ALEC EMPIRE – Volt: Original Soundtrack

AlecEmpire-VoltOST
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Eins vorweg: Die klassische Punktebewertung, die in unserem Online-Magazin bei CD-Kritiken obligatorisch ist, entfĂ€llt hier. Dies liegt zum einen an den abstrakten, durchgehend instrumentalen KlĂ€ngen, die uns Alec Empire mit dem Soundtrack zum Film Volt vorlegt, zum anderen daran, dass eben diese KlĂ€nge erst reflektiert werden sollten und richtig eingeordnet werden können, nachdem man sich den Film von Regisseur Tarek Ehlail angeschaut hat. Wer den Plot des knapp 80-minĂŒtigen Streifens nicht kennt, hier das Wichtigste in KĂŒrze: In einer allzu nahen Zukunft existieren keine Staatsgrenzen mehr. Stattdessen wurden an den RĂ€ndern Deutschlands sogenannte Transitzonen errichtet, in denen FlĂŒchtlinge unter desolaten Bedingungen in Baracken hausen. Die Polizei wird tagtĂ€glich zu EinsĂ€tzen gerufen, um in eben diesen Transitzonen „fĂŒr Ruhe zu sorgen“ – um nicht zu sagen: die ungewĂŒnschten „Blackies“ und „Kanacken“ niederzuprĂŒgeln. Bei einem dieser EinsĂ€tze tötet Polizist Volt, gespielt von Benno FĂŒrmann, versehentlich einen der „Blackies“ und gerĂ€t daraufhin in ein Dilemma, welches seiner Psyche schwer zusetzt. Eine Dystopie mit schonungslosen und kritischen Bildern zu den im Jahre 2017 omniprĂ€senten Themen FlĂŒchtlingskrise und Polizeigewalt.

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Volt – Original Soundtrack

Preis: EUR 13,99

4.0 von 5 Sternen (1 Kundenbewertungen)

25 neu & gebraucht ab EUR 9,47

Dunkel und atmosphÀrisch

Ausgestattet wurde der Film zum großen Teil mit passenden dunklen Bildern und spĂ€rlich beleuchteten SchauplĂ€tzen, auf der Farbenskala irgendwo zwischen Tiefschwarz und dĂŒster-atmosphĂ€rischem TĂŒrkis gehalten. Und eben daran scheint sich der Berliner KĂŒnstler, der nach eigenen Angaben nur vier Wochen Zeit fĂŒr die Produktion und Fertigstellung des Scores hatte, auch orientiert zu haben. Dunkle, sphĂ€rische, auch teilweise leicht horroristisch klingende Sounds dominieren. Immer wieder bedient sich das Atari-Teenage-Riot-Mastermind aber auch Tönen, die beim ungeĂŒbten Hörer reflexartig fĂŒr Schnappatmung sorgen können. Following Her – Torturing The Witness walzt im Mittelteil beispielsweise mit monströsem Industrial-Geschepper alles nieder. Schmetternde Beats tauchen in Kombination mit Streichern und wabernden Synthies auch im weiteren Verlauf des Soundtracks immer wieder auf, Shadow Boxing (Part 3) kommt gegen Ende sogar mit lupenreinem Tech-House um die Ecke. Dominant sind jedoch eher ruhige, aber gerade durch diese Ruhe bedingt unheimlich klingende Töne. Die perfekte musikalische Untermalung fĂŒr die filmische Darstellung von Menschenleben, welche von AngstzustĂ€nden, Trauer, Ungerechtigkeit und (im Falle des Polizisten Volt) großen Selbstzweifeln geprĂ€gt sind. Produktionstechnisch gibt es am Volt-Soundtrack natĂŒrlich nichts auszusetzen. Am besten kommt der Konsum dieser Scheibe wohl auf Vinyl (welches im regulĂ€ren Verkauf allerdings streng auf 500 StĂŒck limitiert ist) oder nachts in der Dunkelheit vor dem Zubettgehen ĂŒber Kopfhörer.

Fazit: Alec Empire beweist mit Volt einmal mehr seine KĂŒnste als anspruchsvoller SoundtĂŒftler, der sich vor keiner musikalischen Herausforderung scheut. Wer aus der Feder des 44-JĂ€hrigen aber ein aggressives, mit politischen Parolen getrĂ€nktes Electro-Punk/Digital Hardcore-Album erwartet, sollte sich besser bis zur nĂ€chsten Atari Teenage Riot-Veröffentlichung gedulden.

Tracklist Alec Empire – Volt OST

01. Now It’s Between You and G-D
02. Victims of Authority
03. Love While Death Is Watching
04. Shadow Boxing, Pt. 2
05. Meeting Her
06. Following Her, Torturing The Witness
07. The Confession
08. Changes Are Coming / The Raid
09. Getting Ready / Wind / Riotzone / Out of Control
10. Keep Quiet For Now
11. Shadow Boxing, Pt. 1
12. Shadow Boxing, Pt. 3
13. The Wall Screams Murder
14. Running Away / Get It Right / They Are Coming / Lost Friend

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