YELLOWCARD РKöln, Palladium (09.12.2016)

Yellowcard, © Markus Hillgärtner
Yellowcard, © Markus Hillgärtner
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Wenn es an der Zeit ist zu gehen, steht es den Scheidenden frei, ob sie sich heimlich, sang- und klanglos aus dem Staub machen oder eine spektakul√§re Abschlussfeier veranstalten, die den Beteiligten noch l√§nger in der Erinnerung bleibt. Die Musiker von Yellowcard entschieden sich ¬†f√ľr die letztere Variante. Im Rahmen ihrer finalen, ausgiebigen Welttour gastierte die Band gleich an zwei Abenden in k√∂lschen Gefilden ‚Äď einmal in der Live Music Hall (08.12.), wo sie ihr weltweit gefeiertes Erfolgsalbum Ocean Avenue in G√§nze zum Besten gaben und einmal im Palladium (09.12.), in dem sich die Fans auf ein Potpourri aus den letzten 20 Jahren Bandgeschichte einstellen konnten. Erst k√ľrzlich hatte die Band verlauten lassen, dass man nach vielen Monaten zu der Entscheidung gekommen sei, das Projekt Yellowcard im kommenden Jahr einzuschl√§fern. Mit dieser Tour wird nun allen Fans die Chance gegeben, sich von ihren Lieblingen geb√ľhrend verabschieden zu k√∂nnen. Gesagt, getan.

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Die Kenneths er√∂ffneten einen bunten und lauten Konzertabend. Das britische Trio spielte einen sehr melodi√∂sen, modernen old-school-Punk deren Anleihungen von Sex Pistols und Dead Kennedys nicht zu √ľberh√∂ren waren (Meinen Dank an die Kollegin Linda Hartung f√ľr diese sch√∂ne Formulierung). Au√üerdem mit als Support an Bord war die schwedische Band Normandie. Im Gegensatz zu ihren Vorg√§ngerInnen gab es von ihnen Emocore zu h√∂ren, der sehr amerikanisch klang und ebenso vor einem guten Jahrzehnt seinen Erfolg gefeiert h√§tte. Vor allem dem weiblichen Publikum schien die Gestiken und Ansagen des S√§ngers zu gefallen, der sich gef√ľhlt bei nahezu jedem Song die Seele aus dem Leib schrie. Nicht ganz mein Fall, um ehrlich zu sein.

Bevor gegen 21:30 Uhr Yellowcard die B√ľhne mit ihrem Klassiker Believe ¬†√ľbernahmen, gab dem Publikum erstmal eine omin√∂se Stimme aus dem Off den Tipp, die Handys in der Tasche zu lassen und die Show einzig und allein mit den menschlichen Sinnesorganen wahrzunehmen. Nat√ľrlich gab es trotzdem die ein oder anderen ignoranten Menschen, die sich nicht viel um den Tipp und vor allem um die Sicht ihrer Mitmenschen scherten.

Das Set der aus Florida stammenden Band bestand, wie eingangs erw√§hnt, aus einem gro√üen Rundumschlag der letzten zwei Jahrzehnte. Mit Lights And Sounds und Light Up The Sky gab es etwas aus den sp√§ten 2000er Jahren zu h√∂ren, St√ľcke wie Lift A Sail, Awakening, Always Summer und Hang You Up w√ľrdigten zudem die in den letzten sechs Jahren erschienenen Alben. S√§nger und Gitarrist Ryan Key nutzten mehrfach im Lauf des Abends die Gelegenheit, sich bei den angereisten Fans f√ľr die jahrelange Unterst√ľtzung und vor allem diese letzte, bis hierhin gr√∂√üte Clubshow der Tour zu bedanken. Mit What Appears und der aktuellen bezeichnenden Single Rest In Peace wurden zus√§tzlich ¬†zwei Songs vom neuen Album pr√§sentiert, die beim K√∂lner Publikum auf gro√üen Zuspruch stie√üen.

Zwischen Keys teils l√§ngeren Monologen und den frenetischen Jubel-Echos besang das Palladium auch Songs aus dem erfolgreichsten Album und Major-Label-Debut Ocean Avenue, das ausschlie√ülich Hits enth√§lt und wohl dem gr√∂√üten Teil der KonzertbesucherInnen bekannt war. Zu Songs wie Way Away und Breathing wurde lautstark getanzt, genickt oder geh√ľpft w√§hrend Empty Apartment ruhigere T√∂ne anschlug. Diese ruhigeren Momente waren es vor allem, in denen Sean Mackies Violine hervorstach und den einzigartigen Sound der Band besonders gut abbildete. Mit Holly Wood Died beendete Yellowcard ein fulminantes Set vorerst, um f√ľr die beiden Zugaben Only One und Ocean Avenue ein letztes Mal die B√ľhne zu betreten. W√§hrend des letzten Songs konnte die Band sich abermals auf laute Unterst√ľtzung des Publikum verlassen. Nach gut zwei Stunden Livemusik war es an der Zeit, endg√ľltig ‚Äögoodbye‚Äė zu sagen. Unter lang anhaltendem Applaus verlie√üen die Herren schlie√ülich die B√ľhne.

Auch die spektakul√§rste Feier hat leider irgendwann mal ein Ende. Wom√∂glich verlie√üen viele Leute mit einem lachenden und einem weinenden Auge die Konzerthalle ‚Äď traurig dar√ľber, dass es das letzte Mal war, die Band in Aktion zu sehen, aber √ľberaus gl√ľcklich dar√ľber, dabei gewesen zu sein. F√ľr mich pers√∂nlich war es auch das erste Mal, dass ich die Band live erleben konnte. Ich bin ziemlich froh, die Chance genutzt zu haben. Um sie abschlie√üend selbst zu zitieren: Rest in peace ‚Äď Macht‚Äôs gut.

Setlist YELLOWCARD @ Köln, Palladium (09.12.2016):
  1. Believe
  2. Lights And Sounds
  3. Way Away
  4. Always Summer
  5. Five Becomes Four
  6. Rest In Peace
  7. What Appears
  8. Rough Landing, Holly
  9. Awakening
  10. Light Up The Sky
  11. Sing For Me
  12. Transmission Home
  13. A Place We Set Afire
  14. Lift A Sail
  15. Gifts And Curses
  16. Cut Me, Mick
  17. Breathing
  18. Hang You Up
  19. Empty Apartment
  20. Be The Young
  21. Holly Wood Died
  22. Only One (z)
  23. Ocean Avenue (z)

Fotos: Markus Hillgärtner

Weblinks YELLOWCARD:

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