UNZUCHT, FIRSTBORN & RANDOLPH’S GRIN – Leipzig, Moritzbastei (24.11.2016)

Unzucht, © Danny Sotzny
Unzucht, © Danny Sotzny
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Wenn im Bereich der dunklen Rockmusik eine Band steil geht, dann ist es wohl Unzucht: Nach Venus Luzifer, das Ende 2014 auf Platz 76 in die Charts einstieg, hat sich die Fanbase stark vergrößert. Der Lohn für die Mühen, all die Konzerte, die Interaktion mit den Fans: Das im September veröffentlichte Album Neuntöter stieg auf Platz 16 ein. Kein Wunder also, dass die Tour zum Album gefragt war. So natürlich auch in Leipzig, wo die Band in den altehrwürdigen Gemäuern der Moritzbastei auftrat, um gemeinsam mit den Fans und den beiden Support-Acts Randolph’s Grin und Firstborn einen ansprechenden musikalischen Donnerstagabend zu gestalten.

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Als erstes standen dabei Randolph’s Grin auf dem Programm, die manch ein Unzucht-Hörer schon von der EP Kettenhund gekannt haben könnte, wo diese einen Remix zu Ein Tag wie jeder andere beisteuerten. Musikalisch fiel es eher aus der Reihe an diesem Abend, aber den Zuschauern, die bereits zahlreich anwesend waren, gefiel es. Ansprechende wavige Elektro-Klänge bot das Duo aus Detroit und Salzburg, das für etwa eine halbe Stunde spielte. Teilweise mit Anflüge von TripHop, wie in Amber, dabei immer atmosphärisch und zudem sympathisch herübergebracht. Den Schlusspunkt setzte The Dragon Road, wo Sängerin Adelheid Winkler noch einmal zeigte, dass gerne mal etwas Hypnotisches in ihrer Stimme mitschwingt, während Robert Andrew Bowman pulsierende Elektro-Klänge erzeugte. Ein gelungener Beginn des Abends!

Setlist RANDOLPH’S GRIN – Leipzig, Moritzbastei (24.11.2016):

01. Magenta
02. Red
03. Amber
04. Orange
05. Green
06. The Dragon Road

Mit dem zweiten Act Firstborn wurden in der Folge erstmals an diesem Abend die Gitarren ausgepackt und mit gesättigten Sounds zum Einsatz gebracht. Metallische Klänge, die aber immer wieder eingängige Momente boten. In klassischer Rockband-Besetzung gab es die Riffs um die Ohren, ein hohes Tempo und eine Menge Druck. Weniger düster als der Hauptact, dafür sehr geradlinig nach vorne, konnten Firstborn das Publikum gut abholen und präsentierten auch einen guten Spannungsbogen – die Stimmung steigerte sich von Stück zu Stück. Titel wie Birth ließen wenig Zeit zum Verschnaufen, zum Abschluss gab es eine Nummer namens Bullshit Mentality. Gerade hier wurde dabei auch deutlich, dass Firstborn eben nicht nur rocken, sondern auch das Hier und Jetzt kritisch beurteilen – allein der Titel steht hier schon für sich. Ein weiterer überzeugender Auftritt an diesem Abend.

Setlist FIRSTBORN – Leipzig, Moritzbastei (24.11.2016):

01. Where Is Your home
02. What I Need To See
03. Incomplete
04. Habits
05. Sidewards
06. The Last
07. Birth
08. Bullshit Mentality

Die Veranstaltungstonne wurde voller, vor allem die ersten Reihen sehr verdichtet und lange musste auch nicht mehr gewartet werden, bis der Headliner Unzucht die Bühne enterte. Wie auch ihr aktuelles Album Neuntöter wurde die Show mit Der dunkle See eröffnet. Zunächst noch im verhaltenen Tempo gehalten und mit Nachdenklichkeit gepaart, geht das folgende Widerstand direkt in harte Riffs über und geht – wie man so schön sagt – direkt auf die Zwölf. Aggressiver Gesang trifft auf melodiöse Passagen und man merkt schon, wo das Erfolgsrezept der Unzüchtigen auf ihrem neuen Album liegt. Mit dem folgenden Lava bleibt man noch dem neuen Album treu, bevor man auch einen Einblick in die früheren Werke gibt.

Mit dem nach der Band betitelten Stück Unzucht ist der Reigen eröffnet und man spielt sich fortan nicht mehr chronologisch durch, sondern reist durch das Gesamtwerk. Stücke wie Kind von Traurigkeit oder auch Schwarzes Blut können dabei begeistern, die Resonanz ist für die Band überwältigend. Das wird schnell deutlich, denn die Dankbarkeit in den Gesichtern der Musiker kann man in diesem Ausmaß nicht spielen. Aber auch die neuen Stücke werden bereits gefeiert, wie beispielsweise der Titelsong Neuntöter und vor allem die Vorab-Single Kettenhund. Die Kombination aus Härte und Melodie zündet durch und durch. Daran ändert auch der letzte Titel Ein Wort fliegt wie Stein nichts.

Hieß es gerade „letzter Titel“? Natürlich nur vorerst. Für drei Stücke kam die Band noch einmal zurück auf die Bühne und sorgte weiterhin für beste Unterhaltung. Sie hatten es verdient, sich an diesem Abend feiern zu lassen, denn der etwa 100-minütige Auftritt konnte sehr überzeugen!

Setlist UNZUCHT – Leipzig, Moritzbastei (24.11.2016):

01. Der dunkle See
02. Widerstand
03. Lava
04. Unzucht
05. Der Untergang
06. Deine Zeit läuft ab
07. Kind von Traurigkeit
08. Schwarzes Blut
09. Der letzte Tanz
10. Neuntöter
11. Schweigen
12. Kettenhund
13. Seelenblind
14. Nur die Ewigkeit
15. Ein Wort fliegt wie ein Stein
15. Unendlich (Z)
16. Meine Liebe (Z)
17. Engel der Vernichtung (Z)

Neuntöter

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