ELECTRIC WIZARD РKöln, Live Music Hall (06.04.2017)

Electric Wizard, © Dirk Wirtz
Electric Wizard, © Dirk Wirtz
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Konzerte in K√∂ln haben meistens einen Makel, man steht bei der Anreise fast immer im Stau. Heute geht dieser Kelch allerdings erstaunlicherweise an uns vorbei. Nach weitestgehend entspannter Fahrt sind wir tats√§chlich zu fr√ľh an der Halle, au√üer uns laufen dort vielleicht noch 10 Nasen rum. Also erstmal zum Kiosk um die Ecke und ein K√∂lsch verk√∂stigen. Als wir zur Halle zur√ľckkehren ist deutlich mehr los, der Einlass ist bereits in vollem Gange. Drinnen f√ľhrt der erste Weg wie immer zum Merchstand, wo heute allerdings fast nichts zu holen ist. Electric Wizard haben ganze 3 verschiedene Shirts dabei, davon eins nur noch in S. Sauber. Kein Vinyl, keine CDs, nichts. Geld sparen leicht gemacht. Die Halle f√ľllt sich immer weiter, ein bunt gemischtes Publikum versammelt sich. Viele Kuttentr√§ger, viele Punks, viele Vollb√§rte, viele junge Leute.

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Angel Witch

Preis: EUR 7,49

4.0 von 5 Sternen (3 Kundenbewertungen)

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Ziemlich p√ľnktlich um 20 Uhr startet die heutige Vorband, die bereits 1977 gegr√ľndeten NWOBHM Veteranen Angel Witch aus London. Die Engl√§nder haben eine bewegte Vergangenheit mit diversen Bandaufl√∂sungen, Neugr√ľndungen und unz√§hligen Besetzungswechseln hinter sich. Die einzige Konstante war in den ganzen Jahren lediglich S√§nger und Gitarrist Kevin Heybourne. Und genau dieser ist heute irgendwie nicht so recht bei Stimme, der Gesang klingt ziemlich d√ľnn und gepresst. Instrumental ist dagegen alles in Butter, Heybourne und seine Mitstreiter zocken routiniert und scheinen gut aufeinander eingespielt. Den meisten Applaus bekommen nat√ľrlich die Songs des Klassikers Angel Witch – ein Album welches nun auch schon fast 40 Jahre auf dem Buckel hat. Songs wie White Witch oder Sorcerers sind einfach zeitlos und gehen immer noch gut ins Ohr. Mit der Bandhymne Angel Witch, deren Refrain aus viele Kehlen mitgesungen wird, beschlie√üt die Band nach knapp 50 Minuten einen guten, wenn auch nicht √ľberragenden Auftritt.

Umbaupause, warten auf den Headliner ‚Äď die m√§chtigen Electric Wizard aus Dorset, England. Trotz generellen Rauchverbots in der Live Music Hall macht sich hier und da ein s√ľ√ülicher Geruch breit. Zumindest der erste Teil des Bandslogans Legalize Drugs and Murder wird somit konsequent umgesetzt. Die Pause dauert nicht √ľberm√§√üig lange, nach kurzem B√ľhnenumbau betreten die englischen Satansbraten um Bandchef Jus Osborn und die zauberhafte Gitarristin Liz Buckingham die B√ľhne und tr√ľmmern mit Witchcult Today vom gleichnamigen Album direkt mal ein Brett in die Menge, dass einem H√∂ren und Sehen vergeht. Untermalt wird das Ganze auf der Leinwand im B√ľhnenhintergrund von irgendeinem obskuren Hexenfolter B-Movie. Passt perfekt zu der Gewalteruption auf der B√ľhne. Der Sound ist brachial laut und die Saiteninstrumente fast schon schmerzhaft verzerrt. Vertonte H√∂lle. Ansagen gibt es ebenso wenig wie Licht. Ein B√ľhnengraben fehlt heute ebenfalls, eher selten in der Live Music Hall. Weiter geht die H√∂llenfahrt unter anderem mit Black Mass oder Dopethrone, zu dem im Hintergrund entweder Hexen oder Biker B-Movies inklusive viel nackter Haut laufen oder aber einfach nur kryptische Symbole √ľber die Leinwand flackern. In Verbindung mit der psychotischen Musik ist das perfekt geeignet um zartbesaitete Gem√ľter in den Wahnsinn zu treiben. Was vielleicht gewollt ist. Hier regiert der Schmutz und die pure Hysterie. Totale Verweigerung vor dem Mainstream. Genau das kommt aber beim Publikum sehr gut an, denn Electric Wizard werden geb√ľhrend gefeiert, auch wenn vor der B√ľhne nicht die gro√üe Bewegung herrscht, sondern fast and√§chtig jeder Song aufgesogen wird.

Time to die

Preis: EUR 10,72

4.0 von 5 Sternen (3 Kundenbewertungen)

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Nach 70 Minuten Blutrausch hat der Spuk dann ein Ende und die Band verl√§sst mit einem kurzen Kopfnicken beziehungsweise einer gereckten Faust die B√ľhne. Etwas anderes w√§re auch unpassend gewesen. Das Licht geht an und vertreibt die D√§monen. Zeit in die normale Welt zur√ľckzukehren. Brutalit√§t hat einen Namen, und dieser lautet Electric Wizard!

Setlist ELECTRIC WIZARD @ Köln, Live Music Hall (06.04.2017):

01. Witchcult Today
02. Black Mass
03. Satanic Rites Of Drugula
04. Dopethrone
05. Return Trip
06. Incense For The Damned
07. The Chosen Few
08. Funeralopolis

Fotos: Dirk Wirtz

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