LOREENA MCKENNITT – An Ancient Muse (Vinyl)

GeschÀtzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung

10

Gesamtnote

Am Montag betrachteten wir hier die Wiederveröffentlichung von Parallel Dreams (1987), gestern blickten wir auf The Mask and Mirror (1995), an dieser Stelle beenden wir die „Loreena McKennitt-Tage“ und gehen ein weiteres Jahrzehnt nach vorn, genauer gesagt ins Jahr 2007, hin zum Album An Ancient Muse. Loreena McKennitt ist lĂ€ngst zu Weltruhm aufgestiegen, hat Millionen verkauft, die ganz großen Venues bestritten, ist aber glĂŒcklicherweise nicht mĂŒde geworden, weiterhin Musik zu machen und auch neue Wege zu suchen. So fĂŒhrte sie die Reise fĂŒr dieses Album in die Mongolei, nach Nordwest-China, in die TĂŒrkei und nach Griechenland, wo sie EinflĂŒsse suchte und fand, die auf diesem Album verarbeitet wurden. Eine ebenfalls sehr berechtigte Wiederveröffentlichung – erneut auf 180g-Vinyl, erneut limitiert auf 5.000 Exemplare.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Nach der beschwörerisch einleitenden Incantation folgt mit The Gates of Istanbul direkt der Ausflug eben dorthin, der sich nicht nur im Titel widerspiegelt. Eine getragene Komposition mit musischen AnklĂ€ngen der dortigen Kultur zieht einen als Hörer hier schnell in den Bann. Die BeschĂ€ftigung mit den Kulturen zieht sich immer wieder gut durch die KlĂ€nge dabei, wie man dann auch in Caravanserai merkt. Das Treiben in der Karawane wird hier gut festgehalten, es ist Bewegung drin, es klingt lebendig und man merkt dabei eben immer wieder, dass sich die KĂŒnstlerin mit dem beschĂ€ftigt hat, was sie da zum Besten gibt. Mitunter braucht es da nicht einmal Gesang fĂŒr, wie sie in Kecharitomene beweise, das auf ein Kloster zurĂŒckgeht, in dem die byzantinische Prinzessin einst lebte.

Die griechische Mythologie wird indes unter anderem in Penelope’s Song besungen, das vor allem vom Piano und der Stimme der SĂ€ngerin lebt und nebenher auch immer wieder die eigenen keltischen Wurzeln durchschimmern lĂ€sst. Wie schon auf vorigen Werken bleibt eben auch das eine große StĂ€rke von Loreena McKennitt, dass sie es vermag, EinflĂŒsse so zu verarbeiten, dass sie perfekt zu ihrem Sound passen. Arabische KlĂ€nge hingegen sind wieder vermehrt in Sacred Shabbat zu hören, das erneut ohne Gesang begegnet und dabei dennoch keineswegs langweilig wird – wie auch das folgende Beneath a Phrygian Sky, das mit seinen knapp neuneinhalb Minuten die lĂ€ngste Nummer des Albums ist, das in all seiner Harmonie immer etwas Mystisches mitklingen lĂ€sst.

Zwar sind es „nur“ neun StĂŒcke, die auf dem Album begegnen, aber es ist quasi unmöglich, alles aufzuzĂ€hlen, was das Album ausmacht, wenn man nicht gerade einen Roman schreiben wollen wĂŒrde. Und eben hier liegt ja auch die StĂ€rke der Scheibe, denn immer wieder gibt es Neues zu entdecken, sie lĂ€dt zur BeschĂ€ftigung ein und schafft es schlicht nicht, langweilig zu werden. Was einem zudem Respekt abnötigt ist, dass Loreena McKennitt es eben geschafft hat, auch mit den Jahren immer wieder besser zu werden und zu neuen StĂ€rken zu finden. Wo bei anderen KĂŒnstlern allzu gerne mal das FrĂŒhwerk glorifiziert wird, findet die Kanadierin auch spĂ€ter immer wieder qualitativ nach oben zurĂŒck. Wie zum Beispiel hier auf An Ancient Muse.

Tracklist LOREENA MCKENNITT – An Ancient Muse:

01. Incantation
02. The Gates of Istanbul
03. Caravanserai
04. The English Ladye and the Knight
05. Kecharitomene
06. Penelope’s Song
07. Sacred Shabbat
08. Beneath a Phrygian Sky
09. Never-Ending Road (AmhrĂĄn Duit)

Weblinks LOREENA MCKENNITT:

Homepage: www.loreenamckennitt.com
Facebook: www.facebook.com/loreenamckennitt
Twitter: www.twitter.com/loreena

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