MÆNIFESTO – Veni, Vidi, Vici

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Unsere Bewertung

8 Musik

7 Innerer Zusammenhang

Gesamtnote

Avantgarde, Darkwave, Neofolk, Postpunk – das sind die vier Attribute, die auf der Labelseite des herausgebenden Labels Danse Macabre unter dieser CD angeführt werden. Genres, die zwar nicht meilenweit auseinander entfernt liegen, aber eben auch nicht unbedingt so leicht unter einen Hut zu bringen sind. Gehen wir gar noch einen Schritt weiter: Als sich Augustus Gregorio Rossi für dieses Album nach Rom zurückzog, fühlte er sich im musikalischen Schaffen von Throbbing Gristle über Death in June bis Sopor Aeternus und Einstürzende Neubauten inspiriert. Große Namen und teilweise auch große Unterschiede. Eine schwierige Aufgabe also, die sich Augustus hier für sein Album selbst gestellt hat. Eine Aufgabe, die er weitestgehend zu bewältigen geschafft hat.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Ein fast neunminütiges Stück wie Minerva zeigt gut den vertrackten Elektro, darunter stampfende Beats,  auch schleifende Orgeln begegnen mal und der Gesang erscheint hier verhallt. Eingängiger Elektro zum Tanzen geht anders, der dürfte hier auch nicht intendiert gewesen sein. Elemente wie noisige Flächen zwischendurch beispielsweise wären dann deplatziert. Was hier noch nicht so durchkommt, ist der vermeintliche Neofolk-Touch – wobei man natürlich bedenken sollte, dass auch Death in June mit Stücken wie We Said Destroy eher im experimentellen Elektro unterwegs waren, obgleich sie vor allem für die folkigen Stücke geliebt werden.

Ein Stück, das die verschiedenen Aspekte des Albums sehr gut zusammenfasst, ist das in der Mitte platzierte Neon Cleopatra, das zunächst mit flirrend-flächigem Elektro beginnt, bald aber auch eine geschlagene Gitarre ergänzt und unter mystisch wirkenden Klängen mit Beats mehr Tanzbarkeit an den Tag legt. Wenn man so will, wäre diese Nummer der „Hit“ des Albums. Überhaupt geht es in der zweiten Albumhälfte etwas druckvoller zu, wie auch Oderint Dum Metuant zeigt, das aber weniger mit Eingängigkeit glänzt, sondern eher einen verstörenden Charakter mit sich bringt. Harmonischer ist wiederum Der Tanz der Jungfrau Drusilla, wenngleich auch weiterhin mit verstörendem Unterton.

Insgesamt ist Veni, Vidi, Vici ein abwechslungsreiches Album geworden, das all die genannten Attribute in sich trägt und dabei immer wieder Spannung erzeugen kann. Einziger Haken dabei ist, dass man hin und wieder ein wenig den inneren Zusammenhang sucht, sodass die Stücke manchmal etwas nebeneinander stehen, ohne dass es wirklich wie ein zusammenhänges Album wirkt. Der Qualität der Einzelstücke tut dies aber keinen Abbruch und wer etwas verschrobenen Elektro im genannten Spannungsfeld mag, der sollte diesem Album definitiv einmal eine Chance geben.

Tracklist MÆNIFESTO – Veni, Vidi, Vici:

01. The Emperor’s Lament
02. Pantheon
03. Minerva
04. For All Eternity
05. Neon Cleopatra
06. Prodigal Son
07. Oderint Dum Mediant
08. Tanz der Jungfrau Drusilla
09. Total Despotism

Weblinks MÆNIFESTO:

Homepage: manifestomusiceurope.wordpress.com
Facebook: www.facebook.com/manifestomusiceurope

Veni Vidi Vici

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