MESH + AESTHETIC PERFECTION + EMPATHY TEST РKöln, Essigfabrik (20.09.2016)

Mesh, © Markus Hillgärtner
Mesh, © Markus Hillgärtner
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

An einem lauwarmen Septemberabend luden Mesh samt Special Guests Empathy Test und Aesthetic Perfection in K√∂lns Essigfabrik im Rahmen ihrer erfolgreichen Looking Skyward Tour ein. Trotz recht fr√ľhen 19 Uhr-Eintritts an einem Arbeitstag tummelte sich schon bereits eine dunkle Schar in der recht ger√§umigen Essigfabrik, um die britischen Newcomer Empathy Test zu belauschen.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Obwohl Empathy Test die schwierige Aufgabe hatten, als erste Band des Abends das Publikum, das vor allem f√ľr Mesh da war, zu begeistern, gelang ebendiese Aufgabe Empathy Test mit Anhieb. Zwar verhielt sich das Publikum nicht so enthusiatisch wie sp√§ter bei Mesh, doch man konnte viele K√∂rper wippen sehen, denn besonders die Mischung aus Synth Pop und Cold Wave-Elementen l√§dt zum Tr√§umen ein. Die Band brilliert auf der B√ľhne mit ambitionierten und emotional geladenem Electropop, der unter die Haut geht. Empathy Test werden definitiv nach der Tour mit Mesh mehr Aufmerksamkeit von der Szene und den Medien bekommen, denn bereits jetzt ist ihre Facebook-Seite mit begeisterten, neuen Fan-Kommentaren geschm√ľckt.

Als zweiter Special Guest waren Aesthetic Perfection eingeladen ‚Äď ein besonderes Highlight, denn seit jeher sind Aesthetic Perfection eine etablierte Gr√∂√üe in der Electro-Szene, die beweist, dass man sich fortw√§hrend musikalisch weiterbilden kann, ohne den Kern der Band zu vernachl√§ssigen.¬†Doch wer auf ein √ľbliches, energetisches Set mit Klassikern wie The Great Depression oder Spit it Out gewartet hat, wurde an diesem Abend mehr oder weniger entt√§uscht. Vielmehr hat sich die Band um Mastermind Daniel Graves darauf konzentriert, ein Set zusammenzustellen, das auch den Mesh-Fans gefallen w√ľrde. Deswegen wurde vor allem auf die eher synth-poppigen Anf√§nge der Band gesetzt und man merkte bei vielen Fans die Verwirrung, wie man sich denn nun bewegen sollte. Nur bei Never Enough und Big Bad Wolf kam ein wenig die √ľbliche, schwei√ütreibende Aesthetic Perfection-Stimmung beim Publikum auf. Es bleibt offen, ob die Band besser angekommen w√§re, wenn sie ihre Industrial-lastigeren Songs gespielt h√§tte ‚Äď doch Fans, die vor allem f√ľr Aesthetic Perfection gekommen waren, h√§tten sicherlich mehr Spa√ü gehabt bei dem ohnehin schon kurzen Set.

Um ungef√§hr 21 Uhr dann betraten die aus Bristol stammenden Gentlemen von Mesh die B√ľhne der Essigfabrik. Um ihre Show visuell zu unterstreichen, waren Leinw√§nde und LED-Lichter angebracht, die im Laufe des Sets f√ľr die richtige Stimmung sorgten. Die Essigfabrik f√ľllte sich nun automatisch und es gab kaum M√∂glichkeiten mehr, sich frei zu bewegen.¬†Fr√ľher f√ľr ihren etwas sperrigen, aber dennoch tiefgehenden Trip Hop bekannt, haben sich Mesh im Laufe der letzten Jahre musikalisch deutlich gewandelt und heutzutage kann man den Sound der Band ruhig als Electro Pop bezeichnen, der vor allem durch die einzigartige, tiefe Stimme von Mark Hockings brilliert.

Schon ab dem ersten Song, My Protector vom neuen Album, sangen die Fans begeistert mit und die Essigfabrik wurde von einer euphorischen Stimmung erf√ľllt. Folglich setzte die Band vor allem auf die neuen, eing√§ngigeren Songs und nur ab und zu wurden alte Klassiker wie Little Missile oder Friends Like These intoniert. Nat√ľrlich soll jede Band ihren Sound evolvieren und die Fanreaktionen zeigten auch, dass dies der Band unglaublich gut gelingt, denn es wurde vom Anfang bis zum Ende des mehr als zweist√ľndigen Sets mitgesungen, mitgeklatscht und getanzt. Doch irgendwo fehlte da der rohe, ungeschliffene Diamant, der die alten Lieder auszeichnete, die vor allem durch Marks durchdringenden Gesang getragen wurde. Nichtsdestotrotz muss man der Band hoch anrechnen, mit wie viel Herzblut und Sympathie sie ihre Shows abliefern, die viele Menschen gl√ľcklich machen. Der Abend in der Essigfabrik bildete hierf√ľr keine Ausnahme und die Fans verlie√üen fr√∂hlich, aber ersch√∂pft und m√ľde die Halle – nach einem durchaus gelungenen Konzert, das vor allem durch den Enthusiasmus der Fans hervorstach.

Kommentar verfassen