diese Ebene einfach gebraucht, um musikalisch erwachsen zu werden.

Aber wie hört sich nun das Ergebnis dieser BemĂŒhungen an?

Auch auf PrĂ©dateurs arbeiten Les Discrets mit Klangbildern. Standen aber Bild und Videokunst bei beiden VorgĂ€ngeralben noch neben der Tonaufnahme, um Hörbares mit Visuellen zu ergĂ€nzen, fließen nun Ströme des Sichtbaren und Hörbaren zu einer Essenz des sinnlich Erfahrbaren zusammen. Die beiden KĂŒnstler verwenden dabei Elemente aus dem Trip-Hop, Downtempo, cineastischen EindrĂŒcken des Film Noir und Electronic Chill-Out. In einigen StĂŒcken sind sogar wieder, wie in Rue Octavio Mey, vertraute Dream-Pop und Black-Gaze Anleihen vorhanden.

Insgesamt aber klingt PrĂ©dateurs kĂŒhler, moderner und urbaner.

Die Songs tragen Titel wie Vanishing Beauties oder Lyon – Paris 7h34. Sie werden zum Soundtrack von jenen GefĂŒhlen, die jedem vertraut sind, der schon einmal gegen 2 Uhr Morgens auf seinen Anschlusszug im Bahnhof irgendeiner europĂ€ischen Metropole gewartet hat oder auf der Autobahn die Lichter einer fernen Stadt und die Schemen rot blinkender, still stehender WindrĂ€der an sich vorbei fliegen und verschwimmen ließ. Es sind diese unbestimmten Empfindungen aus Sehnsucht, Heimweh, Melancholie, dem Bestreben die Außenwelt auf Distanz zu halten und sie gleichzeitig, als Beobachter, in sich aufnehmen zu wollen.

PrĂ©dateurs kann vor eben diesen Empfindungen sowohl als musikalische Neuausrichtung, als auch kĂŒnstlerische Emanzipation und eigenstĂ€ndiges Fundament schöpferischen Anspruchs gesehen werden. Ich wĂŒrde es Fursy Teyssier und Audrey Hadorn wĂŒnschen, wenn sich möglichst viele Fans bereit erklĂ€ren wĂŒrden, mit ihnen diesen neuen Pfad zu beschreiten. DarĂŒber hinaus wĂ€re es spannend zu beobachten, ob es Les Discrets auf weiteren Veröffentlichungen gelingt, ihr neues musikalisches Fundament zu festigen und darauf aufzubauen.

Prédateurs erscheint am 21.04.2017 bei Prophecy Prodcutions.

Anspieltipps: Les Amis De Minuit & Le Reproche

Trackliste LES DISCRETES- Prédateurs:

01. Prédateurs
02. Virée Nocturne
03. Les Amis De Minuit
04. Vanishing Beauties
05. Fleur Des Murailles
06. Le Reproche
07. Les Jours D’Or
08. Rue Octavio Mey
09. The Scent Of Spring (Moonraker)
10. Lyon – Paris 7h34

Weblinks LES DISCRETS:

Official: http://www.lesdiscrets.com
Facebook: http://www.facebook.com/lesdiscrets/?fref=ts
Bandcamp: http://les-discrets.bandcamp.com

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