JEAN-MICHEL JARRE – D√ľsseldorf, ISS Dome (22.10.2016)

Jean-Michel Jarre, © Michael Gamon
Jean-Michel Jarre, © Michael Gamon
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Im Rahmen der Electri_city Conference sollte niemand anderes als der Elektronic Tausendsassa Jean-Michel Jarre die ehemalige Regierungshauptstadt besuchen. Im Gepäck hatte der Elektronikpionier Tracks des aktuellen Albums Electronica 1: The Time Machine und Electronica 2: The Heart of Noise und einige Klassiker, welche er dem durchweg gemischten Publikum zwischen 10-60 Jahren präsentierte.

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Der gut gef√ľllte ISS Dome h√∂rte bereits kurz nach dem Einlass wohlbekannte T√∂ne, denn nach dem DJ Set von Marco Grenier erklang die Musik des 1990er Jarre Albums Waiting for Cousteau in den Ohren, aber bevor man ganz in den Sog der getragenen Musik hineingezogen wurde, ging pl√∂tzlich das Saallicht aus und der Blick wurde frei auf einen blauen LED Vorhang, hinter den man bald nach dem Intro The Heart of Noise schemenhaft die Silhouette des franz√∂sischen Musikers erkennen konnte. Unterst√ľtzt durch den Drummer Claude Samard und Keyboarder St√©phane Gervais brachten die drei Automatic 2 und Jarre sprach √ľber sein neues Album und die auch f√ľr ihn so wichtige ‚ÄěElectri_city‚Äú D√ľsseldorf. ‚ÄěFeel like home, dance and move!‚Äú bat er die Zuschauer, aber das D√ľsseldorfer Publikum setzte die Einladung zuerst recht verhalten um. Kurz darauf ert√∂nten wohlbekannte T√∂ne von der B√ľhne, n√§mlich die vom Klassiker Oxyg√®ne 2 und die Zuschauer glitten weg in Zeit und Raum, f√ľhlten sich zur√ľckversetzt in die Jugend, in der alles so leicht und unbeschwert war. Bei Circus vernahm man sehr tanzbare Beats und treibende Basslines und das Publikum begann schlussendlich doch zu klatschen und zu feiern. Selbst in den ersten Reihen standen die Fans auf und wiegten sich im Takt der Musik. Das Konzert nahm Fahrt auf. Die B√ľhne: eine riesige Leinwand, die f√∂rmlich durch die stakkatothaften Projektionen und Lichtblitze brannte. Bei dem Track Exit verschwand Jarre f√∂rmlich hinter einer Projektion von Whistleblower Edward Snowden, der einen Appell an Meinungsfreiheit und Wahrheit hielt. Kaum hatte man sich versehen, wurde man wieder in die 70er Jahre mit dem Gassenhauer Equinoxe gebeamt, jedoch in einer tanzbaren Version des Klassikers. Ein eher ungewohntes Bild konnte man bei Conquistador bestaunen: Jean-Michel mit Gitarre. Und er rockte sogar! Oxyg√®ne 8 wurde auch ziemlich ravig aufgemotzt und somit gab es viele tanzende Beine im Publikum zu bestaunen sowie eine geniale Lasershow, die es in sich hatte. Souvenir from China ein alter Reisser von 1981 erzeugte G√§nsehaut und Immortal machte dann √ľber die Projektion die Sicht frei auf die Electronica, die Jarre spielte. Brick England, der Song der in Zusammenarbeit mit den Pet Shop Boys entstand, brachte wieder eine Menge poppige Melodien ins Spiel. Leider h√∂rte man nicht die Vocals von Neil Tennant, sondern den Vocodergesang von Claude, was dem Musikgenuss aber kein Abbruch tat. Auch weil Jean-Michel mit seinem Umh√§ngekeyboard an die B√ľhnenkante trat und geb√ľhrend abgefeiert wurde. Bei Architect standen ein Drittel der Zuschauer auf und zelebrierten die synthetischen Sounds des mittlerweile fast 70j√§hrigen Franzosen. Besonders nat√ľrlich beim Welthit Oxyg√®ne 4, der mittlerweile schon √ľber 40 Jahre auf dem Buckel hat, aber immer jung bleiben wird. Einer der H√∂hepunkte des unterhaltsamen Konzertes war das Medley aus Equinoxe 4 und Glory, welches durch die Equinoxe-M√§nnchen vom Albumcover visuell untermalt wurde. Der Moment, auf dem viele Fans gewartet haben, sollte nun wahr werden: Jarres Spiel auf der Laserharfe bei Time Machine. Sichtlich nerv√∂s stand Jean-Michel davor, da sein Synthex Synthesizer, der an der Harfe angeschlossen ist, gerne mal nicht funktioniert. Aber die D√ľsseldorfer hatten Gl√ľck und das Spektakel konnte seinen Lauf nehmen. Ein spektakul√§res Ende sollte man meinen, doch nach minutenlangen Zugaberufen kam Monsieur Jarre wieder zur√ľck auf die B√ľhne, um doch noch zwei Kracher zu bringen. Zum einen Oxyg√®ne 17 (vom am 02.12.2016 erscheinenden neuen Album Oxygene 3) und Stardust. Nach viel zu kurzen 100 Minuten war Jarres Gastspiel leider schon vorbei und man h√§tte als Zuschauer noch gerne mehr geh√∂rt. Aber wie hei√üt es doch: wenn es am Sch√∂nsten ist, sollte man aufh√∂ren.

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Setlist JEAN-MICHEL JARRE @ D√ľsseldorf, ISS Dome (22.10.2016):

01. The Heart of Noise
02. Automatic 2
03. Oxygène 2
04. Circus
05. Web Spinner
06. Exit
07. √Čquinoxe 7
08. Conquistador
09. Oxygène 8
10. Zero Gravity (Above & Beyond Remix)
11. Souvenirs of China
12. Immortals
13. Brick England
14. The Architect
15. Oxygène 4
16. Glory / Equinoxe 4
17. The Time Machine
18. Oxygène 17 (Z)
19. Stardust (Z)

Fotos: Michael Gamon

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