DROPKICK MURPHYS, SLAPSHOT & SKINNY LISTER – Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (03.02.2017)

DROPKICK MURPHYS, © Marcus Nathofer
DROPKICK MURPHYS, © Marcus Nathofer
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Wer sich am Abend des dritten Februartags in Düsseldorf-Oberbilk aufhielt, wird wohl nicht drum herum gekommen sein, die Massen an Menschen wahrzunehmen, die sich in Scharen der neumodisch betitelten Mitsubishi Electric Halle näherten. Der Grund für dieses sagenumwobene Naturspektakel war das Konzert von niemand geringerem als der wohl weltweit berühmten Bostoner Celtic-Punkband Dropkick Murphys. Gleich zum Auftakt des neuen Jahres 2017 hatten die Musiker ihr neuntes Studioalbum namens 11 Short Stories Of Pain & Glory veröffentlicht. Neues Jahr, neues Album, neue Tour. Da eine amtliche Party für gewöhnlich nur mit erlesenen Gästen stattfindet, lud man sich im Rahmen dieser Tour zwei Bands ein, die den Abend für die Gastgeber eröffneten.

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The Devil, the Heart & the Fight

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Den Anfang des Abends machte die englische Folkband Skinny Lister. Es war nicht das erste Mal, dass die Dame und die Herren die Murphys musikalisch unterstützten. Doch auch bei all denen, die nicht firm mit der aus London stammenden Band waren, konnte diese durch ihre großartige Live-Qualität punkten. Die instrumentale Besetzung in Form von Gesang, Gitarre/n, Kontrabass, Akkordeon und Schlagzeug erzeugte den charakteristischen traditionellen Sound, den man bereits vom Hauptact des Abends gewohnt ist.

Für die nächste gute halbe Stunde wurde es, bevor die eine Bostoner Band die Bühne betrat, durch eine andere Bostoner Band nochmal ziemlich laut und rau. Als weiteren Support hatte man sich die Hardcore-Band Slapshot eingeladen. Eine Zähne-fletschende, herrlich fies dreinschauende Bulldogge zierte das meterhohe Banner der Band. Die Ansagen der Combo waren kurz, die Songs aggressiv, stampfend und gewaltig – kein Wunder, dass die ersten Moshpits entstanden. Ein ausgesprochen gutes Kontrastprogramm zur vorher auftretenden Band – und eine gute Einstimmung auf den legendären Headliner.

Slapshot [Explicit]

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Unter den Klängen des Sham 69-Klassiker If The Kids Are United betraten die Männer der Stunde die Düsseldorfer Bühne: Dropkick Murphys. Mit den ersten beiden Songs The Lonesome Boatman und Rebels With A Cause des im Januar frisch erschienenen Albums wurde ihr Set eröffnet. Sänger Al Barr, der dank seiner deutschen Mutter über eine gewisse Sprachkompetenz verfügt, begrüßte das Publikum gebührend. Als nächstes folgte mit dem Hit The State Of Massachussets eine Geschichte aus ihrem US-Heimatstaat. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie die Masse bereits fest in ihrem Bann, schien es doch so, als würde zum zuletzt genannten Song die gesamte Halle auf und ab springen. Das lange Set erlaubte es den Murphys, das neu erschienene Album beinahe in Gänze zu spielen. Neben altem, bekannten Material gab es also an diesem Abend auch viel Neues auf die Ohren – die Fans schienen jeden Song zu begrüßen, egal was die Bostoner Hooligans  ihnen vorsetzten. Ein großes Schmankerl des Konzerts waren neben den verschiedenen Bannern die Videoanimationen, die zu einigen Songs dargeboten wurden: So konnte man neue Songs wie Blood oder Paying My Way dank des abspielenden Text-Videos gleich mitgrölen. Ein wirklich ausgezeichneter Service! Sänger und Bassist Ken Casey ließ die DüsseldorferInnen zwischendurch wissen, dass dieser Abend zwar fast das Ende der Tour, aber auch das größte auf dieser Tour gespielte Konzert darstellte.

11 Short Stories of Pain and Glory

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Neben der bereits bekannten Version des traditionell irischen Folklieds The Wild Rover, das natürlich an einem solchen Abend nicht fehlen durfte, bediente man sich auf der neuen Platte dem Lied, das an der Anfield Road in Liverpool weltberühmten Status erlangte: Mit ihrem Cover von You’ll Never Walk Alone zementierte die Band einmal mehr ihre Beliebtheit in eine Aufnahme von drei Minuten und zweiundzwanzig Sekunden. Schließlich rundeten sie ihr reguläres Set mit dem Worker’s Song sowie ihrem unangefochtenen Klassiker, einer Schifffahrt gen Boston (I’m Shipping Up To Boston), ab. Die Zugabe wurde passenderweise mit ihrem Opener The Boys Are Back des letzten Albums Signed And Sealed In Blood eröffnet. Hierauf folgten noch zwei weitere Songs, die auf den Abschied mit dem wirklich letzten Song Until The Next Time – gleichzeitig auch der letzte Song des neuen Albums – gut vorbereiteten. In diesem heißt es: Good luck be with you, you go your way – I’ll go mine, so until the next time; it’s farewell and not goodbye. Schöner kann man das Ende eines Konzertabends nicht besingen. Eingehüllt von Frank Sinatras Stimme, der seinen eigenen Weg besang, leerte sich die Mitsubishi Electric Halle stetig. Gut zu wissen, dass es konstante Instanzen in der Musiklandschaft wie die Dropkick Murphys gibt. In diesem Sinne – bis bald? :)

Setlist Dropkick Murphys @ Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (03.02.2017):

  1. The Lonesome Boatman
  2. Rebels With A Cause
  3. The State Of Massachussets
  4. Sunday Hardcore Matinee
  5. I Had A Hat
  6. As One
  7. Caps And Bottles
  8. The Wild Rover
  9. Going Out In Style
  10. Blood
  11. Finnegan’s Wake
  12. You’ll Never Walk Alone
  13. First Class Loser
  14. The Warrior’s Code
  15. Johnny, I Hardly Knew Ya
  16. Paying My Way
  17. Barroom Hero
  18. Rose Tattoo
  19. Out Of Our Heads
  20. Worker’s Song
  21. I’m Shipping Up To Boston
  22. The Boys Are Back (z)
  23. Kiss Me, I’m Shitfaced (z)
  24. Skinhead On The MBTA (z)
  25. Until The Next Time (z)

Fotos: Marcus Nathofer

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