TURBOSTAAT & LOVE A РKöln, Live Music Hall (28.01.2017)

Turbostaat, © Jan Focken
Turbostaat, © Jan Focken
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Wahrscheinlich gibt es zahlreiche Wege, gut in ein neues Jahr zu starten. F√ľr die einen mag das ein sich-erfolgreich-der-gesunden-Ern√§hrung-widmen-und-regelm√§√üig-Sport-treiben sein. Andere m√∂gen sich daran erfreuen, to-do-Listen abzuarbeiten oder B√ľcher zu lesen. Wiederum andere sind froh, wenn sie einen Konzertabend einer der besten Deutschpunkbands √ľberhaupt erleben d√ľrfen‚Äď so geschehen am 28.01. in der K√∂lner Live Music Hall. Nachdem das Konzert von Turbostaat am 24.03.2016 im K√∂lner Gloria restlos ausverkauft war, k√ľndigte die Band kurz darauf an, dass sie dem K√∂lner Publikum erneut die Chance geben wolle, sie live zu erleben. Der Auftritt, der am Ende Januar stattfand, sollte also ein Ausgleich f√ľr alle die sein, die im Jahr zuvor leer ausgingen.

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Turbostaat, © Jan Focken

Beste Stimmung bei Turbostaat in der Live Music Hall

Bereits im Jahr 2016 dachte man sich: Dieser Auftritt im n√§chsten Januar ‚Äď der wird gro√ü. Nicht nur bezogen auf die Kapazit√§t der R√§umlichkeit und das Ausma√ü des Publikums, sondern nat√ľrlich auch auf die Kunst der Akteure. Am vorzeitigen Abschluss eines l√§ngeren Tourblocks kamen die Fans neben den Flensburger Musikern auch in den Genuss, Love A als Support zu sehen: Wahrhaft zwei gute Gr√ľnde, die das Deutschpunkherz h√∂her schlagen lassen.

Sodann: Neues Jahr, neues Gl√ľck. Mit Love A er√∂ffnete eine Band den musikalischen Abend, die vielen BesucherInnen wom√∂glich bereits bestens bekannt war. Ihr Post-Punk sorgte bereits zu vergleichbar fr√ľher Stunde -das Konzert musste wegen einer sp√§ter folgenden Party fr√ľher als sonst beginnen- f√ľr ausgelassene Stimmung. Ihre Songs fielen gr√∂√ütenteils durch Tanzbarkeit auf, die hinter den meist clean gespielten Gitarren und dampfenden Rhythmen zum Vorschein kam. Neben Too Doof Too Fuck, einem Cover der Band Pascow, gab die Band um S√§nger J√∂rkk Mechenbier auch ein neues Lied namens Nichts Ist Leicht zum Besten. Das Set war mit seinen 12 Songs ein wunderbarer Auftakt, der die Lust auf das nun Folgende noch verst√§rkte.

Setlist LOVE A @ Köln, Live Music Hall (28.01.2017)
  1. Oder?
  2. Juri
  3. Braindecoder
  4. Entweder
  5. 100.000 St√ľhle leer
  6. Nichts Ist Leicht
  7. Lose Your Illusion
  8. Nutzlos Gl√ľcklich
  9. Tr√ľmmer
  10. Too doof to fuck (Pascow-Cover)
  11. Kanten
  12. Windm√ľhlen

Das was dann folgte, war n√§mlich der eigentliche Grund, warum die Menschen an diesem kalten Samstagabend in die K√∂lner Live Music Hall str√∂mten ‚Äď norddeutsche Punks. Mit dem Lied Ruperts Gr√ľn legte Turbostaat los ‚Äď ein Opener vieler vergangener Abende und gleichzeitig der erste Song des im letzten Jahr erschienenen Albums Abalonia, in dessen Rahmen dieses Nachhol-Konzert stattfand. Dies war aber bei weitem nicht der einzige Song des aktuellen Albums: im Verlauf des Abends pr√§sentierte das Quintett hieraus eine gute Handvoll an Material. ¬†Auch der k√ľrzlich ver√∂ffentlichte Song Die Tricks der Verlierer schien gro√üen Anklang zu finden ‚Äď der Moshpit bebte, das Publikum schien sichtlich Spa√ü zu haben. Das Hintergrundbanner trug den Bandnamen in schattigen, unklaren Lettern auf sich, was ein mystisches Gef√ľhl erzeugte; ganz getreu des Songs Alles bleibt konfus.

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Wie auch sonst √ľblich spielten die Flensburger eine Mischung aus allen ihren bisher f√ľnf ver√∂ffentlichten Alben. Bei Lieder wie Fraukes Ende, Ja, Roducheln!!! oder Pennen bei Glufke stellte das K√∂lsche Fr√ľhjahrspublikum seine Textsicherheit unter Beweis. Doch wer Turbostaat kennt, wei√ü, dass es manche Lieder gibt, in der sich die Kompetenz des Publikums einfach dadurch ermessen l√§sst, wie laut sie die Worte der B√ľhne entgegen schmettern. Sei es Insel oder Harm Rochel: Bei dieser Lautst√§rke an Fan-Feedback wei√ü man einfach, wo man dran ist. Die Musiker lie√üen sich von der Euphorie einer prall gef√ľllten Live Music Hall anstecken und hatten sichtlich Spa√ü beim dem, was sie taten. ¬†Das offensichtlich schwer zu singende Kussmaul wurde von Gitarrist Rollo Santos freudig mit dem Hinweis angek√ľndigt, dass S√§nger Jan Windmeier am n√§chsten Tag sowieso seine Asienreise antr√§te ‚Äď da er die Sprache nicht spr√§che, br√§uchte er auch keine Stimme f√ľr besagten Trip. Wo er Recht hat, hat er Recht; wenngleich auch gef√ľhlt jedes Lied der Band Windmeiers Reibeisen-Organ in Bestform pr√§sentiert.

Nach einer guten Stunde beschlossen die Herren ihr regul√§res Set mit dem Titeltrack des aktuellen Albums und erz√§hlten von der Reise nach Abalonia. Dann verlie√üen sie den Ort des Geschehens kurzzeitig, um f√ľr eine erste sowie eine zweite Zugabe erneut zur√ľckzukehren. Die Zugabe umfasste neben dem melodi√∂sen F√ľnfw√ľrstchengriff auch mit Schwan den Klassiker vom gleichnamigen zweiten Album. Mit der Monstermutter endete ein langes Set, das trotzdem Lust auf mehr machte. Wahrlich eine tolle Art, erfolgreich und gut gelaunt in ein weiteres Jahr zu starten. Wer noch immer nicht genug von Turbostaat kriegen kann, dem seien die Nachholtermine im April von letztem Herbst w√§rmstens ans Herz gelegt. Abalonia ist eben immer eine Reise wert.

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Setlist TURBOSTAAT @ Köln, Live Music Hall (28.01.2017):
  1. Ruperts Gr√ľn
  2. Der Zeuge
  3. Haubentaucherwelpen
  4. Ja, Roducheln!!!
  5. Die Tricks der Verlierer
  6. Fraukes Ende
  7. Ufos im Moor
  8. Wolter
  9. Kussmaul
  10. Das Island Manöver
  11. Insel
  12. Sohnemann Heinz
  13. Eisenmann
  14. Es fehlte was im 2ten Karton
  15. Pennen bei Glufke
  16. Harm Rochel
  17. Alles bleibt konfus
  18. Abalonia
  19. F√ľnfw√ľrstchengriff (z)
  20. Vormann Leiss (z)
  21. Schwan (z)
  22. Drei Ecken ‚Äď ein Elvers (zz)
  23. Monstermutter (zz)

Fotos: Jan Focken

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