ALCEST, MONO & SYNDROME – Köln, Gebäude 9 (30.10.2016)

Alcest, © Dirk Wirtz
Alcest, © Dirk Wirtz
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Wieder mal ein Sonntag, wieder mal nach Köln. Diesmal ins Gebäude 9. Nach überraschend entspannter Anreise kommen wir eine halbe Stunde vor Einlass an. Ausverkauft, verkündet eine Notiz an der Tür. So muss das sein. Drinnen wird erst mal das Merchandise gecheckt bevor es in den Konzertsaal geht, man muss ja wissen wofür man später Geld ausgeben will.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Es ist bereits sehr gut gefüllt als Syndrome den Abend eröffnet. Hierbei handelt es sich um ein Projekt des Amenra Gitarristen Mathieu Vandekerckhove, der mit einer völlig eigenständigen Mischung aus Drone, Ambient und Singer/Songwriter das Publikum in seinen Bann zieht. Ein Mann auf der Bühne, eine Gitarre, die Stimme dient eher als zusätzliches Instrument. Und es funktioniert. Untermalt durch stimmungsvolle Videos auf einer Leinwand im Hintergrund wird hier eine unheilvolle Atmosphäre kreiert, die man fast mit Händen greifen kann. Ganz groß. Hätte von mir aus noch eine Stunde weitergehen können. Aber irgendwann ist jeder Auftritt mal vorbei, und Syndrome wird mit viel verdientem Applaus verabschiedet.

Forever and a Day [Vinyl LP]

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Nach einer kurzen Pause ist es dann Zeit für die japanischen Postrocker Mono. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich diese Band vorher nur namentlich kannte, obwohl sie schon sehr lange aktiv ist. Geboten wird hier apokalyptischer, rein instrumentaler Postrock, der sowohl ruhig und klagend als auch lärmend und alles zerschmetternd ertönt. Die beiden Gitarren, der Bass und das Schlagzeug erschaffen einen dichten Soundteppich, der einen immer tiefer in die Welt der Japaner zieht und hypnotische Wirkung hat.  Das hier ist definitiv keine Gute-Laune-Musik, dieser Auftritt scheint eher eine Art Therapie zu sein. Ansagen gibt es keine, ebenso keine Kommunikation mit dem Publikum, die Band scheint wie in Trance. Das Publikum lauscht andächtig, in den kurzen Pausen zwischen den Songs könnte man eine Stecknadel fallen hören. Nach einer Stunde verlassen Mono die Bühne; was bleibt ist nichts als verbrannte Erde. Diese Band will, nein muss ich definitiv nochmal live sehen. Am liebsten morgen. Sehen scheinbar viele im Saal ebenso und verabschieden die Band unter großem Applaus.

Requiem for Hell

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Setlist MONO @ Köln, Gebäude 9 (30.10.2016)
  1. Death in Rebirth
  2. Ashes in the Snow
  3. Dream Odyssey
  4. Pure as Snow (Trails of the Winter Storm)
  5. Recoil, Ignite
  6. Requiem for Hell

Nun heißt es warten auf den Headliner, auf Alcest. Das zieht sich leider ziemlich in die Länge, weil die komplette Bühne inklusive Schlagzeug umgebaut wird und danach noch ein Soundcheck durchgezogen wird. Hätte man besser lösen können, aber das soll dann auch der einzige Kritikpunkt an diesem Abend sein. Alcest entschädigen für die lange Umbaupause mit einem gelungenen Auftritt, bei dem der Fokus auf dem neuen Album Kodama liegt. Leider hat die Band am Anfang mit Mikrofonproblemen zu kämpfen: Fronter Neige hört man zunächst nur sehr leise, die Backing Vocals von Gitarrist Zero überhaupt nicht. Das ändert sich zum Glück recht schnell, und nach 2 Songs stimmt dann auch der Sound. Alcest wirken sehr gut aufeinander eingespielt, hier läuft alles wie bei einer gut geölten Maschine. Man merkt der Band an, wie sehr sie sich über die enthusiastischen Publikumsreaktionen freut, vor allem Sänger/Gitarrist Neige wirkt sehr entspannt und antwortet auf ein „Vive la France“ aus dem Publikum nichts weiter als „Yes, maybe“. Sehr schön. Die Zeit vergeht wie im Fluge und man ist fast erstaunt, dass Neige mit Délivrance bereits den letzten Song ankündigt, welcher gebührend gefeiert wird. Eine Zugabe gibt es nicht.

Kodama

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Setlist ALCEST @ Köln, Gebäude 9 (30.10.2016)
  1. Kodama
  2. Je suis d’ailleurs
  3. Écailles de lune – Part 1
  4. Autre temps
  5. Oiseaux de proie
  6. Eclosion
  7. Là où naissent les couleurs nouvelles
  8. Délivrance

Damit geht ein toller Konzertabend zu Ende, mit einem sehr angenehmen, respektvollen Publikum und 3 grandiosen Bands. Schnell noch Merch eingesackt und ein Abschiedsbierchen, und dann geht`s auch schon zurück in die Heimat. Köln war mal wieder eine Reise wert!

Fotos: Dirk Wirtz

2 Comments

  • sp451 sagt:

    Nice! Hättest Du man machen sollen und gleich am gestrigen Montag in Hamburg aufschlagen um Mono noch einmal zu sehen :-)
    Ausverkauft war’s nicht was mich aber nicht wirklich störte. Beim letzten Mono-Gig im Hafenklang war es doch arg beengt. Hier im Uebel und Gefährlich war es entspannt. Support für die Doppel-Headliner waren die schwedischen Post-Rocker von pg.lost, die schon um 20:30 anfingen. Einlass war um 20:00, Beginn sollte um 21:00 sein. Da es unter der Woche war, war ich nicht sonderlich traurig. pg.lost waren gut, rockten gut und nach knapp ner halben Stunde war Schluss. Dann eine Umbaupause von 15 Minuten und Alcest machten den ersten Headliner-Teil. Die kannte ich vorher nicht, waren gut. Das Metal-Geschreie ist eher nicht so meins, aber jedem das seine. Die Ansagen des Sängers waren schon cool „Good evening Hamburg. We are Alcest. Thank you“. Nach knapp 75 Minuten war Schluss. Dann wiederum knapp 15-20 Minuten Umbaupause und Mono rockten das Haus. Zu dem von Dir geschriebenen gibt es wenig hinzuzufügen. Eine Setlist habe ich keine, aber meine, dass sie 7 Songs gespielt haben – vielleicht waren es auch nur 6. Wiederum knapp 75 Minuten später war dann recht pünktlich um Mitternacht Schluss.
    Was mich wunderte war, dass einige Besucher während Mono spielten schon gingen. Waren die nur wegen Alcest gekommen und hatten keine Ahnung was sie bei Mono erwartet? Nun, meiner Trance tat das keinen Abbruch und ich konnte es gut genießen.
    Nächstes Mal wieder 😉

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