WOLCENSMEN – Songs from the Fyrgen

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GeschÀtzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung

9 Gesamtnote

Von WÀldern, Bergen und Königen

Es gibt Musik, die erweicht das hĂ€rteste Herz und schickt selbst den abgeklĂ€rtesten Verstand auf eine epische Phantasiereise in ein verzaubertes MĂ€rchenland aus lĂ€ngst vergangener Zeit. Diese Art von Musik haben Wolcensmen mit ihrem Debut Songs from the Fyrgen (Lieder aus den Bergen) geschaffen und Empyrium, The Moon and the Nightspirit und selbst die Altmeister von Ulver scheinen den Atem anzuhalten. Hinter dem Bandnamen verbirgt sich der Brite Dan Capp, der den Stil von Wolcensmen selbst als Epic Heathen Folk bezeichnet. Sehr wenigen, sehr akribischen Black Metal-Fans ist Capp vielleicht noch durch sein Projekt Speirling und die, meiner Meinung nach, zu Unrecht kaum beachtete Veröffentlichung The Piper aus 2008 bekannt. Ganze sechs Jahre dauerte nun die Produktion von Songs from the Fyrgen, drei Jahre sind seit der Veröffentlichung der ersten Demo-Version vergangen; und das Warten hat sich gelohnt. Wolcensmens Debut ĂŒberzeugt von der ersten bis zur letzten Minute. Es gibt solche Alben, die einen vom ersten Moment an zu fesseln wissen und auch nach wiederholtem Hören nicht mehr so recht loslassen wollen. So ist Songs from the Fyrgen bisweilen, wie bei der an die britische Band Nhor erinnernde Komposition Snowfall so kostbar, zerbrechlich und einzigartig wie ein einzelner Schneekristall und andernorts, wie bei The Bekens are Aliht (alle Summoning Fans sollten hier mal reinhorchen) oder auch das einer traditionellen Zauberformel entlehnte The Mon o’Micht episch, königlich und erhaben. DarĂŒber spannt sich ein Bogen aus ursprĂŒnglicher, wahrhaftiger und mitreißender SensibilitĂ€t fĂŒr Mythen, MĂ€rchen und Natur. Beinahe muss man sich schon wie ein spielverderbender Unkenrufer vorkommen, solch inbrĂŒnstige Leidenschaft und ambitionierte, wie abwechslungsreiche musikalische QualitĂ€t zu schmĂ€hlern, doch auch bei einer Perle wie Songs from the Fyrgen lassen sich einige Worte der Kritik anbringen. Die absolute StĂ€rke des Albums liegt fĂŒr mich gerade in den mĂ€rchenhaften, einfachen Melodien, die von einer akustischen, ruhigen beinahe organischen Instrumentierung aus Gitarren, Piano, Cello und Flöte getragen werden. HĂ€tten es Wolcensmen dabei belassen, hĂ€tte Songs from the Fyrgen ein perfekt gewebtes Gespinst mystisch-verwunschener Melodien bleiben können. Bei nicht wenigen der StĂŒcke hat man sich jedoch entschieden, Instrumente und Effekte aus dem Synthesizer hinzuzufĂŒgen und den Gesang von Dan Capp mit einem unnatĂŒrlichen Hall zu unterlegen. Bei The Fyre-Bough zum Beispiel scheint sogar ein leichter Verzerrer am Werk gewesen zu sein. Dadurch wirkt das Album an einigen Stellen â€žĂŒberproduziert“, der epische Charakter der Songs dadurch sogar leicht aufgesetzt, was schade ist, da Songs from the Fyrgen dies im Grunde gar nicht nötig gehabt hĂ€tte.

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Anspieltipp: The Mon o’Micht

Tracklist: WOLCENSMEN – Songs from the Fyrgen

01. Withershins
02. The Fyre-Bough
03. Sunne
04. Hoofes Upon the Shymmeringe Path
05. ‘Neath a Wreath of Firs
06. The Mon o’Micht
07. Snowfall
08. The Bekens are Aliht
09. Yerninge

Weblink WOLCENSMEN:

Bandcamp: https://wolcensmen.bandcamp.com/
Facebook: https://www.facebook.com/wolcensmen/

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