STEEL PANTHER РKöln, Palladium (04.10.2016)

Steel Panther, © Markus Hillgärtner
Steel Panther, © Markus Hillgärtner
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Eine geh√∂rige Portion Geduld sowie √§u√üerst platten und pubert√§ren Humor mussten am Dienstagabend (04.10.2016) die Konzertbesucher von Steel Panther im K√∂lner Palladium mitbringen, denn die Musik hatte beim Auftritt leider -wie zu erwarten war- nur untergeordnete Priorit√§t.¬†Gl√ľcklicherweise sah das beim Opening Act Inglorious aus dem Vereinigten K√∂ngigreich anders aus: Das Hard-Rock-Quintett, welches gerade mal vor zwei¬†Jahren zusammengefunden hat, wartete mit einem Intro-Einspieler von The Who’s Won’t Get Fooled Again und Covern von Rainbow und Whitesnake gleich mit gro√üen Namen auf, hinter denen sie sich jedoch alles andere als verstecken m√ľssen. Die Mehrheit der Anwesenden wird Gefallen an der Band gefunden haben, sofern sie denn die musikalische Motivation ins Palladium trieb.

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Eigentlich sollte man dies bei Konzerten ja annehmen, jedoch lockt bei Steel Panther mit Sicherheit auch die Parodie des Glam Rocks, auch Hair oder Cock Metal genannt, und die damit einhergehende √ľberzogene Inszenierung vor die B√ľhne. Irgendwie war jedoch von allem etwas zu viel da: Die Ticketpreise mit ca. 40 ‚ā¨ etwas zu teuer, das Palladium zu gro√ü (die Balkone blieben gesperrt, damit es sich nicht zu sehr verteilte) und die Witze zum Teil zu flach und oder zu einstudiert. Wer sich im Vorfeld bereits √ľber den Ablauf der Show informiert oder die Band schon einmal live gesehen hatte, f√ľr den gab es n√§mlich keinerlei √úberraschungen mehr. Die obligatorischen Hits wie 17 Girls in a Row oder Glory Hole wurden abgespult,¬†dazwischen gab es endloses Gepl√§nkel mit deutschen Sprachfetzen wie „I wanna muschilecken your Vagina“ or „Titten und Pizza!“ und selbstverst√§ndlich fanden sich beim eben genannten Song auch 17¬†Damen „aus dem Publikum“ auf der B√ľhne ein. Highlight des Abends waren wohl die zwei Damen, die oben ohne Speichel austauschten, was, inbesondere von den minderj√§hrigen Zahnspangentr√§gern vor mir, nur allzu gerne mit dem Handy f√ľr die Nachwelt festgehalten wurde. Richtig langatmig waren jedoch im Vorfeld zwei andere Aktionen: Zum einen Gitarrist Russ Parrish, alias Satchel, der eine gef√ľhlt halbst√ľndige Soloeinlage darbrachte, die man so oder so √§hnlich aus den Testkabinen beim Music Store kennt und dann noch das Kapitel „Kelly“: Jener vermeintlich 18-j√§hrigen Dame, die aus dem Publikum gefischt wurde, wurde sehr viel Zeit zuteil, was vor allem in den hinteren Reihen erm√ľdend war, weil dort die Sicht im Palladium nicht unbedingt die Beste ist. Wenn die Herren dann allerdings mal musikalisch t√§tig wurden, klang das Ganze stellenweise etwas zu sauber, sodass man den Eindruck bekommen konnte, dass Playback mit im Einsatz war. Aber vielleicht ist diese Unterstellung zu weit aus dem Fenster gelehnt. Auch ohne die Band vorher schon mal gesehen zu haben, war es sp√ľrbar, dass schon reichlich Luft entwichen ist. Dem Publikum war es gr√∂√ütenteils egal, Steel Panther wurden f√ľr jede Silbe, die den Weg durch die Lautsprecher fand, abgefeiert, als g√§b es kein Morgen mehr. Getreu dem Motto Party Like Tomorrow Is The End Of The World. Durch den Kult, den das Quartett selbst um sich geschaffen hat, genie√üen sie scheinbar v√∂llige Narrenfreiheit, was sich nicht nur in Form von ungerechtfertigten Ticket- und T-Shirt-Preisen niederschl√§gt.

Der Witz einer guten Parodie ist es, sie nicht bis zum bitteren Ende auszureizen. Leider haben Steel Panther diesen Zenith wohl bereits √ľberschritten.

Setlist STEEL PANTHER¬†–¬†K√∂ln, Palladium (04.10.2016):

01. Eyes Of A Panther
02. Just Like Tiger Woods
03. Party Like Tomorrow Is The End Of The World
04. Asian Hooker
05. Turn Out The Lights
06. Let Me Cum In
07. Guitar Solo
08. It Won’t Suck Itself
09. She’s On The Rag (Acoustic)
10. Kelly (Acoustic)
11. Girl From Oklahoma (Acoustic)
12. 17 Girls In A Row
13. Gloryhole
14. Community Property
15. Death To All But Metal
16. Fat Girl (Thar She Blows) (Z)
17. Party All Day (Fuck All Night) (Z)

Weblinks STEEL PANTHER:

Homepage: www.steelpantherrocks.com
Facebook: www.facebook.com/steelpantherkicksass
Twitter: www.twitter.com/Steel_Panther

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