EISFABRIK – Achtzehnhundertunderfroren

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GeschÀtzte Lesezeit: 5 Minute(n)

Unsere Bewertung

8

Gesamtnote

Passend zur beginnenden Winterzeit und zu den kalten dunklen Tagen kommen Dr. Schnee, Frost und Celsius aus der Eisfabrik mit einem neuen Album. Dies ist nun mittlerweile Album Nummer drei. Bereits mit ihrem DebĂŒtalbum When Winter Comes (2015) und Support-Touren fĂŒr Project Pitchfork und die Gothic-Rocker von Mono Inc. konnten sie ihre Fanbase stetig erweitern. Keinen wundert es, denn eine gute Mischung aus clubtauglichem Electro, Synthie- und Futurepop und einer wirklich coolen BĂŒhnenshow fĂŒgen sich zum wirklich gelungenen Eisfabrik-Grundrezept. Dann wird einmal krĂ€ftig gerĂŒhrt und geschĂŒttelt und fertig ist Album Nummer drei: Achtzehnhundertunderfroren. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn schon beim Namen des Titels bekommt der eine oder andere bestimmt große Fragezeichen. Ich möchte es euch wie folgt erklĂ€ren: Laut ihrer Album-Info kam „bereits vor 200 Jahren den Electro-Pop- Pionieren von der Eisfabrik die Idee zu ihrem aktuellen Album. Dieses Kunstwerk wurde bereits im Jahr 1816, dem Jahr ohne Sommer, konzipiert und trĂ€gt nicht zuletzt deshalb diesen Namen. Im nordamerikanischen Raum wurde das Album bereits Eighteen hundred and frozen to death genannt, kam aber aufgrund der widrigen Witterungsbedingungen nie in Europa auf den Markt. Trotz der allgemeinen Großwetterlage ist es Eisfabrik-Forschern nun aber doch gelungen, Musiker und MasterbĂ€nder aufzutauen. Selbst eine Tournee wurde zusammengestellt, um von Eisplaneten und kalten Wintern zu berichten. Da einem bei Eisfabrik-Shows naturgemĂ€ĂŸ das Blut in den Adern gefriert, wird geraten, entsprechende Kleidung bereit zu halten.“

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Bereits am 25. November 2016 erschien nun dieses unverfroren gute Album. Zwölf Tracks mit einer Spielzeit von 54 Minuten wurden eiskalt auf diese Scheibe gepresst. Jedes einzelne Eiskristall ist etwas Besonderes und bedarf des sorgsamen Genusses. Mit ihrem Opener The Coldest Summer wehen wunderschöne Synthiepop-Melodien, glasklare GesĂ€nge durch die GehörgĂ€nge und lĂ€sst dem aufmerksamen Zuhörer das Blut in den Adern gefrieren. Ach ist das schaurig schön. Etwas unterkĂŒhlt und mit stampfenden Beat und einem Ă€ußerst druckvollen Gesang und einem gefĂŒhlvollen Refrain geht es weiter mit A Murdered Love. Ein wirkliches Wechselbad der GefĂŒhle. Richtig gut gelungen. Mit dem sich nun anschließenden Song Sensation of Pain darf ruhig das Tanzbein geschwungen werden. Jedenfalls will meines nicht mehr still stehen. Zwar durchaus dĂŒster, aber was soll’s. Ehe mir kalt wird und ich erfriere, gebe ich mich voll dem Rhythmus hin und tauche in eine endlose Landschaft aus Schnee und Eis. Bereits jetzt bin ich verzaubert. Das erste von zwei deutschen StĂŒcken ist nun zu vernehmen. Mit Zu den Sternen gibt es wunderschönen Gesang mit zutreffenden Texten auf die Ohren. Der Zuhörer sollte hier wirklich gut zuhören. Mit der wunderschönen und eingĂ€ngigen Melodie des Songs werde ich in eine andere SphĂ€re katapultiert. Bei Hell is made of Ice wird eine etwas hĂ€rtere Gangart der Eisfabrikanten angetrieben. Entsprechend höllisch schnell und eiskalt geht es hier zur Sache. Jedoch wird es beim Refrain wieder etwas gefĂŒhlvoller. Mir ist warm und eiskalt zugleich, denn ich treibe in einem Höllenfeuer im Eismeer. Mit Love Planet 69 kommt richtig viel Freude auf. Plötzlich schmilzt das ganze Eis und alles wirkt gleich bunt und fröhlich. Irgendwie bekomme ich Lust auf ein TĂ€nzchen im Diskofox-Rhythmus.  Gleich geht’s weiter und das Tanzbein schwingt munter und heiter – und zwar im Magical Winter-Takt. Magischer könnte der Winter gar nicht beginnen. HĂŒpfend und tanzend habe ich jetzt irgendwie einen Ohrwurm, der sich richtig festgesetzt hat in meinen GehörgĂ€ngen. Hier merkt man ganz deutlich das feine Eisfabrik-Grundrezept: Synthiepop und großartiger Gesang in einer doch etwas traurig angehauchten AtmosphĂ€re. Mit The Survival of the strongest Mind taucht der Zuhörer ganz tief in dieses großartige Konzeptalbum, denn hier wird der Bezug zum Jahr 1816, dem Jahr ohne Sommer, besonders hörbar. Dieser Track gehört mit zu meinen Favoriten auf diesem Album. Stampfender Beat und eine eingĂ€ngige Melodie erzeugen eine hymnenartige AtmosphĂ€re. Elektronische KlĂ€nge versetzen den Zuhörer ins Jahr 1816 unterstĂŒtzt durch die Backvocals. GĂ€nsehautfeeling pur. KlavierklĂ€nge lĂ€uten nun eine großartige Portion Tanzmusik mit ganz großen GefĂŒhlen ein. Mit It’s not Goodbye geht auch im dunkelsten und kĂ€ltesten Eisland die Sonne auf und ĂŒberstrahlt die gesamte DĂŒsternis. Geniale Melodien und ein glasklarer Gesang erwĂ€rmen das Herz und das gefrorene Blut in den Adern.  So, nun gibt es wieder stampfendem Beat, leichte unterkĂŒhlte SynthieklĂ€nge gepaart mit einem glasklaren Gesang auf die Ohren. Mit Millenium Find geht es wieder zurĂŒck aus der Sonne in die kalte Welt der Eisfabrik. Ich will mich nur noch im Rhythmus wiegen und der KĂ€lte entfliehen. Das sich anschließende Rainbow Child ist der schnellste Song auf diesem Konzeptalbum. Zu Beginn des Songs hallen die synthetischen KlĂ€nge und erschaffen eine großartige AtmosphĂ€re. Das Tanzbein steht hier garantiert nicht still. Das mĂŒsst ihr euch um die Ohren hauen. Damit bekommt ihr den Kopf richtig gut freigepustet. Der letzte Song auf diesem Album ist das zweite deutsche StĂŒck namens Die letzte Seefahrt. Kein besseres StĂŒck könnte den Ausklang aus einem runden Konzeptalbum bestreiten. Recht nostalgische Melodien, die mit leicht verzerrtem Gesang untermalt werden, zeigen die Vielseitigkeit der Band. Die Eisfabrikanten hinterlassen in mir eine riesige Welle an GefĂŒhlen, die genauso unterschiedlich sind wie dieses Album.

Fazit: Die Band Eisfabrik mausert sich zu einer wahren eiskalten Hitfabrik. So mit punktet auch dieses dritte Album. Das Einzige, was ich zu kritisieren habe, ist, dass mir dieses Album zu glatt durch die Ohren gepustet wurde. Es befand sich nichts mit Ecken und Kanten darauf. Die Band setzt ihr Konzept Ă€ußerst gradlinig um und somit zieht sich auch ein roter Faden durch’s Album. Das heißt jetzt nicht, dass dieses Album langweilig ist, denn es gibt schnellere und tanzbare Songs, aber auch melancholischere, ja schon dĂŒstere, StĂŒcke. Das GefĂŒhl „ich habe das schon einmal irgendwo gehört“ kam schon bei dem einem oder anderen Track auf. Dies ist aber schon Jammern auf recht hohem Niveau. Auffallend ist die wirklich grandiose technische Umsetzung. Liebhaber bzw. Fans von stampfenden Beats, glasklaren Vocals und grandiosen SynthieklĂ€ngen sind bei der Eisfabrik gut aufgehoben und mit diesem Album dĂŒrfte die Fanbase weiter steigen. Ab Ende Januar 2017 laden die Eisfabrikanten zur Nichtsommertour 2017 ein.

Tracklist EISFABRIK – Achtzehnhundertunderfroren:

01. The Coldest Summer
02. A Murdered Love
03. Sensation of Pain
04. Zu den Sternen
05. Hell is made of Ice
06. Love Planet 69
07. Magical Winter
08. The Survival of the Strongest Mind
09. It’s not Goodbye
10. Rainbow Child
12. Die letzte Seefahrt

Weblinks EISFABRIK:

Homepage: www.eismusik.de
Facebook: www.facebook.com/eisfabrikofficial
Twitter: www.twitter.com/EisfabrikMusic

Achtzehnhundertunderfroren

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