AND ONE & BEYOND OBSESSION – Düsseldorf, Stahlwerk (22.10.2016)

And One © Frank Güthoff
And One © Frank Güthoff
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Es gibt Konzerthallen, die sich über die Jahre einen eher zweifelhaften Ruf bei Musikfreunden „erarbeiten“. Das Stahlwerk in Düsseldorf gehört aufgrund seiner im hinteren Bereich eher schwammigen wie zu leisen Akustik sicherlich dazu. Was And One allerdings nicht davon abhielt, nach fünf Jahren Pause mal wieder an der Ronsdorfer Straße aufzuschlagen. Der Ticketverkauf für die einzige NRW-Show der Tour lief dann auch zufriedenstellend, aufgrund der Fülle in der Halle und der eingangs erwähnten Soundproblematik hinten mehrten sich allerdings schnell die kritischen Kommentare in den bekannten sozialen Netzwerken. Also flugs ab nach vorne in die fünfte Reihe, wo Beyond Obsession pünktlich um 19 Uhr den Abend eröffneten. Mit einigen Stücken aus dem neuen Album namens Moments Of Truth und dem bereits aus dem Vorjahr bekannten durchaus gefälligen Synthpop-Sound im Gepäck konnten Nils Upahl und André Wylar zumindest den vorderen Hallenblock mitreißen.

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So richtig los ging es dann aber naturgemäß erst mit dem Hauptact And One. Und wie es los ging: Steve Naghavi, Joke Jay, Rick Schah und Nico Wieditz machten es sich zur Aufgabe, die Audienz von Sekunde 1 an mächtig ins Schwitzen zu bringen. Für, Timekiller, Schwarz, Panzermensch, Metalhammer – was für ein Opener-Quintett! Danach wurde es zwischendurch auch mal ein wenig ruhiger. Love Me, Unter meiner Uniform, Traumfrau und das selten dämlich-geniale U-Boot-Krieg in Ost-Berlin sorgten für dringend benötigte Tanzpausen. Durchweg überzeugend und damit Lust auf die hoffentlich bald erscheinende Trilogie 2 machten die drei vorgestellten und stilistisch abwechslungsreichen neuen Songs. Vor allem das traurig-treibende Most Of The Tears, gesungen von Joke Jay, wusste vom ersten Hören an zu überzeugen. Gegen Ende des Hauptsets zeigte dann auch noch Tastengott Wieditz, dass er sich stimmlich kaum hinter Naghavi und Jay verstecken muss. Somebody’s Song von der insgesamt eher mauen Achtung 80-LP darf gerne auch in den nächsten Jahren seinen Platz im Set finden.

Die Party geht weiter – die Reihen lichten sich

Ein interessantes Phänomen bei And One-Konzerten der letzten Jahre zeigte sich auch an diesem Abend in Düsseldorf wieder: Je länger die Show dauert, desto leerer wird es im Bereich vor der Bühne. Viele schaffen es im Gegensatz zur Band nachvollziehbarerweise nicht, über zweieinhalb Stunden Vollgas zu geben. Ordentlich Platz also zum traditionellen Arme schwenken bei High, zum Rumstampfen bei Techno Man und zum „Fäuste in die Luft recken“ bei An alle Krieger. Nach ziemlich genau zwei Stunden und 45 Minuten beendeten dann lautstarke „Klaus, bring dich um!“-Rufe und ohrenbetäubender Jubel eine große stimmungsvolle Party in Schwarz.

Fazit: Man kann von der Musik und manchen Aussagen Steve Naghavis halten, was man will: And One sind und bleiben auch nach über 25 Jahren Bandgeschichte ein absoluter Garant für mitreißende Liveshows mit toller Publikumsinteraktion. Obwohl sich der Frontmann an diesem Samstagabend mit seinen berühmt-berüchtigten Redebeiträgen zwischen den Songs zurückhielt, kam es trotzdem zu einigen Kuriositäten. Welche andere Band kann von sich behaupten, einige Besucher eines Konzerts in Düsseldorf zu „Mer losse d’r Dom en Kölle“-Chören zu animieren?

Setlist AND ONE @ Düsseldorf, Stahlwerk (22.10.2016):

01. Für
02. Timekiller
03. Schwarz
04. Panzermensch
05. Metalhammer
06. U-Boot-Krieg in Ost-Berlin
07. Back Home
08. Shining Star
09. Military Fashion Show
10. Traumfrau
11. Seven
12. Krieger
13. Get you Closer
14. Most of the Tears (neu)
15. Unter meiner Uniform
16. Dein Mann (neu)
17. Keiner fühlt’s wie wir
18. Speicherbar
19. Black Fashion (neu)
20. Black Generation
21. Deutschmaschine
22. Take Some More
23. Second Voice
24. Driving With My Darling
25. Sometimes
26. Somebody’s Song
27. An alle Krieger (Z)
28. Steine sind Steine (Z)
29. High (Z)
30. Techno Man (Z)
31. Shouts of Joy (Z)
32. So klingt Liebe (Akustik) (Z)
33. Klaus (Z)

Fotos: Frank Güthoff

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